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Deutsches Nationaltheater

Das Deutsche Nationaltheater gehört zu den geschichtsträchtigsten Theatern Deutschlands und beherbergt neben einem exzellenten Schauspiel- und Musiktheaterensemble mit der Staatskapelle Weimar einen der ältesten Klangkörper Deutschlands – und das einzige A-Orchester Thüringens. Bespielt werden insgesamt sechs Bühnen im ganzen Stadtgebiet.

Kontakt

Deutsches Nationaltheater
Staatstheater Thüringen
Theaterplatz 2
D-99423 Weimar

Telefon: +49 (0) 36 43 / 755 334
Fax: +49 (0) 3643 / 755 321
E-Mail: service@nationaltheater-weimar.de

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Schauspiel

Rechnitz (Der Würgeengel)

Eine Auseinandersetzung von Elfriede Jelinek

Premiere: 21.2.2026

In einer Märznacht 1945, kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee, feiern die Gräfin Batthyány, Mitglieder der SS, örtliche Parteiprominenz und die Führer der Hitlerjugend im Schloss Rechnitz ein letztes großes Fest, das in die Ermordung von 200 jüdischen Zwangsarbeitern mündet. Sie werden auf einem Acker nahe dem Tatort verscharrt. Die Täter:innen tauchten unter oder flohen. Und die Einwohner:innen von Rechnitz will vor allem eins: nicht erinnert werden!

Die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek entwirft ein grandioses szenisches Tableau, das die Hintergründe und Folgen des grausamen Geschehens untersucht. Und sie beleuchtet den Umgang nachfolgender Generationen mit diesem Teil österreichisch-deutscher Geschichte.

Neben dem Schauspielensemble des DNT werden 30 Weimarer:innen als Chor zu erleben sein.

Inszenierung: Simone Blattner
Bühne: Martin Miotk
Kostüme: Andy Besuch
Musik: Christopher Brandt
Dramaturgie: Beate Seidel

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Oper

Der Mordfall Halit Yozgat

Eine musikalische Gegenrecherche von Ben Frost und Petter Ekman

Premiere: 12.3.2026

Oper von Ben Frost und Petter Ekman
nach der Gegenrecherche 77sqm_9:26min von Forensic Architecture
Libretto: Daniela Danz
Uraufführung: 1. Mai 2022, Hannover

Am 6. April 2006 wurde Halit Yozgat in einem Internetcafé in Kassel von Unbekannten erschossen. Erst fünf Jahre später wird der Mord von den Behörden als rechtsextremistisch eingestuft und dem sogenannten »Nationalsozialistischen Untergrund« zugeordnet. Doch zu viele Fragen bleiben offen – so war ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes zur Tatzeit vor Ort, will den Mord aber nicht bemerkt haben.

Enttäuscht von der juristischen Aufarbeitung beauftragten Halit Yozgats Eltern das Forscher:innenteam »Forensic Architecture«, den Tathergang nachzustellen. Dessen Recherche bildet die Grundlage für Ben Frosts Oper: Immer wieder werden uns verschiedene Versionen der Tat gezeigt. Was bedeutet es für uns als Gesellschaft, dass eine rechtsextreme Mordserie und ihre Hintergründe bis heute nicht vollständig geklärt sind?

Joanna Lewicka nimmt sich dieser Leerstelle mit ihrer klaren und bildstarken Regiesprache an, für die sie 2024 mit dem renommierten Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Schauspiel ausgezeichnet wurde.

Musikalische Leitung: Marco Alibrando
Inszenierung: Joanna Lewicka
Bühne und Kostüme: Norbert Bellen
Video: Aleksander Janas
Dramaturgie: Sören Sarbeck

in deutscher Sprache

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Oper

Die tote Stadt

Ein packender Psychothriller von Erich Wolfgang Korngold

Premiere: 21.3.2026

Oper in drei Bildern von Erich Wolfgang Korngold
Libretto: Paul Schott frei nach Georges Rodenbachs Roman »Bruges-la-Morte«

Jahrelang versinkt Paul in Erinnerungen an seine tote Frau Marie. Doch dann begegnet er der Tänzerin Marietta, die der Verstorbenen zum Verwechseln ähnlich sieht. Fasziniert und zunehmend besessen versucht Paul das Unmögliche: seine tote Frau endlich zurückzugewinnen …

Korngolds betörendes Werk, komponiert im Alter von 20 Jahren, führt uns tief in die dunklen Verästelungen der menschlichen Psyche. Stilistisch verankert im sinnlich-düsteren Fin de Siècle, feierte die Oper bei ihrer Uraufführung triumphale Erfolge, bis die Nationalsozialisten ihren Siegeszug auf deutschen Bühnen abrupt
stoppten.

Über ein Jahrhundert nach der letzten Weimarer Aufführung ist dieses hypnotische Meisterwerk nun endlich wieder am DNT zu erleben. Dominik Beykirch kehrt für diese Produktion ans Haus zurück und entfacht gemeinsam mit der Staatskapelle spätromantischen Zauber. Regisseur und Operndirektor Dorian Dreher spürt den Trugbildern von Illusion und Wahrheit nach.

Musikalische Leitung: Dominik Beykirch
Vorstellungsdirigate: Daniel Carter
Inszenierung: Dorian Dreher
Bühne: David Hohmann
Kostüme: Verena Polkowski
Dramaturgie: Charlotte Hennen
Chorleitung: Jens Petereit
Einstudierung: schola cantorum weimar

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© Sandra Then
Musiktheater

Der Barbier von Sevilla

Eine haarige Komödie von Gioachino Rossini

Opera buffa in zwei Akten von Gioachino Rossini
Libretto: Cesare Sterbini nach »Le barbier de Séville« von Beaumarchais

Wer in Sevilla Hilfe braucht, geht zum Friseur – Figaro findet für jedes Problem eine Lösung. Diesmal jedoch hat er eine besonders harte Nuss zu knacken: Die eingesperrte Rosina will aus dem Haus ihres strengen Vormunds Bartolo befreit werden. Deshalb wird ihr (mehr oder weniger überzeugend) kostümierter Geliebter Graf Almaviva bei Bartolo eingeschleust und die Komödie nimmt ihren Lauf …

Mit diesem italienischen Meisterwerk schuf Rossini einen der Evergreens der komischen Oper. In der Tradition der Commedia dell’Arte treffen die Charaktere in explosiven Situationen aufeinander, in denen sich alle ihre Pläne in Luft auflösen. Regisseurin Ilaria Lanzino bringt das Verwirrspiel wild und zeitgemäß auf die Bühne – unter Rückgriff auf so manche Filmklassiker, die ähnlich wie die Opera buffa vom fröhlichen Variieren der eigenen Klischees leben.

Musikalische Leitung: Marco Alibrando
Vorstellungsdirigate: Johannes Bettac
Inszenierung: Ilaria Lanzino
Bühne und Kostüme: Dorota Karolczak
Chorleitung: Jens Petereit
Dramaturgie: Sören Sarbeck
Video: who-be

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Schauspiel

Weiße Rose: Stimmen des Widerstands

Musikalisches Rechercheprojekt von jungen Erwachsenen

Was bedeutet es, Widerstand zu leisten und wann ist der Moment dafür gekommen? Eine Gruppe junger Erwachsener erkannte 1942 die Bedrohlichkeit des NS-Regimes in Deutschland. Unter dem Namen »Weiße Rose« riefen sie mit Flugblättern zum Widerstand auf und forderten Freiheit.

Gemeinsam mit jungen Erwachsenen und den beiden Sänger:innen des Thüringer Opernstudios will das Theaterduo hashtagmonike (Henrike Commichau und Mona Vojacek Koper) erforschen, was Widerstand heute bedeutet und wann er geboten ist. Ausgehend von der »Weißen Rose« und ihren Mitgliedern sollen Ausdrucksmöglichkeiten für den abstrakten Begriff ›Widerstand‹ gesucht werden, um seiner Geschichte und Bedeutung näher zu kommen.

Musikalische Leitung: Emanuel Winter
Künstlerische Leitung: hashtagmonike
Bühne und Kostüme: Lara Arnold
Dramaturgie: Stefanie Heiner / Charlotte Hennen

Stückentwicklung in deutscher Sprache

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Schauspiel

Draußen vor der Tür

Eine Gedenkfeier nach Wolfgang Borchert

Im Jahr 1947 starb der junge Autor Wolfgang Borchert mit 26 Jahren an den Folgen des Zweiten Weltkriegs. Sein bekanntestes Werk ist das expressionistische Sprachfeuerwerk über den Kriegsheimkehrer Beckmann, der auf der Suche nach Verantwortung für sein zerstörtes Leben auf eine Gesellschaft trifft, die keinen Raum für seine Fragen, Ängste und Nöte hat und ihn als Außenseiter isoliert.

In einem gemeinsamen feierlichen Akt der Enthüllung eines Denkmals versucht das Ensemble, die Figur des Beckmann von den Geistern auferstehen zu lassen. Dabei ergründen sie die Konsequenzen des Traumas einer ganzen Generation und stellen erneut Beckmanns Frage nach Schuld und Verantwortung.

Schauspieldirektor Timon Jansen präsentiert diesen Klassiker in seiner vielbeachteten Basler Inszenierung dem Weimarer Publikum.

»Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will«
von Wolfgang Borchert

Inszenierung: Timon Jansen
Bühne: Laura Knüsel
Bühnenadaption Weimar: Philip Rubner
Kostüme: Lenki Behm
Dramaturgie: Theresa Selter

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© Candy Welz
Schauspiel

Kairos

Liebesgeschichte in Zeiten des Umbruchs basierend auf dem Buch »Kairos« von Jenny Erpenbeck

Schauspiel basierend auf dem Roman von Jenny Erpenbeck in einer Theaterfassung von Beate Seidel

Ostberlin Ende der Achtziger: Die 19-jährige Katharina verliebt sich in den mehr als 30 Jahre älteren Hans. Hans ist verheiratet, hat einen Sohn und ist als Schriftsteller Teil der Ostberliner Kunstszene.
Katharina ist fasziniert von diesem Mann, der ihr mit Kunst und Philosophie neue Welten eröffnet. Sie empfindet diese Begegnung als besonderen Augenblick: als »Kairos«. Doch zunehmend schreibt ihr Hans vor, wie sich ihre Liebesgeschichte entfalten darf. Während sie darum kämpft, sich aus dem vergifteten Beziehungsgeflecht zu lösen, bricht das politische System der DDR zusammen.

Jenny Erpenbecks Erfolgsroman wurde 2024 mit dem renommierten »International Booker Prize« ausgezeichnet und ist nun in einer Theaterfassung am DNT zu sehen. Auf der Studiobühne werden Hans und Katharina in einer schmerzhaften Rückschau den Leerstellen ihrer eigenen Geschichte auf die Spur kommen.

Inszenierung: Beate Seidel
Bühne und Kostüme: Silja Reimer
Dramaturgie: Eva-Sophia Haußen
Video: who-be
Musik: Johannes Winde

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© Candy Welz
Familientheater

Gullivers Reisen

Eine fantastische Weltumseglung von Lulu Raczka

Schauspiel von Lulu Raczka entwickelt mit dem Ensemble der Produktion am Unicorn Theatre nach dem gleichnamigen Roman von Jonathan Swift
Deutsch von Ulrike Syha

Grace soll im Haushalt mithelfen und hat keine Zeit mehr zum Tanzen und Spielen. Dabei ist sie doch noch ein Kind! Also träumt sich Grace mithilfe ihrer Fantasie davon – sie verwandelt sich in Gulliver, den abenteuerlustigen Weltumsegler aus dem Roman von Jonathan Swift. Auf ihren Reisen trifft sie auf wundersame Kreaturen, überwindet große Gefahren und schließt unerwartete Freundschaften. Doch irgendwann muss sie zurück zu ihrer Familie …

Die britische Autorin Lulu Raczka erzählt Swifts fantastischen Klassiker von 1726 als berührendes Theaterstück über die zeitlose Kraft von Geschichten.

Regisseurin Jaz Woodcock-Stewart erweckt Gullivers berühmte Reisen in einer höchst einfallsreichen Show zum Leben. In Weimar inszeniert sie ihren Theaterhit aus London für die ganze Familie.

Inszenierung: Jaz Woodcock-Stewart
Bühne und Kostüme: Rosanna Vize
Mitarbeit Kostüm und Bühne: Alys Whitehead
Sounddesign: Owen Crouch
Musik: Ben Ringham
Videodesign: Jack Baxter
Lichtdesign: Josh Gadsby
Dramaturgie: Theresa Selter

Ensemble der Stückentwicklung am Unicorn Theatre: Leah Brotherhead, Mae Munuo, Sam Swann, Jacoba Williams
Videodesign der Produktion am Unicorn Theatre: Jack Phelan and Jack Baxter

Uraufführung: 6. März 2022, London
Deutsche Erstaufführung

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Musical

Kiss me, Kate

Musical übers Verlieben und Betrügen von Cole Porter und Sam & Bella Spewack

Musik und Gesangstexte von Cole Porter
Buch von Sam und Bella Spewack
Deutsch von Susanne Wolf

Musicalstar Lilli Vanessi und ihr Produzent und Spielpartner Fred Graham haben eine Beziehungskrise: In der Musical-Version von Shakespeares Komödie »Der Widerspenstigen Zähmung« fliegen zwischen ihnen die Fetzen. Und als dann noch zwei theaterliebende Gangster ins Spiel kommen, um Fred zu erpressen, entfaltet sich ein irrwitziger Krimi, der für komödiantische Verwirrung sorgt.

Wie kann man Herzen brechen? »Schlag nach bei Shakespeare!«, lautet ein Tipp für alle. Dieser und viele weitere Ohrwürmer machten das Musical seit seiner Uraufführung 1948 zu einem Welterfolg.

Der preisgekrönte Schauspieler und Regisseur André Kaczmarczyk wird den Broadway-Hit inszenieren und die Geschichte voller Beziehungskrisen dabei bunt und aus heutiger Perspektive beleuchten.

Uraufführung: 30. Dezember 1948, New York
Zuletzt am DNT: Spielzeit 1969/70

in deutscher Sprache

Die Aufführung von KISS ME, KATE erfolgt durch besondere Vereinbarung mit Concord Theatricals GmbH, namens und im Auftrag von Tams-Witmark LLC.

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© Candy Welz
1 Schauspiel

Felix Krull

Bekenntnisse eines Hochstaplers von Thomas Mann

Er ist der Meister der Täuschung: Schon als Kind durchschaut Felix Krull das Bedürfnis der Menschen, verführt zu werden. Er heuert in einem Hotel als Liftboy an und steigt in atemberaubender Geschwindigkeit zum Oberkellner auf. Auf schelmische und beinahe liebenswürdige Weise erlangt er einen Vorteil nach dem anderen.

Die fiktive Lebensgeschichte des bekanntesten Hochstaplers der deutschen Literatur beschäftigte Thomas Mann sein ganzes Leben lang: 1910 als Parodie auf Goethes »Dichtung und Wahrheit« begonnen, schloss er das Werk ein Jahr vor seinem Tod in der Schweiz ab.

2025 feiern wir den 150. Geburtstag von Thomas Mann. Zu diesem Jubiläum lädt uns Schauspieldirektor Timon Jansen in Krulls Gedankenwelt ein. Wie schnell ergreifen Lüge und Schein von der Gesellschaft Besitz? Mit dem Schauspieler Tim Freudensprung erzählt er uns in einem Monologabend von der Sehnsucht nach dem Erfundenen.

Schauspiel nach dem Roman »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull« von Thomas Mann in einer Theaterfassung von Eva Haußen

Inszenierung: Timon Jansen
Bühne und Kostüme: Silja Reimer
Sounddesign: Rupert Jaud
Fassung und Dramaturgie: Eva-Sophia Haußen

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Musiktheater

Heute Nacht oder Nie

Ein Abend mit den Comedian Harmonists

Musiktheater von Dirk Sobe & Sören Sarbeck

Die Comedian Harmonists lieferten den Sound für die Weimarer Republik. 1928 in einer Berliner Mansarde gegründet, gelang ihnen bald der internationale Durchbruch. Doch die Karriere des Sextetts währte nur kurz: 1935 erhielten die drei jüdischen Mitglieder im nationalsozialistischen Deutschland Berufsverbot und emigrierten ins Ausland. Ihr Repertoire zwischen Jazz, Schlagern und Komik ist bis heute fester Teil unserer Erinnerungen an diese Zeit.

Mit frechen Arrangements, frischen Texten und neuen Gesichtern kehren die Comedian Harmonists zurück auf die Bühne des DNT und lassen Lieder und Geschichte der legendären Gruppe lebendig werden – von »Ein Freund, ein guter Freund« bis »Mein kleiner grüner Kaktus«.

Musikalische Leitung und Einstudierung: Dirk Sobe
Inszenierung: Geertje Boeden
Ausstattung: Philip Rubner
Choreographie: Nadja Görts
Video: who-be
Dramaturgie: Sören Sarbeck

Dauer: 1 Std. 25 Min

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Schauspiel

Euridice

Die allererste Oper von Jacopo Peri

Euridice und Orfeo heiraten. Die Stimmung ist ausgelassen und allesscheint perfekt. Doch die Geliebte stirbt. Wie soll der hilflose Orfeo mit dem plötzlichen Tod seiner Braut fertig werden? In seiner Verzweiflung lässt er sich darauf ein, ihr in die Unterwelt zu folgen, um sie zurückzugewinnen. Die erste vollständig überlieferte Oper der Musikgeschichte ergründet die Höhen und Tiefen der menschlichen Gefühlswelt. In enger Verbindung von Sprache und Musik kommen wir den Figuren und ihren Emotionen nahe. Jochen Biganzoli und William Shaw verweben die Motive der antiken Orpheus- Erzählung mit den großen Fragen nach dem Leben und seinem Ende. In Kooperation mit der Hochschule für Musik Franz Liszt lassen wir die mythischen Charaktere der Oper von 1600 erstmals in Weimar lebendig werden.

Oper in einem Prolog und sechs Szenen von Jacopo Peri
Libretto: Ottavio Rinuccini
Uraufführung: 6. Oktober 1600, Florenz

William Shaw (Musikalische Leitung)
Jochen Biganzoli (Inszenierung)
Wolf Gutjahr (Bühne)
Katharina Weissenborn (Kostüme)
Charlotte Hennen (Dramaturgie)

in deutscher Sprache

Kooperation mit der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

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© Candy Welz
Schauspiel

Iphigenie

Eine Heimsuchung von Johann Wolfgang von Goethe & Julienne De Muirier

Ihr eigener Vater will Iphigenie opfern, doch die Göttin Artemis greift im letzten Moment ein und entführt sie auf das fremde Tauris. Dort lebt die Gerettete fernab ihrer Heimat als Priesterin der Göttin. Von den Furien verfolgt, strandet auch ihr Bruder Orest auf der Insel. König Thoas verlangt, dass der Fremde geopfert wird. Doch Iphigenie erkennt ihren Bruder und versucht alles, um den blutigen Brauch zu beenden und den Fluch ihrer Familie zu brechen. Goethe selbst bezeichnete sein Meisterwerk der Weimarer Klassik als »verteufelt human«. Bis heute steht sein Schauspiel für das Ideal menschlichen Friedens und den Beginn des klassischen Zeitalters in der Literatur.

Miriam Ibrahim begeistert durch ihr ritualhaftes Zusammenspiel der Theatermittel. Die Regisseurin erarbeitet mit der Autorin Julienne De Muirier eine neue Perspektive auf Goethes Klassiker: als Übung gewaltlosen Widerstands, als Ausweg aus den Zwängen der Vergangenheit und als Begegnung mit dem Fremden.

Miriam Ibrahim (Regie)
Nicole Wytyczak (Bühne )
Andrea Barba Hallal (Kostüme)
tracy september (Sound Design )
Timon Jansen / Beate Seidel (Dramaturgie)
Jörg Hammerschmidt (Licht)
Amon Ritz (Video)

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Jugendtheater

Maschallah

Stückentwicklung von und mit jungen Menschen aus Weimar und Umgebung / 14+

»Maschallah« ist ein Wortspiel. Es bedeutet Anerkennung, Freude über ein Ereignis oder eine Person. Zugleich verbirgt sich dahinter der Name der Autorin, mit der sich dieses Theaterprojekt beschäftigt: Mascha Kaléko.

Ihre Gedichte, die von einer genauen Beobachtungsgabe und scharfsinnigem Witz leben, können heilsam wirken. Sie sind biografisch und in ihrer Aktualität anregend und zeitlos. Kaléko schreibt hoffnungsvoll gegen den Alltag an: »Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten ... Zerreiß deine Pläne und halte dich an Wunder.«

Mit einer Gruppe junger Menschen aus Weimar und Umgebung haben wir uns dem Werk und Leben der Autorin gewidmet, herausgefunden, wie ihre Verse gesprochen, gesungen, erspielt und vertont klingen - und wie sie vor allem Brücken schlagen zu den eigenen Erfahrungen und den Familiengeschichten, die wie Mascha Kalékos Biografie von den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts geprägt sind.

»Alltagspoesie« werden Kalékos Verse oft genannt.
Sie können an Bushaltestellen, in Zügen, in der Arbeitspause oder einfach abends vorm Einschlafen gelesen werden, immer werden sie mit ihrem trockenen Witz, ihrer Lebensklugheit nachklingen. Ein Abend für Lyrikliebhaber*innen, für Fans der neuen Sachlichkeit, für Jung und Alt, für alle, die Werke Mascha Kalékos schon kennen oder (neu)entdecken möchten.

Mit Kompositionen von Dota Kehr.

Regie: Angelika Andrzejewski
Dramaturgie: Beate Seidel
Bühne und Kostüme: Silja Reimer
Musik: Jannik Strohm
Choreographie: Maya Gomez
Vocal Coaching: Annika Bosch
Regieassistenz: Emilie Losfeld / Jan Port

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Schauspiel

FAUST. Der Tragödie erster Teil

Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe

Gejagt durch eine Wette, die das Verweilen im Augenblick unmöglich macht, taumelt Heinrich Faust von ›Begierde zu Genuss‹ und verschmachtet im ›Genuss nach Begierde‹.
»Faust. Der Tragödie erster Teil« spiegelt das Dilemma der menschlichen Existenz in einer Welt, in der es immer höher, schneller und weiter gehen muss.

Vor 250 Jahren, im Jahr 1775, kommt der junge Johann Wolfgang Goethe in Weimar an und wird Fürstenerzieher. In der Tasche hat er die später »Urfaust« genannte allererste Variante seiner Faustdichtung. In Weimar, dann während seiner Italienreise und befördert durch die Ermutigung seines Dichterfreundes Schiller wächst das Manuskript, das 1808 als »Faust. Der Tragödie erster Teil« abgeschlossen wird.

Darin hadert der in die Jahre gekommene Wissenschaftler Heinrich Faust mit sich und dem ganzen Universum. Sein Drang das ›Unbedingte in einer bedingten Welt‹ zu erringen, stößt sich an den Grenzen, die ihm physisch und moralisch auferlegt sind. Der Pakt mit Mephisto, dem Teufel, bietet einen Ausweg aus diesem Dilemma, auch wenn der Preis hoch ist: Denn Innehalten, und sei es auch nur für einen Augenblick, schließt sich von da an aus. Die Jagd nach Selbstverwirklichung, flüchtigem Genuss und Selbstoptimierung hat begonnen. Und sie fordert Opfer.

Jan Neumann, der sich schon mehrmals auf der Bühne des DNT mit dem klassischen Kanon auseinandergesetzt hat, wird diesmal Faust I auf die Bühne bringen und ganz im Sinne des Dichters an die Prämisse im ›Vorspiel auf dem Theater‹ anknüpfen: »So schreitet in dem engen Bretterhaus/ Den ganzen Kreis der Schöpfung aus,/ Und wandelt mit bedächt'ger Schnelle/ Vom Himmel durch die Welt zur Hölle.«

Regie: Jan Neumann
Bühne: Matthias Werner
Kostüme: Nini von Selzam
Musik: Johannes Winde
Dramaturgie: Beate Seidel
Licht: Jörg Hammerschmidt
Video: who-be

Dauer: 3 Std. 30 Min, eine Pause

Einführung: 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer

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Oper

La Traviata

Oper von Giuseppe Verdi

Libretto von Francesco Maria Piave

Kurtisane auf Abwegen: In einem der heute beliebtesten Werke Verdis eroberte sich zu dessen Uraufführung 1853 in Venedig zum allerersten Mal ein Stoff der Gegenwart in einer opera seria, d.h. einer ernsten Oper die Bühne. Zum tief bewegenden Dreiklang aus Liebes-, Todes- und Vergnügungsmusik verfolgt Violetta Valéry kompromisslos ihren Anspruch auf Selbstbestimmung, stellt kurzerhand ihr Leben auf den Kopf und bezahlt dafür, wie im Kapitalismus üblich, einen hohen Preis. Nach ihrer erfolgreichen »Aida« der nächste Verdi-Klassiker von Andrea Moses und Dominik Beykirch.

Nach Alexandre Dumas’ Erfolgsroman »Die Kameliendame« und dessen gleichnamigem Theaterstück schufen Verdi und sein Librettist Piave ein dichtes musikdramatisches Gesellschaftsportrait aus der Epoche des wild wuchernden Kapitalismus im Paris der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dafür inszenierten sie eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung: Als sich die todkranke Violetta Valéry, die ihre Freiheit mit der Abhängigkeit von zahlungskräftigen Liebhabern bezahlt, eine Liebesbeziehung mit dem mittellosen Studenten Alfredo Germont leistet, dringt dessen Vater Giorgio Germont in die ländliche Idylle der Liebenden ein und zerstört die Mesalliance. Um der Rettung der Familienehre willen drängt er Violetta zum Verzicht auf seinen Sohn, dem kurzerhand der Treuebruch Violettas vorgaukelt wird. Erst am Sterbebett Violettas gelingen die vermeintliche Versöhnung, Läuterung und Erlösung der »entgleisten« Frau …

Verdis Musik zeichnet mit wenigen, aber umso eindrücklicheren Mitteln Gesellschaftsbilder, deutet die handelnden Figuren und deren Auseinandersetzungen meisterlich aus und pendelt dabei zwischen rasanter Lebensgier und ätherischer Todesnähe. »La traviata« hat bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren und erschüttert und rührt uns angesichts unserer eigenen Gegenwart immer noch. Ganz im Geist des Kapitalismus entfaltet diese Oper ein Drama weiblicher Selbstverwirklichung als verhängnisvolles Zusammenspiel aus komplexer Schuld, panischer Todesgewissheit und heillosen Erlösungsfantasien.

Nach ihrer Erfolgsproduktion »Aida« aus dem Jahre 2021 bringen Operndirektorin Andrea Moses und Musikdirektor Dominik Beykirch ihren nächsten Verdi-Klassiker, der um elektroakustische Inlays der Komponistin Brigitta Muntendorf erweitert wird, gemeinsam auf die Weimarer Opernbühne.

Musikalische Leitung: Daniel Carter
Vorstellungsdirigat am 2.1.2026: Marco Alibrando
Regie: Andrea Moses
Bühne: Raimund Bauer
Kostüme: Anja Rabes
Dramaturgie: Michael Höppner
Elektroakustische Inlays: Brigitta Muntendorf
Licht: Jörg Hammerschmidt
Videodesign und Live-Kamera : Andrea Gabriel
Choreinstudierung: Jens Petereit

In italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln

Stückdauer 2 Std. 45 Min.

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© Candy Welz
Schauspiel

Der Geisterseher

Ein Stadtkrimi von Friedrich Schiller

Ein junger Prinz wird in Venedig in einen Strudel rätselhafter Ereignisse gezogen: Er wird verfolgt, erhält unheilvolle Prophezeiungen und gerät immer tiefer in die Fänge eines Geheimbunds. Hin- und hergerissen zwischen Rationalität und dem Übersinnlichen wird er zum Ziel einer politischen Intrige. Was passiert, wenn die Kräfte der Vernunft ins Wanken geraten?

Angesiedelt zwischen Kriminalroman und philosophischer Studie erzählt Friedrich Schillers Publikumserfolg von unserer bis heute anhaltenden Faszination für Verschwörungen und das Unheimliche.

Der französische Regisseur Robin Ormond versetzt das fiktive
Venedig in den Weimarer Stadtraum der Gegenwart. Das Publikum folgt dem jungen Prinzen in ein fesselndes Verwirrspiel zwischen Schein und Realität.

Schauspiel nach dem gleichnamigen Romanfragment von Friedrich Schiller

Inszenierung: Robin Ormond
Ausstattung: Pauline Schwarz
Dramaturgie: Theresa Selter
Komposition/Sounddesign: Johannes Winde

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© Candy Welz
Schauspiel

Stella

Ein Schauspiel für Liebende von Johann Wolfgang von Goethe

Cäcilie reist zur Baronesse Stella, um für ihre Tochter eine Anstellung zu finden. Obwohl sich die zwei Frauen kaum kennen, vertrauen sie sich einander an. Beide wurden von ihrem Geliebten verlassen. Als Fernando ebenfalls eintrifft, um Stella wiederzusehen, wird Cäcilie bewusst: Er ist der Vater ihrer Tochter und derselbe Mann, den auch Stella liebte.
Die Vorstellung einer Dreierbeziehung geriet bei der Hamburger Uraufführung zum Skandal. 30 Jahre später erarbeitete Goethe eine Weimarer Fassung mit tragischem Schluss, die schließlich den Beifall des Publikums fand.
Regisseurin Patricija Katica Bronić untersucht in ihrer Inszenierung unser heutiges Verhältnis zu Gemeinschaft und Gefühlen. Im Spiel mit Erwartungen eröffnet sie eine fantasievolle Welt der Liebenden.

Inszenierung: Patricija Katica Bronić
Bühne und Kostüme: Jana Furrer / Lenki Behm
Sounddesign / Komponist: Mischa Nüesch
Dramaturgie: Hermann Mueller

Dauer: 1 Std. 25 Min.

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© Candy Welz
Schauspiel

Werther

Ein musikalischer Briefroman von Jules Massenet

Lyrisches Drama in vier Akten von Jules Massenet
Libretto: Édouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach dem Roman »Die Leiden des jungen Werthers« von Johann Wolfgang von Goethe

Die literarische Sensation des 18. Jahrhunderts: Der junge Werther verzweifelt an seiner unglücklichen Liebe zur bereits verlobten Lotte und sieht keinen anderen Ausweg als den Suizid.

Über 100 Jahre trennen »Die Leiden des jungen Werthers« von Massenets Vertonung. Beide Werke verblüffen mit ihren unterschiedlichen Zugängen: In Goethes Roman ist Werther ein freigeistiger Künstler, der nach Selbstverwirklichung sucht. In der Oper? Ein Liebesträumer, der sich fern aller Konventionen in seiner Schwärmerei verliert.

Mit diesem Klassiker eröffnen wir unsere neue Reihe »Pop-Up-Oper.
Erleben Sie beliebte Musiktheaterwerke am DNT packend und intensiv!

Musikalische Leitung: Marco Alibrando
Inszenierung: Dorian Dreher
Bühne: Philip Rubner
Kostüme: Mara Lena Schönborn
Dramaturgie: Sören Sarbeck

Uraufführung: 16. Februar 1892, Wien
Zuletzt am DNT: Spielzeit 2014/15

in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

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Schauspiel

Hoffnung – schiller synthesized

Schiller-Balladen und Elektro-Sounds

Wäre Schiller in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geboren worden, er hätte sicher zu den großen Erzählern des modernen Kinos gehört und vielleicht eine spannende Serie kreiert, die uns allabendlich vor die Bildschirme bannen würde. Denn das sind seine Dramen, aber vor allem auch seine Balladen: eindrückliche, spannende, hochemotionale Geschichten, die ihre Leser*innen oder Zuhörer*innen zu fesseln vermögen. Darin begegnet man wilden Tieren, dem tobenden Meer oder gefährlichen Räuberbanden; geht es um unverbrüchliche Treue, um die geheimnisvolle Macht der Kunst oder um die Folgen menschlicher Hybris. Aber auch komödische Sujets liefert uns der Dichter, in denen er sich als Poet selbst auf die Schippe nimmt.

Gemeinsam mit den beiden Schlagwerkern Simon Lauer und Timo Schmeichel, die sich mit ihrer Veranstaltungsreihe »Anschlag« ein eigenes Publikum erworben haben, wird Sebastian Kowski diese Geschichten zum Leben erwecken. Auf ungewöhnliche Weise: Im Gewand elektronisch animierter Drum-Sounds, unterstützt von Live-Klängen neuartiger Synthesizer mit ihren unterschiedlichsten Spielweisen und ergänzt durch herkömmliche Instrumente, können Sie aufregendes »storytelling« mit Gedichten und Balladen von Friedrich Schiller erleben.

Marie-Christin Riedel (Kostüme)
Beate Seidel (Dramaturgie)

Stückdauer: 1 Std.

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Kindertheater

Die Königin der Farben

Musiktheater von André Kassel nach dem Bilderbuch von Jutta Bauer / ab 4 Jahren

Die Königin Malwida ist Herrscherin über ein ganzes Himmelreich an Farben. Wenn sie ruft, kommen ihre Untertanen und machen ihr Leben bunt. Doch Blau, Rot und Gelb haben auch ihren eigenen Kopf und so ist das Zusammenleben nicht immer nur harmonisch. Mit einfachen Mitteln und eigens dafür komponierter Musik erzählen wir diese poetische Geschichte von Jutta Bauer neu. Und so bekommen Rot, Blau und Gelb Instrumente zur Seite gestellt, die ihre Wirkung noch verstärken. Denn Farbe und Musik sind aus unserem Leben nicht wegzudenken und die idealen Hilfsmittel, um unsere Gefühle auszudrücken.

Ioana Petre ist seit der Spielzeit 2017/2018 als Regieassistentin am DNT engagiert. Sie hat bereits mehrere Stücke für Kinder am Teatrul Ion Creanga in Bukarest inszeniert und stellt sich mit dieser Arbeit erstmals als Regisseurin in Weimar vor.

Bühnenfassung von Judith Drühe und Ioana Petre

André Kassel (Musikalische Leitung)
Ioana Petre (Regie)
Josephine Kapust (Bühne und Kostüme)
Judith Drühe (Dramaturgie)

Stückdauer: 50 Min.

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Schauspiel

Kannawoniwasein – Manchmal muss man einfach verduften

Ein Roadmovie von Martin Muser

für die Bühne bearbeitet von Bastian Heidenreich und Eva Bormann

Gleich die erste Zugfahrt alleine birgt für Finn Ärger, dann aber ein unerwartetes Abenteuer. Dazu trägt vor allem Jola bei, die Finn unerschrocken zur Seite steht. Ein überraschendes Roadmovie, das zeigt, dass ein kreativer Umgang mit Regeln manchmal sehr hilfreich sein kann.

Zum ersten Mal darf Finn alleine mit der Bahn fahren, nach Berlin – und prompt passiert es: Er wird beklaut. Klingelt da was? Finn jedenfalls, da die Schaffnerin ihm einfach nicht glauben will, muss den Zug vorzeitig verlassen und wird der Polizei übergeben. Die verursacht aber erstmal einen Auffahrunfall. Finn würde geduldig im Polizeiauto sitzen bleiben, wäre da nicht Jola, die plötzlich ans Fenster klopft und ihn zum Verduften ermutigt. Und eh Finn es sich versieht, brennen die beiden durch. Damit aber nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Jola bringt sogar einen Traktor zum Laufen und die beiden machen sich auf den Weg nach Berlin. Unterwegs treffen sie nicht nur den Alten Fritz, sondern auch eine Rockerbande, deren eines Mitglied Finn verdächtig bekannt vorkommt.

Der Autor Martin Muser verheimlicht in seinem 2018 erschienenen und seither vielfach ausgezeichneten Roman gar nicht erst, dass die Geschichte an einen Kinderbuchklassiker erinnert und lässt Jola ausrufen: »Das ist ja genau wie in dem Buch … mit Emil und diesem gemeinen Herrn Grundeis!« Wo Kästners Emil eine ganze Bande begleitet, stellt Muser Finn die unerschrockene Jola zur Seite und gemeinsam lassen die beiden den gemeinen Rucksackdieb schließlich ziemlich alt aussehen.

Regie: Bastian Heidenreich
Ausstattung: Sara Drasdo
Dramaturgie: Eva Bormann

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Schauspiel

Die Leiden des jungen Werthers

Schauspiel nach dem Briefroman von Johann Wolfgang Goethe

Theaterfassung von Swaantje Lena Kleff, Eva Bormann und Beate Seidel

Die Suche nach dem Ich, die Rebellion gegen gesellschaftliche Schranken und eine unerfüllte Liebe - all das bietet Goethes unsterblich gewordene Jugenddichtung, die zum Kanon deutscher Literaturgeschichte gehört.

250 Jahre ist es her, dass der Briefroman des jungen Goethe auf der Leipziger Buchmesse erschien und über Nacht zum Bestseller wurde.

Werther, ein Rechtspraktikant, landet in einer Erbschaftsangelegenheit seiner Mutter im idyllischen Dörfchen Wahlheim. Dort lernt er Lotte, die älteste Tochter des verwitweten Amtmann S. kennen, die sich um ihre acht Geschwister kümmern muss. Ihre Zugewandtheit und Fürsorglichkeit berühren ihn tief. Er, der auf der Suche nach einem Lebenssinn ist, schwankend zwischen übergroßem Lebensverdruss und überbordender Lebensfreude, entdeckt in der jungen Frau all das, was ihm zum Glücklichsein fehlt. Aber Lotte ist Albert versprochen, einem gut situierten, redlichen Geschäftsmann. Der Versuch einer schwärmerischen Menage á trois misslingt. Werther flieht, verdingt sich als Angestellter an einem Fürstenhof und verzweifelt an der Enge des bürgerlichen Daseins und der Unerfüllbarkeit seiner Liebe.

Das Aufbegehren des Ichs gegen die Schranken von Herkunft und Tradition und die unbändige Kraft der im Roman geschilderten Gefühle lösten nach der Veröffentlichung v.a. beim jungen Publikum eine wahre Lesesucht aus. Shitstorm und Heiligsprechung folgten prompt. Doch das Interesse an dieser großartigen Jugenddichtung ging zu keiner Zeit verloren. Nun wird Hausregisseurin Swaantje Kleff eine Theaterfassung des Goetheschen »Werther« auf die Bühne des DNT bringen.

Swaantje Lena Kleff (Regie)
Philip Rubner (Bühne)
Anne Horny (Kostüm)
Ludwig Peter Müller (Musik)
Romina Geppert (Choreografie)
Andreas Heptner (Licht)
Beate Seidel / Eva Bormann (Dramaturgie)

Für diese Inszenierung bieten wir 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn eine Einführung in unserem Foyer an.

Stückdauer: 2 Std.

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Schauspiel

Ich liebe dir. Aber lass dich nicht übern Haufen schießen

Monolog von Dirk Laucke

Papa Maik bewohnt seit 2020 die Studiobühne des DNT und sinniert angesichts der Tatsache, dass sein Sohn Chris ihn im sogenannten »Dunkeldeutschland« nicht besuchen mag, über das komplizierte deutsch-deutsche Binnenverhältnis. Inzwischen aber ist Chris erwachsen geworden und fällt eigene Lebensentscheidungen, die mit Maiks Weltsicht nicht unbedingt übereinstimmen. Chris will zur Bundeswehr. Papa Maik dagegen war, die Wende 1989/90 hat es möglich gemacht, Wehrdienstverweigerer. Das Gespräch zwischen Vater und Sohn darüber findet allerdings wieder nur fiktiv statt. Denn Maik sitzt immer noch allein in seiner Bude und wartet voller Sehnsucht auf seinen Sohn …

Erneut spiegelt Dirk Laucke Zeitgeschichte in seiner für Krunoslav Šebrek und das DNT geschaffenen Figur Papa Maik, dessen ungewöhnlicher, manchmal kruder Blick auf die Welt ein Gesprächsangebot an seine Zuhörerschaft ist.

Beate Seidel (Szenische Einrichtung)
Marie-Christin Riedel (Ausstattung)
Thomas Geiler (Licht)

in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung

Unterstützt vom Förder- und Freundeskreis Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar e.V.

Stückdauer: 1 Std.

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Kindertheater

Brundibár

Kinderoper von Hans Krása, Libretto von Adolf Hoffmeister / ab 12

Licht in der Finsternis: Die Geschwister Pepíček und Aninka triumphieren mithilfe ihrer Freunde über den grimmigen Leierkastenspieler Brundibár. Uraufgeführt in den 1940er-Jahren in Prag und im Ghetto Theresienstadt, wird dieses Plädoyer für Mitmenschlichkeit in Weimar von Operndirektorin Andrea Moses inszeniert und in Zusammenarbeit mit der Schola Cantorum unter der Leitung von Cordula Fischer aufgeführt.

Ein Spatz, ein Hund und eine Katze und viele, viele Nachbarskinder helfen den Geschwistern Pepíček und Aninka, den grimmigen Leierkastenmann Brundibár vom Marktplatz zu vertreiben. Endlich sammeln die hungrigen Kinder mit ihrem Lied genug Geld, um den Milchmann zu bezahlen.

Die Kinderoper Brundibar entstand 1938 in Prag, wo sie 1942/43 im dortigen jüdischen Waisenhaus erstmals und später im Ghetto Theresienstadt in veränderter Form viele Male aufgeführt wurde. Zahlreiche Mitwirkende fielen den Gräueln der deutschen Vernichtungspolitik zum Opfer. Als ein »Stück Normalität« bot das Werk, dessen Entstehung und Geschichte umsäumt ist von der Katastrophe des 20. Jahrhunderts, den beteiligten Kindern und Zuschauer*innen eine künstlerische Gemeinsamkeit in verzweifelter Lage.

»Brundibár« verbindet Sprechrollen, Gesang und folkloristische Klänge mit der Unterhaltungsmusik jener Jahrzehnte – und fast alle Partien werden von Kindern gesungen und gespielt.

Mit Mitgliedern der schola cantorum weimar. Es spielt die Staatskapelle Weimar.

Die Produktion richtet sich sowohl an Schulklassen und Jugendliche ab 12 Jahren, als auch an Erwachsene.

In einer Kammerfassung von André Kassel für Aufführungen anlässlich der Themenwoche »Ressource Erinnerung« in der Gedenkstätte Buchenwald wird die Kinderoper im April auch dort drei mal zu sehen sein.

Die Themenwoche wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

Die Aufführungen in der Gedenkstätte Buchenwald finden mit Unterstützung des Förder- & Freundeskreises Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar e.V. statt.

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© Candy Welz
Schauspiel

Othello

Tragödie von William Shakespeare

Othello ist ein erfolgreicher General der Republik Venedig, verheiratet mit der schönen Desdemona, und er ist schwarz. Das macht ihn zum bewunderten Exoten in der Welt weißer Männer und Frauen.

Vor allem sein Fähnrich Jago neidet ihm diese Position, die Ehe und die errungene Akzeptanz in der venezianischen Gesellschaft. Er pflegt einen Urhass gegen den vermeintlichen Eindringling, der ihm, so meint er, bei allem in die Quere kommt.

Als Othello in Zypern nach gewonnenem Krieg das Amt des Gouverneurs übernimmt und Desdemona ihn dahin begleitet, ist Jagos Stunde gekommen. Er sät geschickt den Verdacht, Desdemona würde Othello mit einem seiner Soldaten betrügen. Die zur Schau gestellte Sicherheit Othellos bricht weg. Grenzenlose Eifersucht zerreißt ihn und lässt ihn an allem zweifeln: seiner Frau, seiner geglaubten Integration und an sich selbst. Besinnungslos greift er zum schlimmsten aller Mittel, um sich von diesem Zweifel zu befreien.

Verpackt in eine abgründige, tragische Liebesgeschichte entwirft Shakespeare das Bild einer rassistisch geprägten Gesellschaft, in der der schwarze Held trotz seiner Verdienste immer als störender Fremder abgestempelt wird.

Regie: Adewale Teodros Adebisi
Bühne: Philip Rubner / Alexander Grüner
Kostüme: Alexander Grüner
Video: who-be
Dramaturgie: Eva Bormann

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Gespräch

Weimarer Reden 2026

mit Christoph Peters (8.3.), Frauke Meta Rostalski (15.3.) & Meron Mendel (22.3.)

»Gedächtnis ist nicht nur die Erinnerung an etwas, sondern auch die Erinnerung von jemandem.« Henri Bergson

Ausgehend von dem von Henri Bergson formulierten Gedanken soll es in der diesjährigen Ausgabe der Weimarer Reden um die Relevanz und Subjektivität von Erinnerung als eine Form der Geschichtsschreibung gehen. Woran machen sich Erinnerungen fest? Wie wird überhaupt erinnert? Und gibt es so etwas wie eine objektive Erinnerung? Verändern sich Erinnerungen im Zuge sich wandelnder sozialer und politischer Konstellationen? Passen wir unser Erinnern an die äußeren Gegebenheiten an? Angesichts der Möglichkeiten künstlicher Intelligenz wird auch die Frage dringlich, wie sich eine Manipulation des Erinnerten verhindern lässt.

Drei Redner:innen werden sich mit diesen Fragestellungen beschäftigen und uns aus ihren jeweils verschiedenen Blickwinkeln zum Mit- und Nachdenken einladen. Unsere Gäste sind in diesem Jahr der Autor Christoph Peters, die Rechtswissenschaftlerin, Rechtsphilosophin und Autorin Frauke Meta Rostalski sowie Meron Mendel, Professor für Soziale Arbeit und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main.

Die Journalistin und Autorin Liane von Billerbeck wird die Veranstaltungen wie in den letzten Jahren als Moderatorin begleiten.

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5

Deutsches Nationaltheater

Staatstheater Thüringen

Das Deutsche Nationaltheater gehört zu den geschichtsträchtigsten Theatern Deutschlands und beherbergt neben einem exzellenten Schauspiel- und Musiktheaterensemble mit der Staatskapelle Weimar einen der ältesten Klangkörper Deutschlands – und das einzige A-Orchester Thüringens. Bespielt werden insgesamt sechs Bühnen im ganzen Stadtgebiet.

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Bewertungen & Berichte Deutsches Nationaltheater

Aufführungen / Theater Deutsches Nationaltheater Weimar Weimar, Theaterplatz 2
Aufführungen / Theater Theater Erfurt Erfurt, Theaterplatz 1
Aufführungen / Theater Galli Theater Weimar Weimar, Windischenstr. 4
Ereignisse / Kulturveranstaltung Wartburg Eisenach Eisenach, Auf der Wartburg 2
Aufführungen / Theater Theaterhaus Jena Jena, Schillergässchen 1
Aufführungen / Theater Galli Theater Erfurt Erfurt, Marktstraße 35
Aufführungen / Theater Theater Waidspeicher Erfurt, Domplatz 18
Aufführungen / Theater Galli Theater Weimar Weimar, Windischenstr. 4
Aufführungen / Kabarett Kabarett "Das Lachgeschoss" Erfurt Erfurt, Futterstraße 13
Aufführungen / Theater Landestheater Eisenach Eisenach, Theaterplatz 4 - 7
Aufführungen / Theater Sommertheater Tiefurt Weimar, Hauptstr. 14
Aufführungen / Theater Tanztheater Erfurt Erfurt, Dalbergsweg 2a
Aufführungen / Theater Theater Gera Gera, Theaterplatz 1
Aufführungen / Theater Meininger Staatstheater Meiningen, Bernhardstr. 3
Aufführungen / Theater Theater Arnstadt Arnstadt, Im Schlossgarten

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