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Bewertungen & Berichte Oper Graz
Wozzeck
Alban Berg
Premiere: 13.2.2026Oper in drei Akten (15 Szenen) (1925)
Text nach dem Dramenfragment "Woyzeck" von Georg Büchner
Mit einer packenden Story zwischen Drama, Mordfall und Sozialstudie revolutionierte Alban Berg 1925 die Operntradition. Die Volksopernstars Daniel Schmutzhard (Wozzeck) und Annette Dasch (Marie) durchleuchten gemeinsam mit Chefdirigent Vassilis Christopoulos am Pult der Grazer Philharmoniker die expressive Klangwelt von Bergs Meisterwerk. Nach seinem erfolgreichen Österreich-Debüt in Graz mit Richard Wagners Tannhäuser und Stationen in Wien und Salzburg kehrt Regisseur Evgeny Titov mit einer der wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts an die Oper Graz zurück.
Alban Bergs vor dem Ersten Weltkrieg begonnene und 1922 vollendete erste Oper Wozzeck gilt als bahnbrechende Schöpfung der atonalen Musik und Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts. Basierend auf Georg Büchners Dramenfragment zeichnet Bergs Oper in einer »Versuchsanordnung Mensch« eine düstere Konstellation der Heil- und Ausweglosigkeit: Der einfache Soldat Franz Wozzeck wird von seinem Hauptmann und einem Doktor für medizinische Experimente missbraucht. Seine Frau Marie betrügt ihn mit einem Tambourmajor. Je mehr sich der Handlungsspielraum Wozzecks verengt, je mehr ihm Hauptmann und Doktor – gezeichnet als zwei menschliche Archetypen – zusetzen, desto größer wird die Not Wozzecks. Er verliert den Verstand. Seine Bedrängnis findet im Femizid an seiner Frau Marie ein Ventil. Der Mord an ihr erscheint als vergeblicher Versuch, die eigene Handlungssouveränität zurückzugewinnen.
Die dissonante Klangwelt Bergs schafft eine beklemmende Atmosphäre und spiegelt nicht nur die innere Zerrissenheit des Titelhelden wider, sondern macht sowohl den Abgrund Mensch als auch die Zerbrechlichkeit des Menschen auf berührende Weise erlebbar.
Altersempfehlung: 14+
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Vassilis Christopoulos
Inszenierung: Evgeny Titov
Bühne: Gideon Davey
Kostüme: Klaus Bruns
Licht: Sebastian Alphons
Dramaturgie: Katharina John
Chor: Johannes Köhler
Singschul': Andrea Fournier
Vor der Premiere: Sonntag, 25. Jänner, 11 Uhr, Studiobühne
Kostprobe: Samstag, 07. Februar, 10.30 Uhr
Nachklang: Donnerstag, 26. Februar, 21.15 Uhr, Café Stolz
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Arizona Lady
Emmerich Kálmán
Premiere: 14.3.2026Operette in zwei Akten (1954)
Libretto von Alfred Grünwald und Gustav Beer
Cowboys, Pferderennen und die ganz großen Gefühle! Das alles und mehr bringt die letzte, posthum uraufgeführte Operette Emmerich Kálmáns auf die Bühne der Oper Graz. In einer spannenden und gefühlvollen Inszenierung ist Kálmáns Westernoperette zum ersten Mal in Österreich zu erleben.
Sunshine Ranch, Wilder Westen: Für Lona Farrell, Ranchbesitzerin und Pferdezüchterin mit ungarischen Wurzeln, steht die Arbeit an erster Stelle. Mögliche Liebesabenteuer sieht sie dagegen eher kritisch, obwohl die Männerwelt ihr gerne zu Füßen liegen würde. Als der geheimnisvolle Cowboy Roy Dexter die vakante Stelle des übergriffigen Vorarbeiters Jim Slaughter übernimmt und das Rennpferd Arizona Lady unter seiner Pflege neue Rekorde zu brechen scheint, können Lona und Roy nur mehr schwer ihre romantischen Gefühle zueinander verbergen. Ein Happy End liegt schon in greifbarer Nähe, wären da nicht Jim Slaughter und sein neuer dubioser Chef McDumb …
Nach seinem Exil in Amerika kehrte Emmerich Kálmán 1949 nach Europa zurück. Mit im Gepäck die Erinnerungen an die USA. In Arizona Lady verarbeitete der eingefleischte Western-Fan alle Klänge, die ihn inspirierten: Walzer, Foxtrott, Csárdás und, einzigartig in dieser Operette, einen amerikanischen Square Dance. Es sollte Kálmáns letzte Operette werden, die nach seinem Tod auf Betreiben seines Sohnes Charles vollendet wurde. Für die Oper Graz setzen Regisseur Christian Thausing und Choreographin Evamaria Mayer, die hier 2020 mit großem Erfolg Anatevka auf die Bühne brachten, die singenden Cowboys und -girls in Szene. Am Pult steht Kai Tietje, der die Operette in konzertanter Form bereits 2014 als Wiederentdeckung an der Komischen Oper Berlin dirigierte und dem hiesigen Publikum von Tom Sawyer (2023/24) und Roxy und ihr Wunderteam (2024/25) bekannt ist.
Inszenierung: Christian Thausing
Bühne & Kostüme: Okarina Peter / Timo Dentler
Choreographie: Evamaria Mayer
Licht: Karl Wiedemann
Video: Herwig Baumgartner
Dramaturgie: Laura Bruckner
Chor: Georgi Mladenov
Vor der Premiere: Sonntag, 01. März, 11 Uhr, Studiobühne
Kostprobe: Samstag, 07. März, 10.30 Uhr
Nachklang: Mittwoch, 25. März, 22.15 Uhr, Café Stolz
Termin mit Live-Audiodeskription und Tastparcours: Sonntag, 26. April, 15 Uhr (Tastparcours ab 13 Uhr)
Altersempfehlung: +10
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
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Mein Lieblingstier heißt Winter/Folge 4
Lukas Kranzelbinder
Premiere: 22.3.2026Fortsetzungs-Operette in fünf Folgen (2024-2026)
Libretto von Ferdinand Schmalz nach dessen gleichnamigem Roman
Der Debütroman des steirischen Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Ferdinand Schmalz, vertont vom Kärntner Musiker und Komponisten Lukas Kranzelbinder, in der Regie des Wieners Alexander Charim und zu szenischem Leben gebracht von Sänger:innen der Oper Graz, Schauspieler:innen und Gallionsfiguren des »Neuen Wienerliedes« wie Klemens Lendl (Die Strottern) oder Wolfgang Vincenz Wizlsperger (Kollegium Kalksburg). Eine Operettenserie in fünf Teilen, deren Folgen sich mittels unterschiedlicher Aufführungsorte in die Oper »hineinfressen«: Voilà, die Operette des 21. Jahrhunderts!
In Mein Lieblingstier heißt Winter nimmt Ferdinand Schmalz seine Leser:innenschaft mit auf eine abgründige Reise quer durch die österreichische Gesellschaft, skurril, intelligent und mit großem Sprachwitz, und liefert damit eine perfekte Vorlage für eine moderne Operette. Diese, häufig als seichte Unterhaltung unterschätzt, war bis zu ihrer Beschneidung durch die nationalsozialistische Kulturpolitik ein gesellschaftskritisches, subversives Genre, welches nun in neuer Form wiederaufersteht.
Lukas Kranzelbinder, bekannt mit der von ihm gegründeten Jazzformation Shake Stew, komponiert über die Grenzen klarer stilistischer Zuordnung hinaus und verleiht der Operette ihren ganz eigenen Klang von Surf Rock und Chanson bis zum Choral. Der Regisseur Alexander Charim nimmt die skurrile Einzigartigkeit der Vorlage auf und inszeniert den Roman als konkrete Kriminalgeschichte und abstrakte Gesellschaftssatire zugleich. Die von Schmalz selbst adaptierte Fortsetzungsoperette wandert über zwei Spielzeiten in fünf Folgen durch unterschiedliche Spielorte innerhalb der Oper Graz.
In der letzten Spielzeit begann alles in der Studiobühne: Der Tiefkühlkostvertreter Franz Schlicht sollte die Leiche seines krebskranken Kunden Doktor Schauer nach dessen Suizid aus einer Tiefkühltruhe entsorgen. Am Ende stand er jedoch vor einer leeren Truhe, von Schauer keine Spur … Vom zurückgezogenen Ingenieur Huber bis in die Pathologie verfolgten Schlicht und Schauers Tochter Astrid die Spur des Verschwundenen bis in die Montagehalle der Oper Graz, in der die Vergangenheit Schlichts ihn schließlich einholte.
Wie die gemeinsamen Geschäfte Schlichts und der Reinigungsfirmenbesitzerin Sabine Teufel von damals bis ins Heute reichen, und ob der Tiefkühlkostvertreter die größeren Zusammenhänge am Ende aufdecken kann, erfährt das Publikum nun im Herzstück des Opernhauses. Die Folgen dieser Spielzeit finden nämlich auf der Bühne statt.
Musikalische Einstudierung: Lukas Kranzelbinder
Inszenierung: Alexander Charim
Bühne & Kostüme: Ivan Bazak
Licht: Daniel Weiss
Dramaturgie: Katharina John
In deutscher Sprache
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La Divina Comedia
Estefania Miranda
Tanzabend mit Musik von Arvo Pärt & Philip GlassDas Grazer Opernhaus wird zum riesigen menschlichen Körper, dessen »Eingeweide«, geleitet von Dante und der Musik von Philip Glass und Arvo Pärt, die Tänzer:innen von Ballett Graz erkunden. Auf ihrer Reise durch Hölle und Fegefeuer bis ins Paradies bespielt die aus Chile stammende Choreographin Estefania Miranda nicht nur den Bühnenraum, sondern sämtliche Foyers des Opernhauses.
Die Göttliche Komödie, Divina Commedia, ist das Hauptwerk des italienischen Dichters Dante Alighieri (1265–1321) und gilt als die bedeutendste Dichtung der italienischen Literatur und Grundlage für die moderne italienische Sprache. Darin beschreibt Dante Stationen einer Wanderung durch eine jenseitige Welt. Durch Hölle und Fegefeuer führt den Autor, der zugleich seine eigene Hauptfigur ist, der römische Dichter Vergil. Auf ihrem Weg begegnen Dante und Vergil den zahllosen Seelen der Verstorbenen, die von ihrem jeweiligen Schicksal berichten. Im Paradies trifft Dante schließlich auf seine Jugendliebe Beatrice. In der Wiederbegegnung mit ihr entdeckt der Dichter die Kraft der Liebe und findet innere Ruhe und Frieden.
Die Choreographin Estefania Miranda nutzt die literarische Vorlage für eine »raumgreifende« Choreographie. Sie fragt dabei nach den größten Ängsten und Sehnsüchten der Menschen und danach, was unsere Seelen nach dem Tod erwarten könnte. Die biblischen Todsünden überträgt sie in einen heutigen Kontext. Im ersten Teil des Abends erleben wir auf einer Entdeckungsreise durch das Opernhaus verschiedene choreographische Installationen, die Qualen und Sünden in eine zeitgenössische Tanzsprache übersetzen. Im zweiten Teil dieses sinnlichen Gesamtkunstwerks verfolgt das Publikum Dantes Weg ins Paradies wie gewohnt vom Zuschauerraum aus.
Musikalische Leitung: Johannes Braun
Choreographie: Estefania Miranda
Bühne: Till Kuhnert
Kostüme: Estefania Miranda
Video: Kristian Breitenbach
Chor: Johannes Köhler
Dramaturgie: Mattia Scassellati / Isabelle Bischof
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Schneewittchen und die 77 Zwerge
Elena Kats-Chernin
Familienmusical ab 6 Jahren in zwei AktenLibretto von Susanne Felicitas Wolf
»Ich will einmal was erleben, nicht nur klimpernd Wimpern heben«, lautet das Motto des willensstarken, karatemächtigen Schneewittchens in der Power-Version von Elena Kats-Chernin und Susanne Felicitas Wolf. Unterstützt von dem lebensgroßen Kaninchen Richard III. und 77 Zwergen der Singschul’ der Oper Graz gelingt es Schneewittchen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und der Verfolgung durch die hinterlistige Stiefmutter zu entkommen. Ein liebevoll ermutigender Spaß für die ganze Familie mit einer rasanten musikalischen Mischung aus Klassik, Musical und Pop, Zeichentrickfilmmusik und Schlager.
Schneewittchen ist der Königin ein Dorn im Auge. Während diese sich tagaus, tagein um ihr perfektes Aussehen kümmert, muss das schöne Mädchen seinen Tag mit Schreibübungen verbringen. Aber alles wird anders als Schneewittchen mit dem menschengroßen, steppenden Zauber-Kaninchen Richard III. einen Freund fürs Leben gewinnt. Sie rettet Richard vor dem Kochtopf, und so weicht dieser auch nicht von ihrer Seite, als Schneewittchens Stiefmutter die Erschießung des Kindes durch den Jäger Müller in Auftrag gibt. Im Wald, hinter den 77 Bergen bei den 77 Zwergen, finden das im Haushalt ungeschickte Mädchen und sein Kaninchenfreund schließlich Asyl, doch nicht einmal hier sind sie vor der Königin sicher, denn das allwissende Spieglein an der Wand hat sie verraten, und so taucht die böse Königin als verlockende Vertreterin innovativer Haushaltsgeräte an der Haustür der 77 Zwerge auf und begehrt Einlass …
Natürlich gibt es ein Happy End, einen liebenden Prinzen, ein gerettetes Schneewittchen und eine böse Königin, die dem gerechten Urteil durch eine unabhängige Justiz überlassen wird. Das Erfolgsduo Susanne Felicitas Wolf und die usbekisch-australische Komponistin Elena Kats-Chernin haben das Märchen als das genommen, was es ist: eine Möglichkeitsgeschichte. Auf pointierte und phantasievoll-komische Weise loten Wolf und Kats-Chernin die Vorlage der Brüder Grimm auf ihre Möglichkeiten für junge Menschen in der Gegenwart aus. Dabei vergessen sie nicht, auch Erwachsenen mit kleinen
parodistischen Verweisen auf ihre Welt Freude zu bereiten.
Inszenierung: Nicole Claudia Weber
Choreographie: Jerôme Knols
Bühne & Licht: Friedrich Eggert
Kostüme: Alfred Mayerhofer
Dramaturgie: Katharina John
Singschul': Andrea Fournier
In deutscher Sprache
Altersempfehlung: 6+
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Rigoletto
Giuseppe Verdi
Melodramma in drei Akten (1851)Libretto von Francesco Maria Piave
Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen gespielter Heiterkeit, ehrlicher Vaterliebe und menschlichen Abgründen, auf die Giuseppe Verdi seinen Protagonisten Rigoletto schickt. Regisseurin Ute M. Engelhardt blickt hinter die Fassade des Spaßmachers und in den Rachen der verrohten Gesellschaft, in der sich der Titelheld bewegt. Am Pult: Chefdirigent Vassilis Christopoulos,der sich nach seiner packenden Interpretation des Macbeth erneut einer Verdi-Oper widmet.
Zur Befriedigung seiner Lust lässt sich der Herzog von Mantua von seinen Bediensteten immer wieder neue Frauen zuführen. Teil dieses frauenverachtenden Systems ist auch Rigoletto, der Hofnarr, der nach dem Verlust seiner Frau nur mehr mit beißendem Spott auf
die Welt reagiert. Er lebt allein für seine Tochter Gilda, die er vor der Gesellschaft verbirgt, um sie vor dem Zugriff des Herzogs zu schützen. Vergeblich!
Gilda verliebt sich in den Herzog, und Rigoletto trägt zur Entführung Gildas bei, ohne zu merken, dass es sich um die eigene Tochter handelt. Als er versteht, was geschehen ist, hat der verletzte Vater nur noch eines im Sinn: Rache!
Mit Rigoletto eröffnete Giuseppe Verdi seine Erfolgstrias, zu der auch Il trovatore und La traviata zählen, und die seinen bis heute andauernden Weltruhm auf den Opernbühnen der Welt begründete.
Der politisch denkende Komponist wählte mit Victor Hugos Drama Le Roi s’amuse (Der König amüsiert sich) ein Werk zur Vorlage seines Melodrammas,
das sich ganz den Zusammenhängen von Hierarchie und Machtmissbrauch widmet. Auf der Suche nach emotionaler Wahrhaftigkeit in der Musik kontrastierte Verdi seelenkundig die zarte Liebe Gildas mit den Traumata und Abgründen Rigolettos – eines Menschen am Rande der Gesellschaft.
Verdi und sein Textdichter Piave erzählen die Geschichte ihres Titelhelden vor der Folie der heiter-zynischen Welt des Herzogs, dem der Komponist eine seiner berühmtesten Melodien in den Mund legt, die in ihrer Beschwingtheit spöttischer Ausdruck eines rücksichtslosen Frauenhelden ist:
»La donna è mobile.«
Inszenierung: Ute M. Engelhardt
Bühne: Stephanie Rauch
Kostüme: Katharina Tasch
Licht: Stefan Schlagbauer
Dramaturgie: Christin Hagemann
Chor: Johannes Köhler
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Altersempfehlung: 14+
Nachklang: Mittwoch, 17. Dezember, 22 Uhr, Café Stolz
Nachklang XXL: Freitag, 05. Dezember, 22 Uhr, Café Stolz
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Das philosophische Opernhaus
Konrad Paul Liessmann: »Der Mensch ist ein Abgrund«. Über Alban Bergs Oper »Wozzeck«Im Anschluss Ulrich Lenz (Intendant der Oper Graz) im Gespräch mit Katharina John (Chefdramaturgin der Oper Graz) über die Grazer Neuproduktion des »Wozzeck«.
»Alban Bergs Oper Wozzeck, nach einem Dramenfragment von Georg Büchner, gilt als Meilenstein der modernen Oper. Nicht nur die musikalische Radikalität, auch der Stoff geben manchen Anlass zur philosophischen Reflexion. Wozzeck ist der Mensch am äußersten und untersten Rand der Gesellschaft. Selbst gewalttätig, spiegelt sich in ihm die Gewalt der Verhältnisse. Und gleichzeitig ist Bergs Wozzeck wie jede bedeutende Oper eine Evokation der großen Gefühle: Liebe, Hass, Eifersucht, Gier, Macht, Grausamkeit. Grund genug, mit diesem grandiosen Werk des Musiktheaters über das Abgründige am Menschen nachzudenken.« (Konrad P. Liessmann)
Konrad P. Liessmann ist Professor emeritus für Philosophie an der Universität Wien, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. Zuletzt: Was nun? Eine Philosophie der Krise (Zsolnay 2025).
Eine Kooperationsveranstaltung des Literaturhauses Graz mit der Oper Graz und dem Förderkreis der Oper Graz.
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Kostprobe
Ein einzigartiger Blick in die Entstehung einer Produktion!
Wie könnte man sich besser auf eine neue Produktion einstimmen als mit einer Kostprobe? Der Appetit kommt beim Zuschauen und Zuhören… An ausgewählten Terminen werden die Besucher:innen vor Beginn einer Bühnenorchesterprobe, bei der die Mitwirkenden noch nicht in Maske und Kostüm, aber im Bühnenbild agieren, zunächst vom Stückdramaturgen kurz in die Produktion eingeführt. Dann besuchen alle gemeinsam die Probe bis zur Pause, um sich danach über das Gesehene und Gehörte auszutauschen. Näher kann man nicht dabei sein auf dem Weg zur Premiere! Treffpunkt ist das Eingangsfoyer des Opernhauses.Kostprobe bewerten:
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Nachklang XXL
Hinter den Kulissen der Kunst: Gespräche über Musiktheater und Tanz
Im Anschluss an ausgewählte Vorstellungen laden Sie unsere Vermittler:innen, die Dramaturg:innen sowie externe Gäste zu inspirierenden Gesprächen über Themen rund um Musiktheater und Tanz ein. Reflektieren Sie gemeinsam, tauschen Sie sich aus oder hören Sie einfach nur zu – ganz wie Sie möchten!jeweils im Anschluss an die Vorstellung, Eintritt frei!
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Movies and Opera: Woyzeck
Oper und Kino – zwei Kunstformen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, haben mehr gemeinsam, als man denkt. Beide erzählen Geschichten durch eine Kombination von Bild und Ton und beide zielen darauf ab, Emotionen zu wecken und das Publikum in ihren Bann zu ziehen.Umgekehrt inspirieren Filmmusik und Kinoästhetik zunehmend moderne Opernproduktionen. Regisseur:innen experimentieren mit Videoprojektionen und cineastischen Elementen auf der Opernbühne. Viele Bühnenwerke wurden verfilmt oder Werke des Musiktheaters haben ihre Stoffvorlage in Kinofilmen.
Gemeinsam möchten die Oper Graz und das Filmzentrum im Rechbauerkino dieser wechselseitigen Inspiration mit einer maßgeschneiderten Filmreihe – entlang des Spielplans der Oper Graz – nachgehen.
Alex Desmond, Cineast und Filmconnaisseur, nimmt sein Publikum dabei mit auf spannende, unterhaltsame und informative Reisen in die weite Welt der Filmgeschichte(n).
Woyzeck
Regie: Werner Herzog
Sprachfassung: deutsche Fassung
Produktionsland: DE
Erscheinungsjahr: 1979
Filmlänge: 77 Minuten
Darsteller: Klaus Kinski, Eva Mattes, Wolfgang Reichmann, Willy Semmelrogge
Vor der Filmvorführung spricht Alex Desmond im Interview mit Dramaturgin Katharina John und gewährt Einblicke in die aktuelle Opernproduktion Wozzeck von Alban Berg an der Oper Graz.
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Cinello
Cinello mit der roten Nase erkundet gerne mit ihren Freund:innen unterschiedliche Instrumente und deren Eigenschaften. Jedes Instrument wird auf Herz und Nieren geprüft: Wie laut und leise kann es spielen? Wie hoch und tief geht es? Welche lustigen Klänge kann man damit produzieren? Mit ihrer fröhlichen Art und der roten Nase nimmt sie die Kinder mit auf ihre Reise, lädt zum Staunen, Lachen und Mitmachen ein und eröffnet ihnen neue Klangwelten.Cinello bewerten:
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Ballett Inside
Ganz nah dran sind die Zuschauer:innen bei den Abenden im Rahmen der Reihe Ballett Inside. Ballett, Neoklassik, Modern Dance, Contemporary, Tanztheater – die Bewegungsstile und ästhetischen Ausrichtungen in der Tanzwelt sind mannigfaltig.Es gibt viel zu entdecken für Zuschauende und Ausführende. Dieser Vielfalt hat sich das Ballett Graz verschrieben. Neue Aufgaben, neue Herausforderungen gibt es jeden Tag auf der Bühne und im Ballettsaal. Das Ballett Graz gewährt Einblicke in seine Arbeit, stellt die Tänzer:innen der Kompanie und internationale Gäste vor.
Auftakt
Begrüßen Sie mit uns die neue Spielzeit! Das Ballett Graz bietet exklusive und spannende Einblicke in den Arbeitsalltag und stellt die neuen Ensemblemitglieder vor. In kleinen Tanzbeiträgen zeigt das Ensemble seine ganze stilistische und technische Vielfalt. Ein Abend, der Lust auf das Programm unserer dritten Spielzeit an der Oper Graz und auf die faszinierende Welt des Tanzes machen soll!
DO 25.09.2025 20:00
FR 26.09.2025 20:00
Wünsch Dir was!
Dieser Abend steht ganz im Zeichen der Improvisation! Es gibt keine vorgegebenen Choreographien, Schritte, Rhythmen oder Inhalte, der Tanz entsteht aus der Dynamik zwischen den Tänzer:innen in jedem Moment neu. Tanzimprovisation führt aber nicht zu Beliebigkeit, sondern erfordert Achtsamkeit im
Fühlen, Spüren und Denken. Wir erläutern an Beispielen die Grundlagen von Improvisationstechniken. – Und dann sind Sie dran: Die Inspirationen kommen direkt vom Publikum, das den Tänzer:innen Aufgaben stellt, Themen vorgibt und bestimmt, wer tanzt und zu welcher Musik. Die Tänzer:innen müssen ihr Teamarbeit unter Beweis stellen, denn es gilt, sehr schnell auf die Vorgaben des Publikums zu reagieren. Mut, Risiko, Charme, Witz und Spielfreude sind gefragt.
FR 27.02.2026 20:00
SA 28.02.2026 20:00
Next Generation
Aus Tänzer:innen werden Choreograph:innen, die eigene Stücke für ihre Kolleg:innen kreieren. Interessierte Tänzer:innen des Ballett Graz erhalten die Möglichkeit, ihre choreographischen Arbeiten vorzustellen. Sie sind jung, mutig und kreativ und überraschen immer wieder mit sehr persönlichen Kreationen, tänzerischen Momentaufnahmen, neuen Sichtweisen.
MI 24.06.2026 20:00
FR 26.06.2026 20:00
SO 28.06.2026 20:00
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Spielplatz Musik
Musiktheaterpädagogischer Workshop für Familien mit Kindern ab 2 Jahren
Im interaktiven Workshop erleben Kinder ab 2 Jahren, gemeinsam mit ihren Familien, auf spielerische Weise, was in einem Opernhaus so alles passiert: Es wird gesungen,getanzt und musiziert – genauso wie auf der großen Opernbühne auch!
15:00 – 16:00
€ 5 pro Teilnehmer:in
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»Tanzen für alle«
Den eigenen Körper (neu) entdecken, mit Tänzer:innen des Ballett Graz gemeinsam improvisieren, choreographieren und neue Möglichkeiten erfahren, sich zur Musik zu bewegen: An fünf Terminen sind im Ballettsaal der Oper Graz alle eingeladen, die Lust auf Tanz und Bewegung haben. Keine Vorkenntnisse erforderlich, alle Körper sind willkommen.SO 19.10.2025 – Tanzen für alle ab 30
SO 23.11.2025 – Choreographieren für alle
SO 07.12.2025 – Tanzen für alle ab 13
SO 29.03.2026 – Tanzen für alle ab 60
SO 19.04.2026 – Choreographieren für alle
Jeweils 10:30-12:30 Uhr
€ 5 pro Teilnehmer:in
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Movies and Opera: Die drei Musketiere
Oper und Kino – zwei Kunstformen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, haben mehr gemeinsam, als man denkt. Beide erzählen Geschichten durch eine Kombination von Bild und Ton und beide zielen darauf ab, Emotionen zu wecken und das Publikum in ihren Bann zu ziehen.Umgekehrt inspirieren Filmmusik und Kinoästhetik zunehmend moderne Opernproduktionen. Regisseur:innen experimentieren mit Videoprojektionen und cineastischen Elementen auf der Opernbühne. Viele Bühnenwerke wurden verfilmt oder Werke des Musiktheaters haben ihre Stoffvorlage in Kinofilmen.
Gemeinsam möchten die Oper Graz und das Filmzentrum im Rechbauerkino dieser wechselseitigen Inspiration mit einer maßgeschneiderten Filmreihe – entlang des Spielplans der Oper Graz – nachgehen.
Alex Desmond, Cineast und Filmconnaisseur, nimmt sein Publikum dabei mit auf spannende, unterhaltsame und informative Reisen in die weite Welt der Filmgeschichte(n).
Die drei Musketiere
Regie: Richard Lester
Sprachfassung: engl. OmU
Produktionsland: Großbritannien / Panama / Spanien / USA
Erscheinungsjahr: 1973
Filmlänge: 103 Minuten
Darsteller: Michael York, Charlton Heston, Oliver Reed
Vor der Filmvorführung spricht Alex Desmond im Interview mit Dramaturgin Laura Bruckner und gewährt Einblicke in die aktuelle Operette Die drei Musketiere von Ralph Benatzky an der Oper Graz.
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Führung durch die Oper
Wer einmal ganz intensiv Musiktheaterluft schnuppern möchte, für den bietet die Oper Graz regelmäßig Führungen durch das Haus an. Beim rund einstündigen Rundgang entdecken die Besucher:innen nicht nur den Zuschauerraum neu, sondern auch verbogene Ecken hinter, über und unter der Bühne und nehmen das Opernhaus mit neuen Augen wahr.Führungen verfügbar auf DE , EN , IT ES , FR .
Stornierungen bitte telefonisch oder per Mail mitteilen.
Bei Verspätungen den Portier der Oper Graz unter 0316/8008 55 kontaktieren.
Regelmäßige Führungen
ca. 60 Minuten
An ausgewiesenen Samstagen (in der Spalte rechts) finden jeweils um 17:00 Uhr unsere fixen Führungen statt (Treffpunkt Foyer). Tickets dazu erhalten Sie vorab im Ticketzentrum am Kaiser-Josef-Platz 10 oder direkt vor Ort im Foyer der Oper an der Abendkassa.
Individuelle Führungen für Bildungseinrichtungen und Gruppen ab 7 Personen
ca. 60 Minuten
Nach vorheriger Anmeldung über die Buchungsmaske sind individuelle Führungstermine unter der Woche von 8 bis 10 Uhr und zwischen 14 und 18 Uhr möglich.
Backstage-Führungen für Schulen
jeweils 8:00-10:15 Uhr
Schüler:innen erhalten einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen und entdecken verschiedene Abteilungen wie Maske, Bühnentechnik und Requisite und schlüpfen am Ende sogar in die echten Kostüme der Profis auf der Bühne. Anmeldung über die Buchungsmaske.
Erwachsene: € 7,–
Student:innen: € 6,–
Schüler:innen: € 3,– (€ 5,– für Backstage-Führungen)
Kontakt:
Otmar Schober
Tel. 0676 51 95 070
Führung durch die Oper bewerten:
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Die Mediathek der Oper Graz bewerten:
Bewertungen & Berichte Die Mediathek der Oper Graz
Oper Graz
Bis heute kann die Grazer Oper auf eine lange Tradition der Komponisten- und Sängerpflege verweisen. Neben ihrem Ruf als Wagner- und Richard-Strauss-Stadt diente sie einer Vielzahl der bedeutendsten Künstler Österreichs als Sprungbrett für ihre Weltkarriere. So wirkten hier u. a. als Dirigenten Franz Schalk (später Direktor der Wiener Staatsoper), Clemens Krauß und Karl Böhm; Robert Stolz begann als Kapellmeister am Opernhaus, bevor er zu einem der gefeiertsten Komponisten der „leichten Muse“ wurde. Von den großen Sängerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts seien Ljuba Welitsch und Maria Kouba – beide unvergesslich als Salome – genannt, deren internationale Karrieren in Graz ebenso begonnen haben wie jener der aus Graz gebürtigen Mezzosopranistin Hertha Töpper. Ebenfalls zum Ensemble der Grazer Oper zählte die Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager, die hier ihr Rollendebut als Octavian („Der Rosenkavalier“) gegeben hat. Im Jahr 2015 zählte die Oper Graz zu den sechs Finalisten der International Opera Awards in der Kategorie „Bestes Opernhaus“. Auch für die International Opera Awards 2018 war die Oper Graz nominiert, dieses Mal in zwei Kategorien: einmal als „Bestes Opernhaus“ und einmal für die beste Gesamtaufnahme einer Oper auf CD für die Aufnahme von Bohuslav Martinůs Werk „Die Griechische Passion“. Tickets, Abos, PreiseTelefon: +43 (0)316 8000
Fax: +43 (0)316 8008 1565
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- Das Grazer Opernhaus wurde im neobarocken Stil erbaut und ist nach der Wiener Staatsoper das zweitgrößte Opernhaus in Österreich.