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Lausitz Festival

25.8. bis 13.9.2026
Drei Wochen Kunst und Kultur im Herzen Europas
Konzert, Theater, Tanz, Musiktheater, Film, Jazz, Ausstellung, Gespräch, Literatur

Das Inspirationswort des Festivals 2026 lautet geschöpferisch.

Es feiert die menschliche Fähigkeit, ungeachtet aller Rückschläge und Hindernisse immer wieder den Neuanfang zu wagen. Auch für die vielen Wandlungen in der Lausitz kann geschöpferisch ein guter und inspirierender Impuls sein.

Kontakt

Lausitz Festival
Obermarkt 19
D- 02826 Görlitz

Telefon: +49 (0)3581-428480
E-Mail: info@lausitz-festival.eu

Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Lausitz Festival

Ausstellung

Blickfänge – Raum für Kunst

Fotoausstellung in Prag

Die Lausitz, geprägt von kultureller Vielfalt, mehreren Sprachen und Veränderungen durch Strukturwandel. Kunst wird in dieser Region zum verbindenden Element zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft. »Blickfänge – Raum für Kunst« knüpft hier an. Die Wanderausstellung trägt künstlerische Impulse über die Lausitz hinaus und macht den internationalen Austausch als lebendigen Bestandteil des Festivals erfahrbar.

Seit der ersten Ausgabe des Lausitz Festivals halten Fotograf:innen Momente der Aufführungen und Einblicke in das Geschehen mit ihrer Kamera fest. Dabei entsteht so etwas wie ein visuelles Gedächtnis des Festivals und ein Sichtbarmachen des Zusammenspiels zwischen den Menschen auf und vor der Bühne.

Die Fotoschau war in der Lausitz bereits in Finsterwalde, Görlitz, Zittau und Cottbus/Chóśebuz zu sehen. Für jeden Ort entsteht dabei stets eine neue Konzeption: Auswahl, Präsentation und räumliche Inszenierung werden an die Gegebenheiten angepasst und eröffnen so neue Perspektiven.

In Prag verdient »Empusion«, das die Dynamik des kulturellen Austauschs zwischen der Lausitz und der Mitte Europas veranschaulicht, besondere Aufmerksamkeit. Die Theaterproduktion des Lausitz Festivals 2024 – inspiriert nach dem gleichnamigen Roman von Olga Tokarczuk – kam im vergangenen Jahr beim Prager Theaterfestival deutscher Sprache im DOX zur Aufführung.

Über die Fotografien von insgesamt sieben Künstler:innen taucht das Publikum in die Atmosphäre des Lausitz Festivals ein. Die Theaterfotografie fungiert hier nicht nur als Dokumentation, sondern als eigenständige künstlerische Sprache, welche die Atmosphäre von Ort und Zeit über die Grenzen der Region hinaus vermittelt. Im Raum des Divadla Na zábradlí entsteht ein neuer Kontext – ein Dialog zwischen Bild, Architektur und Publikum.

Die Vernissage am 20. Mai ab 17:00 Uhr bietet mehr als nur eine feierliche Eröffnung. Teil des Programms ist eine Diskussion der künstlerischen Leiter Petr Štědroň (Divadlo Na zábradlí) und Daniel Kühnel (Lausitz Festival), die über die Bedeutung von Festivals als Begegnungsorte im europäischen Kontext reflektieren. Gemeinsam mit dem Publikum werden sie eine zentrale Frage aufwerfen, die sich durch die gesamte Ausstellung zieht: Welchen Raum braucht Kunst?

Die Ausstellung ist eine gemeinsame Veranstaltung des Lausitz Festivals und des Divadlo Na zábradlí in Kooperation mit dem Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Prag, gefördert durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

Öffnungszeiten: Mo–Fr, 10:00–18:00 Uhr

Eintritt: frei

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© Marlies Kross
Familienprogramm

Die Lausitz trommelt 5.0

Kräftige Beats, starke Texte: Bereits zum fünften Mal öffnen das Lausitz Festival und das Gladhouse Cottbus ihre Türen für einen kreativen Nachmittag voller Musik und Sprache. Es gibt ein vielseitiges Mitmach-programm rund um Trommeln, Spoken Word und kreatives Schreiben, mit Drumcircle im großen Saal und Workshop-Formaten, bei denen Rhythmus und Wort zu einem gemeinsamen Erlebnis verschmelzen. Beim Finale kommt alles zusammen und auf die Bühne.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.gladhouse.de

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Ausflug

Mit dem Kunstbus durch die Westlausitz

Darin: »Erstes Lausitzer Metronom-Derby«, ein Geschicklichkeitsspiel für unterwegs

Ein vergnügliches kleines Reisespiel erwartet die Mitfahrenden im KunstBus am 16. August: Das erste Lausitzer Metronom Derby (frei nach György Ligeti). Das Spielgerät sind eine Handvoll mechanische Metronome, die unterschiedlich schnell ticken. Wie bei Ligetis »Poème Symphonique« (1962), einem Stück Mechanische Musik für 100 Metronome, das im Rahmen des Lausitz Festivals an mehreren Orten zu erleben sein wird, stellt sich die Frage: Wessen Metronom tickt am längsten? Für das Spiel braucht es keinerlei Vorkenntnisse, nur ein bisschen Geschicklichkeit. Fiebern Sie mit! Ticken Sie mit!! Es winken (kleine) Gewinne!!!

Michael Höppner, Leitender Dramaturg Theater des Lausitz Festivals und Moderator des Spiels im KunstBus, zu den beinharten Regeln des Spiels: »Drei bis fünf Metronome werden an Freiwillige unter den Fahrgästen ausgegeben. Die Spielteilnehmer starten gleichzeitig. Wessen Gerät am längsten schlägt, hat gewonnen. Mitfahrende, die nicht mitspielen, können auf die Metronome wetten. Derby- und Wettgewinner erhalten einen kleinen, vom Lausitz Festival gestifteten Preis.«

Pro Linienfahrt am 15./16. August auf der Route durch die Westlausitz rund um Pulsnitz gibt es ein Spiel. Da die Tour an einem der diesjährigen Festival-Spielorte vorbeiführt, erzählt Michael Höppner auch etwas über die Produktion, die dort zu erleben sein wird, und über weitere Festival-Highlights. Viel Vergnügen!

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© Sim Canetty-Clarke
Kurs

Chor-Workshop in Görlitz

Kostenloser Workshop mit Sänger:innen von Tenebrae und Nigel Short

Sie nennen ihn »The Tenebrae Effect«: Mitglieder von Tenebrae, einem der weltbesten Chöre, und ihr Leiter Nigel Short haben ein Workshop-Format für Laien entwickelt, das in kurzer Zeit starke Impulse zur Weiterentwicklung im Chorgesang setzt.

Die Teilnehmenden werden musikalisch gefördert und gefordert, zugleich bekommen sie Einblicke in einige der musikalischen und technischen Aspekte dessen, was den besonderen Klang und die Interpretationen von Tenebrae auszeichnet. Im Rahmen des Lausitz Festivals bietet Tenebrae zwei dieser Workshops an, einen in Görlitz, einen in Forst. Sängerinnen und Sänger, die sich in ihrer Kunst inspirieren und weiterbringen lassen wollen, erwartet ein ebenso spannender wie instruktiver Abend.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Besonders gewinnbringend ist der Workshop erfahrungsgemäß für Sängerinnen und Sänger mit Chorerfahrung. Es ist darüber hinaus hilfreich, wenn die Teilnehmenden entweder mit den Noten vertraut sind oder sicher vom Blatt singen können. Die Noten werden am Veranstaltungstag bereitgestellt, können aber auch im Vorhinein angefragt werden. Der Workshop dauert etwa zwei Stunde. Die Zahl der aktiv Mitwirkenden ist auf maximal 40 Personen begrenzt.

Im Rahmen des Workshops werden Stücke gemeinsam erarbeitet. Die Stücke werden in Kürze bekanntgegeben.

Der Workshop findet in englischer Sprache statt. Bei Bedarf wird für eine Übersetzung ins Deutsche gesorgt.

Workshop-Plätze
Der Workshop in Görlitz ist ausgebucht.
Anmeldung für die Warteliste ist noch möglich unter: kuenstler@lausitz-festival.eu

Infos zum Workshop in Forst:
www.lausitz-festival.eu/de/programm/chor-workshop-in-forstbarsc/370

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© Sim Canetty-Clarke
Konzert

Festival-Eröffnung:
Tenebrae, Kammerorchester Basel

Chor & Solisten: Tenebrae Choir
Orchester: Kammerorchester Basel
Leitung: Nigel Short


Johann Sebastian Bach: Messe h-Moll, BWV 232
(Kyrie, Gloria, Credo – Neue Komposition von Sylvain Cambreling, Agnus Dei, Dona nobis pacem)

Die Eröffnung des Lausitz Festivals 2026 steht im Zeichen Johann Sebastian Bachs, seiner h-Moll-Messe und eines neuen »Credos«. Die h-Moll-Messe ist eines der erhabensten Werke der Musikwelt. In der Görlitzer Pfarrkirche St. Peter und Paul wird sie gesungen vom britischen Chor Tenebrae, aus dessen Reihen auch die Solisten hervortreten. Es spielt das Kammerorchester Basel, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Nigel Short. Die Besetzung bürgt für ein erstklassiges musikalisches Erlebnis.

Im Jahr 1733, Bach war 48 Jahre alt, bewarb er sich mit einer »Missa brevis« (kurze Messe) um den Titel eines »Königlich Polnischen und Churfürstlich Sächsischen Hof-Compositeurs« in Dresden. Am 19. November 1736 wurde ihm der Titel verliehen. Der Name »Missa brevis« rührt daher, dass sie nur aus dem »Kyrie« und dem »Gloria« bestand. Bach arbeitete indes bis kurz vor seinem Tod an der Messe und erweiterte sie schließlich zu einer »Missa tota« – einer vollständigen Messe, wie sie im katholischen Ritus zelebriert wird.

Die »Dresdner Messe« von 1733 bildet Kern und Ausgangspunkt des Eröffnungskonzerts, spielt dieses Werk doch eine herausragende Rolle in der »kompositorischen Wissenschaft« Johann Sebastian Bachs. Über Jahrhunderte hinweg hat die daraus erwachsene h-Moll-Messe viele weitere (Mess)kompositionen beeinflusst.

Als lebendigen Ausdruck der weiterhin wirksamen Verbindung zwischen damals und heute hat das Lausitz Festival ein neues »Credo« – jenen Messteil, welcher auf das »Kyrie« und »Gloria« folgt – in Auftrag gegeben. Es wird von dem französischen Komponisten und Dirigenten Sylvain Cambreling geschrieben, der damit an Bachs »Dresdner Messe« anknüpfen und sie im Sinne eines »Ich glaube an« fortführen soll.

Im Rahmen der Festivaleröffnung wird nicht nur das neue »Credo« uraufgeführt, sondern auch erstmals der »Credo-Preis« vergeben. Mit dieser Auszeichnung des Lausitz Festivals wird eine Persönlichkeit geehrt, deren künstlerisches oder kulturelles Schaffen von einer tiefen inneren Überzeugung und dem festen Glauben an die gesellschaftliche Relevanz von Kunst motiviert ist.

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Linn Reusse, © Jeanne Degraa
Schauspiel

Hamlet

Schauspiel von William Shakespeare

Mit: Corinna Harfouch, Sina Kießling, Dagna Litzenberger Vinet, Linn Reusse, Leonard Burkhardt, Tom Gramenz, Götz Schubert, Kinder aus Cottbus

Etwas ist faul im Staate Dänemark: Prinz Hamlet erfährt vom Geist des toten Vaters, dass dieser von seinem Bruder Claudius, inzwischen Nachfolger auf dem Thron und neuer Ehemann an Königin Gertruds Seite, heimtückisch ermordet wurde. Die aktuelle Herrschaft wie die neue Familienkonstellation fußen demnach auf einem verschwiegenen und abgründigen Verbrechen. Hamlet wird vom Geist des Vaters beauftragt, den Mord zu rächen, ohne sich dabei selbst die Hände schmutzig zu machen.

Wie soll Hamlet mit diesem skandalösen Wissen und dem nahezu unerfüllbaren Auftrag umgehen? Wie kann er richtig handeln? »Hamlet« zeigt das Drama einer jungen Generation, die unter der unerträglichen Last der elterlichen Vergangenheit Zukunft gestalten soll.

Das wohl berühmteste Stück Shakespeares wird vom Regisseur Marcel Kohler mit Linn Reusse, Corinna Harfouch, Götz Schubert und weiteren Darsteller:innen im Hangar 1 auf dem ehemaligen Militärflughafen in Cottbus in Szene gesetzt. In diesem besonderen Setting knüpft das Team mit dem gesamten Ensemble der Erfolgsproduktion »Othello/Die Fremden« in Weißwasser an die gemeinsame Arbeit im Rahmen der vielbeachteten Shakespeare-Reihe des Lausitz Festivals an. Aufs Neue verbinden sich ein exponierter Ort in der Lausitz, ein großer Stoff, eine innovative Dramaturgie und das Spiel mit der Publikumswahrnehmung zu einem besonderen Theatererlebnis.

Regie: Marcel Kohler
Bühne und Kostüme: Torsten Köpf
Musik: Christoph Bernewitz
Licht: Henning Streck
Dramaturgie: Michael Höppner

Eine Produktion des Lausitz Festivals

in Kooperation mit den Internationalen Maifestspielen Wiesbaden, vor Ort unterstützt vom Institut für Neue Industriekultur INIK GmbH

Einführungen am 28., 29. und 30. August – jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn

Shuttle-Busse stehen in Cottbus zwischen Spreewaldbahnhof und Spielort bereit. Dazubuchen kann man diese Zusatzleistung bequem beim Kauf der »Hamlet«-Tickets in unserem Reservix-Shop.

Angebot für Schulen
Klassen und Kurse, die parallel zu den Vorstellungen »Hamlet« als Stoff im Unterricht behandeln möchten, können nach Verfügbarkeit ermäßigte Tickets (6 Euro pro Person) für einen gemeinsamen Vorstellungsbesuch buchen.
Zur Vorbereitung stellt das Lausitz Festival den Lehrpersonen entsprechendes Material zur Verfügung. Ein Nachgespräch mit dem leitenden Dramaturgen Bühne des Festivals im Anschluss in der Schule gehört zum Angebotspaket.
Bei Interesse wenden Sie sich an: vermittlung@lausitz-festival.eu

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© Sim Canetty-Clarke
Kurs

Chor-Workshop in Forst/Baršć

Kostenloser Workshop mit Sänger:innen von Tenebrae und Nigel Short

Sie nennen ihn »The Tenebrae Effect«: Mitglieder von Tenebrae, einem der weltbesten Chöre, und ihr Leiter Nigel Short haben ein Workshop-Format für Laien entwickelt, das in kurzer Zeit starke Impulse zur Weiterentwicklung im Chorgesang setzt.

Die Teilnehmenden werden musikalisch gefördert und gefordert, zugleich bekommen sie Einblicke in einige der musikalischen und technischen Aspekte dessen, was den besonderen Klang und die Interpretationen von Tenebrae auszeichnet. Im Rahmen des Lausitz Festivals bietet Tenebrae zwei dieser Workshops an, einen in Görlitz, einen in Forst. Sängerinnen und Sänger, die sich in ihrer Kunst inspirieren und weiterbringen lassen wollen, erwartet ein ebenso spannender wie instruktiver Abend.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Besonders gewinnbringend ist der Workshop erfahrungsgemäß für Sängerinnen und Sänger mit Chorerfahrung. Es ist darüber hinaus hilfreich, wenn die Teilnehmenden entweder mit den Noten vertraut sind oder sicher vom Blatt singen können. Die Noten werden am Veranstaltungstag bereitgestellt, können aber auch im Vorhinein angefragt werden. Der Workshop dauert etwa zwei Stunden; die Zahl der aktiv Mitwirkenden ist auf maximal 40 Personen begrenzt.

Im Rahmen des Workshops werden Stücke gemeinsam erarbeitet. Die Stücke werden in Kürze bekanntgegeben.

Der Workshop findet in englischer Sprache statt. Bei Bedarf wird für eine Übersetzung ins Deutsche gesorgt.

Anmeldung erforderlich unter: kuenstler@lausitz-festival.eu

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© Design-Set: Diana Schackow
Kulturveranstaltung

Lausitz Labor - Drei Tage Philosophie im Festival

Das Lausitz Labor ist der angestammte Ort für Philosophie, Vorträge und Gespräche im Lausitz Festival. Über drei Tage hinweg lassen sich hochrangige Autor:innen und Philosoph:innen im Alten Stadthaus mitten in Cottbus von manchen Festivalerlebnissen inspirieren, um gemeinsam zu sprechen und weiter zu denken. In dieser Festival-Saison werden Produktionen wie Shakespeares »Hamlet« und »Symphonie der 100 Metronome« nach György Ligetis »Poème Symphonique« aufgegriffen – sowie unser Inspirationswort 2026 geschöpferisch.

Kommen Sie vorbei und teilen Sie ihre Gedanken und Perspektiven mit uns.

Kurator:innen-Team:
Christoph Menke, Christiane Voss
Lars Dreiucker, Fulvia Modica

#1

27.8.2026, 14:30–15:15 Uhr
Begrüßung zum Programm des Lausitz Labors
Daniel Kühnel – Intendant des Lausitz Festival

Christoph Menke – Philosoph und Gastgeber des Lausitz Labors
Christiane Voss – Philosophin und Gastgeberin des Lausitz Labors

27.8.2026 15:30–16:00 Uhr
Symphonie der 100 Metronome
Das Lausitz Labor 2026 öffnet seine Türen György Ligetis provokantem wie progressivem »Poème Symphonique«. 100 Metronome beginnen gleichzeitig zu ticken. Doch jedes Metronom fährt in seinem eigenen Tempo fort. Mit jedem verstummenden Gerät verändert sich das Klangbild: Rhythmen differenzieren sich, Verschiebungen werden deutlich. Zeit wird spür- und hörbar.

27.8.2026 16:00–18:00 Uhr
Zeit hören, Zukunft denken
Von der Performance der Metronome lassen sich der Medienwissenschaftler Lorenz Engell und der Philosoph Thomas Khurana für ihr gemeinsames Gespräch inspirieren. Während Lorenz Engell zu Film- und Medientheorie forscht, beschäftigt sich Thomas Khurana mit modernen und zeitgenössischen Auslegungen des Freiheitsbegriffs. Lässt sich ästhetische Erfahrung in gesellschaftliches und politisches Denken übersetzen? Was bedeutet Wiederholung – in der Kunst, im Denken, aber auch in der Geschichte? Kann aus Wiederholung Neues entstehen?
Speaker: Lorenz Engell (Medienwissenschaftler), Thomas Khurana (Philosoph)

#2

28.8.2026, 10:30–12:30 Uhr
Umkämpfte Geschichte
Gesellschaftlicher Wandel verläuft selten geradlinig. Wir erleben Geschichte als einen Prozess voller Konflikte und Widerstände. Was einmal als Gewissheit galt, kann brüchig und infrage gestellt werden. Geschichte wird dann manchmal nicht als Fortschritt, sondern als Rückschritt wahrgenommen. Das wiederum führt zu Misstrauen gegenüber der Politik und den Möglichkeiten eines guten Zusammenlebens. Was kann man in so einer Situation tun? Lernen wir (nicht) aus der Geschichte?
Über diese und andere Fragen sprechen die Philosophin Rahel Jaeggi und die Soziologin Sarah Speck sprechen. Beide sind wichtige Stimmen der gegenwärtigen Kritischen Theorie der Frankfurter Schule und bieten Perspektiven auf unser Verständnis von Geschichte und gesellschaftlichem Wandel.
Speaker:innen: Rahel Jaeggi (Philosophin ), Sarah Speck (Soziologin)

28.8.2026, 14:00–16:00 Uhr
Handeln statt Vergelten
Am Gewesenen festhalten oder einen neuen Anfang wagen? Die Vergangenheit verschwindet nicht einfach, sie bleibt – als Erinnerung, innerer Konflikt und manchmal auch als offene Wunde. Doch was machen wir mit dem, was gewesen ist? Rache oder Vergebung? Ist Vergebung die Antwort auf die Frage der Gewalt? Oder kann Vergebung ein geschöpferischer Akt sein?
Die Philosophin Maria-Sybilla Lotter, eine spannende Denkerin über moralische Fragen von Schuld und Vergeltung, und der Philosoph Tilo Wesche, der zu nachhaltigen politischen Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens forscht, nehmen die Praktiken der Rache und der Vergebung unter die Lupe.  
Speaker:innen: Maria-Sybilla Lotter (Philosophin), Tilo Wesche (Philosoph)

#3

29.8.2026, 10:00–12:00 Uhr
Zwischen Literatur und Philosophie: Hamlets Drama
Die Geschichte Hamlets ist weltweit bekannt. Die »Rachetragödie« beginnt mit dem Auftrag an Hamlet, den Mord am eigenen Vater zu rächen. Das Drama von Hamlet liegt nicht in der bloßen Ausführung des Racheauftrags, sondern vielmehr in dem dadurch ausgelösten inneren Konflikt und der Unmöglichkeit, weder dem Auftrag noch sich selbst treu zu bleiben. Doch was wäre, wenn Hamlet sich anders entschieden hätte?
Das Panel fragt nach den ästhetischen und politischen Dimensionen des Vergebens, die mit Macht, Subjektivität und Liebe verbunden sind. Darüber diskutieren die Literaturwissenschaftlerin und Shakespeare-Expertin Sybille Baumbach und die Philosophin Kathrin Busch, deren Arbeit sich an der Schnittstelle zwischen künstlerischer Forschung, Ästhetik und französischer Philosophie bewegt.
Speaker:innen: Sybille Baumbach (Literaturwissenschaftlerin), Kathrin Busch (Philosophin)

29.8.2026, 13:00–14:15 Uhr
Weitermachen! Nach der Schuld.
Wo verlaufen die Grenzen unseres Handelns – und wann ist es gerechtfertigt, sie zu überschreiten? Jede Grenzüberschreitung kann neue Möglichkeiten eröffnen, aber auch destruktive Wirkungen entfalten. Daraus entstehen grundlegende Fragen, die mit der Gestaltung der Zukunft zusammenhängen. Wie geht eine Gesellschaft mit der Frage um, was nach der Schuld kommt? Welche Werte leiten uns, wenn wir über Vergangenheit und Zukunft nachdenken? Welche Verantwortung erwächst daraus für gesellschaftliches Handeln?
Der mehrfach preisgekrönte Historiker Götz Aly mit seiner Expertise zur Geschichte des Nationalsozialismus bietet uns einen Einblick in die politischen, sozialen und kulturellen Umbrüche der Vor- und Nachkriegszeit in Ost- und Westdeutschland. Dabei widmet er sich der Frage, wie Gesellschaften nach tiefen historischen Bruchlinien neue Orientierung finden können.
Speaker: Götz Aly (Historiker
), Lars Dreiucker (Lehrer)

29.8.2026, 14:30–15:45 Uhr
Sociobiography as Critical Theory (Gespräch in englischer Sprache)
Didier Eribon ist einer der einflussreichsten Denker unserer Zeit. In seinem politisch-autobiografischen Roman »Rückkehr nach Reims« zeigt der französische Philosoph und Soziologe, dass das Aufschreiben der eigenen Geschichte, der eigenen Vergangenheit, der eigenen Autobiografie ein Akt der Befreiung ist. Eribon erzählt nicht nur sein eigenes Leben, sondern das einer ganzen Gesellschaft: Die Geschichte eines jeden Individuums ist die Geschichte seiner Klasse, ihrer Ängste und Konflikte, der sozialen Welt, in der man aufwächst.
Im Mittelpunkt dieser Podiumsdiskussion stehen der autobiografische Akt der Vergebung, der Barmherzigkeit und der Verzeihung – also die Selbstermächtigung und Emanzipation durch die eigene Stimme.
Speaker: Didier Eribon (Philosoph), Christoph Menke (Philosoph)

Sonderangebot für Studierende:
Studierenden und Doktorand:innen, die nicht in Cottbus leben, bieten wir Unterkunft in Cottbus und Reisekosten für das gesamte Labor-Wochenende vom 29. bis 31. August.
Meldet Euch dazu gern bei Fulvia Modica: f.modica@lausitz-festival.eu

Eintritt frei

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© Juri I Adobe Stock I Asset-ID-Nr. 211466836
Konzert

Symphonie der 100 Metronome

»Poème Symphonique« – György Ligetis Klassiker der mechanischen Musik

Eigentlich ist das Metronom ein Hilfsmittel bei der Musikausübung: Sein Schlagen gibt ein verbindliches Tempo des Musizierens vor und kontrolliert es. In György Ligetis 1962 komponiertem »Poème Symphonique«, einem der außergewöhnlichsten Musikstücke aller Zeiten, wird das Metronom selbst zum Instrument, gar zum Musiker: Identisch aufgezogen und auf verschiedene Tempi eingestellt, werden 100 Metronome gleichzeitig gestartet, ticken durch- und miteinander und hören nach und nach auf zu schlagen, bis ein letztes Metronom übrigbleibt – und verstummt.

Diese rein perkussive, mechanische Musik bildet ein Geräuschgeflecht, das sich fortwährend verändert. Es entfaltet eine humorvolle, aber auch durchaus hypnotische Wirkung und regt zum Nachsinnen über Wandlungsprozesse aller Art an.

Das Lausitz Festival bringt Ligetis Klassiker an drei verschiedenen Orten in der Region zur Aufführung und lädt das jeweilige Publikum in ganz unterschiedlichen Settings für die vergleichsweise kurze Dauer einer guten Viertelstunde zu dieser sehr eigenen und intensiven musikalisch-ganzheitlichen Erfahrung ein.

27.8.: Ein Konzert im Rahmen der Eröffnung des dreitägigen Philosophie-Symposiums »Lausitz Labor«. Das Labor beginnt bereits um 14:30 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

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© Nick White
Konzert

Tenebrae »Celestial Gift«

Chormusik a cappella von der Renaissance bis heute

Chor: Tenebrae Choir
Chor-Leitung: Nigel Short


Nach seiner Mitwirkung beim Eröffnungskonzert des Lausitz Festivals 2026 mit Bachs h-Moll-Messe am 25. August in Görlitz reist der Tenebrae Choir aus England weiter nach Forst in die Stadtkirche St. Nikolai. Dort gibt Tenebrae, einer der weltbesten Chöre, unter der Leitung seines Gründers Nigel Short ein a cappella-Konzert, also einen Chorabend ohne instrumentale Begleitung. Zur Feier des 25-jährigen Bestehens ihres Chors präsentieren die Sängerinnen und Sänger ein beziehungsreich komponiertes Programm mit Stücken aus mehreren Jahrhunderten, von Orlando di Lasso bis Caroline Shaw. Der Titel »Celestial Gift« verweist auf die überirdische Quelle, aus der wir Menschen die Musik schöpfen. Sie ist ein Geschenk des Himmels, für Interpreten und Zuhörende gleichermaßen.

Klassiker des Tenebrae-Kanons wie Gregorio Allegris »Miserere« oder Anton Bruckners »Christus factus est« treffen auf Werke zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten, deren Werke sie ebenso gern einstudieren, etwa James MacMillan, Caroline Shaw oder Owain Park. Das Publikum erwartet ein Programm geistlicher Vokalmusik von der Renaissance bis heute, gesungen auf internationalem Spitzenniveau.

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Ausstellung

Jonathas de Andrade: Der grelle Schein der Ränder

Doppel-Ausstellung

Was bedeutet es, als Mensch neben weiteren Lebewesen zu existieren? Wie kann man ein guter Bürger in dieser Welt sein? Derartigen Fragen geht das faszinierende Werk des brasilianischen Künstlers Jonathas de Andrade (*1982) nach. Es betrachtet menschliche Stärke und Schwäche und zeigt das Potenzial der Menschen, gesellschaftliche, politische und körperliche Herausforderungen in erster Linie dadurch zu überwinden, dass sie sich mit anderen Lebewesen verbinden. Indem Menschen sich verbünden und einander unterstützen, erheben sie sich über ihren Alltag. Dabei treiben sie den eigenen Körper und den Geist an Grenzen, was sie häufig an Schwellenzustände führt. De Andrades Werke bestätigen zugleich die Macht des Individuums und die Macht der Gemeinschaft, und zwar nicht in ihrer Gegensätzlichkeit, sondern als zwei einander nährende Pole.

De Andrades Projekten liegt das Anerkennen zugrunde, dass wir in einer diversen Gesellschaft leben und dass alle Stimmen gehört werden müssen, um ihren Zusammenhang und ihre Zusammengehörigkeit zu sichern. Die Protagonisten seiner Werke stammen häufig aus den Vorhöfen sozioökonomischer Schichten oder werden von der Mainstream-Gesellschaft übersehen. Ihre Stimme und ihre Berufung finden sie in der Interaktion mit anderen, ebenso an den Rand gedrängten Individuen.

Die Nachteile, denen sie ausgesetzt sind, wandeln sich so zu Vorteilen; sie werden zu einer Plattform, von der aus die Menschen als Individuen erkennbar werden, ihre Stimme erheben und ihre je eigenen Botschaften artikulieren. Das Verständnis, dass jeder lebende Organismus einzigartig ist und zugleich Teil eines vibrierenden, dichten ökologischen Netzwerks aus weiteren Menschen, Tieren und Pflanzen, verleiht den Individuen gleichzeitig die Kraft und das Vertrauen, Schwierigkeiten zu überwinden.

Jonathas de Andrade ist eine herausragende Stimme der gegenwärtigen Kunstszene. Er arbeitet mit Video ebenso wie mit Fotografie, Skulptur und Installation. Obgleich schon vielfach in Südamerika, Nord-amerika und Westeuropa ausgestellt, wurde seine Kunst in Deutschland bislang kaum gezeigt. Die Doppelausstellung in Bad Muskau und Cottbus im Rahmen des Lausitz Festivals 2026, die einige seiner bedeutendsten Arbeiten in unterschiedlichen Medien zeigt, bietet erstmals die Chance zu einer gründlichen Auseinandersetzung mit diesem Künstler in Deutschland.

Ausgehend von Jonathas de Andrades künstlerischem Umgang mit gesellschaftlichen Fragen verknüpfen die Ausstellungen in Bad Muskau und in Cottbus ausgewählte Kunstwerke aus den 1920er- und 1930er-Jahren mit seinen Arbeiten. Zu sehen sind Fotografien, Grafiken und Malerei von Künstlerinnen und Künstlern wie Walter Ballhause, Hans Grundig, Lea Grundig, Oskar Nerlinger, Alexander Rodtschenko, Fritz Schulze und Eva Schulze-Knabe, die Kunst als einen ästhetischen Ausdruck engagierten gesellschaftlichen Handelns begriffen. In ihren Arbeiten entwickelten sie spezifische, künstlerisch-formale Gesten zwischen Realität und Fiktion. So stehen diese Kunstwerke, die in einem Abstand von rund einem Jahrhundert entstanden, nicht nur als Zeugen ihrer Epochen nebeneinander, sondern verbinden sich in ihrem gesellschaftlichen Spürsinn und ihrer sozialen Relevanz.

»Der grelle Schein der Ränder« sind Ausstellungen des Lausitz Festivals und des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK), in Kooperation mit der Stiftung »Fürst-Pückler-Park Bad Muskau«.
Kuratiert von Kobi Ben-Meir und Ulrike Kremeier.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Eröffnung in Bad Muskau/Mužakow: 28.08.2026, 18:00 Uhr
Laufzeit: 29.08.–31.10.2026
Öffnungszeiten: täglich, 10:00–18:00 Uhr

Eintritt: 4 Euro (2 Euro ermäßigt) –über das Neue Schloss Bad Muskau in der Rubrik »Turmaufstieg mit Ausstellungen + Sonderausstellungen«

(Bild: Jonathas de Andrade, O Peixe (Der Fisch), 2016, Videostill, 37 min © Jonathas de Andrade & Galleria Continua)

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Lesung

Die Puppe

Wiederentdeckung eines Meisterwerks: Lesung aus Bolesław Prus' Gesellschaftsroman

Der legendäre polnisch-britische Autor Joseph Conrad (»Herz der Finsternis«) stellte seinen polnischen Kollegen Bolesław Prus (1847–1912) auf eine Stufe mit dem eminenten englischen Romancier Charles Dickens. Zumindest in Deutschland hat Prus das wenig genützt: Von seinem 1200-Seiten-Werk »Die Puppe« (1890) nahm man westlich von Oder und Neiße kaum Notiz. In Polen dagegen hat Bolesław Prus längst seinen Platz in der Literaturgeschichte. Das ihm zu Ehren errichtete Denkmal am Warschauer Königsweg misst beinahe vier Meter. 

Die deutsche Ahnungslosigkeit in Sachen Prus hat der Schweizer Kampa-Verlag dank einer hoch gelobten, 2024 erschienenen Neuübersetzung des Werks durch Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein mit einem Paukenschlag beendet. Neu zu entdecken ist in ihrer kongenialen Übertragung die polnische Antwort auf »Anna Karenina« von Leo Tolstoi. Prus entfaltet ein unendlich reiches Gesellschaftspanorama Warschaus im ausgehenden 19. Jahrhundert zwischen aufstrebendem Bürgertum und Aristokratie und liefert glanzvolle Milieustudien. 

Warum dieser historische Stoff heute (wieder) so aktuell scheint, dass »Die Puppe« nach mehreren Verfilmungen aus dem 20. Jahrhundert in diesem Jahr eine weitere polnische Kinofassung erfährt und Netflix an einer Serie dazu arbeitet, aber auch, warum »Lalka« (so der Originaltitel) ein literarischer Solitär ist, der bis heute Maßstäbe setzt: darüber sprechen Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein an diesem Abend im stimmungsvollen Gartensaal des Barockschlosses Altdöbern mit Thoralf Czichon, Literatur-Dramaturg des Lausitz Festivals. Ins vielstimmige Kolorit des Romans entführt die Lesung ausgewählter Passagen. 

Eine Kooperation zwischen dem Verein der Freunde des Rohkunstbau e. V. und dem Lausitz Festival

Unser Tipp:
Zeitgleich zur Veranstaltung läuft im Schloss Altdöbern der 31. Rohkunstbau »Die Kunst des Überschreitens«, kuratiert von Christoph Tannert, mit Arbeiten von 16 zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen. Seit 2022 finden die Ausstellungen des 1994 gegründeten Rohkunstbau im Schloss Altdöbern statt.
Im Zuge der Kooperation besteht die Möglichkeit, um 18:00 Uhr an einer exklusiven einstündigen Kuratorenführung durch die Ausstellung teilzunehmen.
Beim Kauf der Lesungstickets kann die Führung bequem dazugebucht werden – in unserem Reservix-Shop.

(Bild: Bolesław Prus I Bildquelle: Wikipedia: Wilhelm Feldman (1868–1919) – Biblioteka Narodowa © gemeinfrei)

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© Peter Becker
Ausflug

Lausitzer Spurensuche

Tagesreise zu drei UNESCO-Stätten in der Lausitz inklusive Vorstellung »Hamlet« in Cottbus

Entdecken Sie das Erbe der Lausitz
Ein Ticket, drei Orte, viele Erlebnisse und: »Hamlet«

Die Lausitzer Spurensuche verbindet Kunst, Geschichte, Natur und Zukunft und zeigt an nur einem Tag, wie vielfältig und wandelbar die Lausitz ist. Die Tour wird im dritten Jahr in Folge veranstaltet von Erbe der Lausitz (UNESCO 5), einem Gemeinschaftsprojekt zwischen den Lausitzer UNESCO-Stätten und dem Immateriellen Kulturerbe der Sorben. Ein Shuttlebus bringt die Gäste von Ort zu Ort, begleitet von einer Reiseleitung im Bus und Expertinnen und Experten an den einzelnen Stationen.

Die Reise startet an der Kunsthalle Lausitz am Hauptbahnhof Cottbus, wo die Teilnehmenden einen exklusiven ersten Einblick in die kommende Ausstellung im Rahmen der Lausitz Biennale erhalten. Anschließend geht es zum Aussichtsturm am Cottbuser Ostsee in Teichland, der eindrucksvolle Perspektiven auf Landschaft, Tagebaugeschichte und den Wandel der Region eröffnet.

Weiter geht es in das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald. Bei einer Führung auf dem Schlossberghof haben die Gäste hier die Gelegenheit die besondere Natur- und Kulturlandschaft des Spreewaldes kennenzulernen oder sich bei einem ganz besonderen Mitmachworkshop dem Immateriellen Kulturerbe des Spreewaldkahns in Bau und Nutzung zu widmen.

Den krönenden Abschluss bildet ein Theaterabend im Hangar 1 in Cottbus. Im Rahmen des Lausitz Festivals erwartet die Gäste eine Inszenierung von William Shakespeares »Hamlet« in außergewöhnlicher Atmosphäre. Auf der Bühne agiert der komplette Cast der Erfolgsproduktion »Othello/Die Fremden« aus den Festivaljahren 2024 und 2025 (Götz Schubert, Linn Reusse, Leonard Burkhardt u. a.), neu hinzu kommt ein Star: Corinna Harfouch.

Infos zur Teilnahme:

Lausitzer Spurensuche 2026
29. August 2026 | 12:00–21:30 Uhr | Start und Ziel: Hauptbahnhof Cottbus / Kunsthalle Lausitz
ÖPNV: Das Tagesprogramm und die Spielzeit des Theaterstücks sind an die Zugverbindungen in Cottbus angepasst.
Im Ticketpreis enthalten: Bustransfer, Eintritte, Programmpunkte an den Stätten sowie das Ticket fürs Theaterstück im Rahmen des Lausitz Festivals
Im Tagesprogramm ist eine Kaffeepause eingeplant und Zeit fürs Abendessen. Verpflegung ist im Ticketpreis nicht enthalten.
Für eine entspannte Rückreise ist gesorgt. Ein Shuttlebus bringt die Gäste im Anschluss zum Cottbuser Hauptbahnhof, sodass auch die Anreise mit der Bahn bequem möglich ist.

Start: Kunsthalle Lausitz (Güterzufuhrstraße 7, 03046 Cottbus/Chóśebuz)
Ziel: Hangar 1 (Burger Chaussee 1 / Zugang über Levinestraße, 03044 Cottbus/Chóśebuz)

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© Michael Helbig
Schauspiel

gehen bleiben

Neues Stück des Jugendklubs des Piccolo Theaters Cottbus
Uraufführung


Gehen? Bleiben? Wohin mit uns nach der Schule? Was hält uns – und was treibt uns weg?

In diesem Stück des Jugendklubs des Cottbuser Piccolo Theaters kommen die Jugendlichen selbst zu Wort. Sie erzählen von ihren Wünschen, Zweifeln und Träumen – laut, leise, ehrlich. Es geht um familiäre Erwartungen, leere Innenstädte und Bahnhöfe, den Reiz der Großstadt und das, was bleibt, wenn man geht.

In der Lausitz ist der Strukturwandel überall und jeden Tag spürbar. Kinder wachsen in einer alternden Gesellschaft auf. Gewissheiten, die es für frühere Generationen gab, gelten für sie nicht mehr. Viele junge Menschen fragen sich: gehen oder bleiben? Gibt es hier eine Zukunft für uns? Was bedeutet zuhause, wenn Freundinnen und Freunde wegziehen, weil die Chancen woanders größer scheinen

Mit eigenen Texten, Szenen, Musik und Bewegung entsteht in Zusammenarbeit mit der Bestsellerautorin Ruth-Maria Thomas (»Die schönste Version«, Rowohlt 2024), die für dieses Projekt erstmals für Theater schreibt, und dem Lausitz Festival ein vielstimmiges Bild der Region – zwischen Aufbruch und Verbundenheit, zwischen Wut und Hoffnung. Gehen oder bleiben ... oder erstmal »gehen bleiben«. Eine theatrale Einladung zum Weiterdenken.

Textentwicklung: Ruth-Maria Thomas & Piccolo Jugendklub
Spielleitung: Matthias Heine
Choreografie: Zaida Ballesteros Parejo
Bühne und Kostüm: Veronica-Silva Klug
Dramaturgische Begleitung: Michael Höppner
Piccolo Jugendklub: Laurenz Lorenz, Charlie Müller, Celina Siegfried, Maja Kuschnir, Hermine Jähne, Arian Wolff, Carl Ferdinand Thomas, Isabella Stutzmann, Myroslava Bevzenko, Orion Ballesteros Parejo, Lamara Schröder, Sandra Ludwig

Für Leute ab 14 Jahren.

Eine Koproduktion von Piccolo Theater Cottbus und Lausitz Festival

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Filmkonzert

Jonathas de Andrade: Der grelle Schein der Ränder

Musik: Homero Basílio, Antônio Barreto, Emerson Rodrigues

Flankierend zur Doppelausstellung »Der grelle Schein der Ränder« in Bad Muskau und in Cottbus findet in Anwesenheit von Jonathas de Andrade in der Energiefabrik Knappenrode ein von Livemusik begleitetes Screening dreier seiner Kurzfilme statt. Die Interpreten sind drei brasilianische Musiker, mit denen de Andrade bereits wiederholt zusammengearbeitet hat. Die Musik wurde spezifisch für diese Kurzfilme komponiert.

Das Konzert setzt Bilder und Klänge auf unnachahmliche Weise zueinander in Beziehung. Kunst und Musik der brasilianischen Gegenwart verbinden sich zu einem ebenso komplexen wie wundervollen Erlebnis.

Auszug aus der Instrumentenliste: Congas, Woodblocks, Udu Drum, Shakers, Cowbells, Prato, Sampler u. v. m.

»Der grelle Schein der Ränder«, kuratiert von Kobi Ben-Meir und Ulrike Kremeier, ist eine Ausstellung des Lausitz Festivals und des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK), in Kooperation mit der Stiftung »Fürst-Pückler-Park Bad Muskau«.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

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Lesung

Das weiße Leintuch

Lesung mit Corinna Harfouch und Hideyo Harada aus Antanas Škėmas gleichnamigem Roman

»Das weiße Leintuch« ist ein Meilenstein der modernen Literatur in Litauen. Im New Yorker Exil entstanden, erzählt Antanas Škėma auf Basis seiner eigenen Biografie das Leben des litauischen Exilanten Antanas Garšva. Im New York der frühen 50er Jahre verdingt er sich als Liftboy im größten Hotel der Stadt. Sein tägliches Auf und Ab im Fahrstuhl kommt ihm selbst vor wie die Arbeit des Sisyphos (was Škėma die Bezeichnung »litauischer Camus« eintrug). Die stupide Repetition des Immergleichen, dazu die reizüberflutende Scheinwirklichkeit der amerikanischen Megacity, zehren an den Nerven des ohnehin neurasthenischen Garšva, der sich doch als Dichter sieht, geboren, um Verse für die Ewigkeit zu hinterlassen. 

In expressionistischem und assoziativem Stil, durchsetzt von episodischen Rückblenden in die eigene Kindheit und Jugend, dem Erwachen der ersten Liebe und ihrem notwendigen Verlust, der politischen Indoktrination in der eigenen Heimat, schließlich der Auswanderung, eröffnet sich nicht nur das präzise, facettenreiche Psychogramm eines Getriebenen und Irrenden, sondern zugleich ein höhnisch verzerrtes Mosaik des von Ideologien beherrschten 20. Jahrhunderts: vom sozialistischen Kaunas in Litauen bis zum geistentleerten, kapitalistisch durchhöhlten New York der Nachkriegsjahre, unter dessen glanzvoller Oberfläche durch Škėmas gnadenlos skalpierenden Blick der triefende Eiter sichtbar wird.

Die Übersetzerin Claudia Sinnig hat diese feinkomponierte Tirade in all ihrer Schroffheit, Verzweiflung und sprachlichen Sprengkraft übertragen und Škėma damit zum ersten Mal überhaupt eine deutsche Stimme verliehen. Für deutsche Leserinnen und Leser eine späte, echte Neuentdeckung. 

Bei der Lesung nimmt auch Musik einen wichtigen Platz ein. Die Pianistin Hideyo Harada spielt Klavierstücke von Bach über Mozart, Chopin und Schumann bis zu Čiurlionis und Bartók. 

Die Zittauer Buchhandlung Buchkrone am Markt stellt zur Veranstaltung einen Büchertisch, wo »Das weiße Leintuch« in der Ausgabe des Guggolz-Verlags käuflich erworben werden kann.

Video-Empfehlung:

»Das weiße Leintuch« von Antanas Škėma – vorgestellt von Thoralf Czichon I LiteraturNews

Der neue Dramaturg Literatur des Lausitz Festivals, Thoralf Czichon, betreibt neben seinem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und seiner Teilzeitarbeit in einer kleinen inhabergeführten Wiener Buchhandlung auch den sehr sehenswerten Literatur-Blog LiteraturNews auf YouTube.

In einer kürzlich aufgenommenen Episode liest er selbst aus dem Roman »Das weiße Leintuch« von Antanas Škėma, den er uns in der Veranstaltung mit Corinna Harfouch und Hideyo Harada am 1. September im Kulturforum Görlitzer Synagoge noch näherbringen möchte. Und er spricht in diesem Video über das Werk, das ihn so fasziniert und begeistert.

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© Marcel Schröder (Ausschnitt)
Diskussion

Streit & Zuversicht

Neuanfang: Chance statt Gefahr? Let’s debate!

Streit & Zuversicht ist ein erfolgreiches und beliebtes Debattenformat der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und von Holtzbrinck Berlin. Nach einer ersten Ausgabe beim Lausitz Festival 2025 findet das Format in diesem Jahr dort erneut statt. Diesmal geht es um folgende Fragen: Welche Formen von Konflikt sind produktiv, welche zerstörerisch? Welche Rolle spielen Zugehörigkeit, Gerechtigkeit und kulturelle Selbstbilder, wenn sich eine Region neu erfindet? Und wie stellen Menschen sicher, dass aus Transformation nicht schleichender Kontrollverlust wird?

Interaktive Elemente eröffnen dem Publikum die Chance, den Abend mitzugestalten.

Mit: Uta Bretschneider, Daniel Kühnel, Cornelius Pollmer u. a.
Moderation: Shelly Kupferberg

Eintritt frei

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© shutterstock
Schauspiel

Der Ausweg

Michael Sturminger, Regisseur der »Sonettfabrik« 2025, kehrt mit einer neuen Theaterarbeit zum Lausitz Festival zurück

Nach dem Erfolg der »Sonettfabrik« in der Brikettfabrik Louise in Domsdorf 2025 kehrt dessen kreatives Team um Regisseur Michael Sturminger mit einem jungen Ensemble zurück in die Lausitz. In der Danner-Halle auf dem Telux-Gelände in Weißwasser, einem zentralen Spielort des Festivals, der bereits Shakespeares Venedig, Rom und Zy-pern aufgenommen hat, setzt sich das Publikum für einen besonderen Theaterabend an einen großen, runden Tisch.

Noch weiß niemand, wer die Gäste und die Gastgeber des Abends sind, als eine Person aufsteht und sich in der Mitte des Tisches ein Mikrophon nimmt. Mit Kafkas »Bericht für eine Akademie« beschreibt er sein Ringen um Zugehörigkeit und den Preis der Anpassung: seine »Menschwerdung« als Akt der Selbstdressur und Fremdbestimmung. Bald treten weitere Personen auf, um ihre Erzählungen vorzubringen und erobern nach und nach den Tisch, der längst zur Bühne geworden ist. Welten treffen aufeinander und immer wieder stellt sich die Frage nach einem Ausweg. Die Grenze zwischen »uns« und »den anderen« wird in Frage stellt.

Wie definiert sich Menschlichkeit und wie Zugehörigkeit? »Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen? Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleichtun.« Wohin führt uns die Suche nach einem Ausweg?

Mit: Jakob Nepomuk Eder, Emma Meyer, Jasmin Thuy Nga Nguyen, Seide Noffke, Gabriel Oceano Schlager
Regie: Michael Sturminger
Bühne und Kostüme: Paul Sturminger
Dramaturgie: Alexandra Althoff

Eine Kooperation des Lausitz Festivals mit dem Max Reinhardt Seminar, Institut für Schauspiel und Schauspielregie der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

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Alin Coen, © David Dollmann
Konzert

Lausitzlieder

Alin Coen, Haggai Cohen-Milo & Band, Lausitz-Poet:innen

Endlich ist es so weit: Der einzigartige Entstehungsprozess der Lausitzlieder findet in einem Konzert mit der profilierten Singer-Songwriterin Alin Coen seinen vorläufigen Höhepunkt. Erstmals erklingen die Songs von Schreiber:innen aus der Lausitz und tragen die Poesie der Region auf den Schwingen der Musik in die Welt hinaus.

In mehreren Songwerkstätten quer durch die Lausitz, etwa in Zittau, Guben, Cottbus oder Weißwasser, entstanden im Lauf der letzten drei Jahre zahlreiche Liedtexte. Begleitet von erfahrenen Dichter:innen und Spoken-Word-Künstler:innen, brachten Menschen, die aus Leidenschaft und zum Vergnügen schreiben, bei diesen Workshops ihre Geschichten, Wünsche, Sorgen und Nöte in dichterischer Form zum Ausdruck.

Alin Coen, seit Jahren eine feste Größe in der deutschen Singer-Songwriter-Szene, vertont derzeit zusammen mit dem Komponisten und Jazzmusiker Haggai Cohen-Milo eine Auswahl der Lyrics der Lausitzpoet:innen. Anfang September werden sie sie im Gladhouse Cottbus mit einer Band erstmalig zu Gehör bringen.

Die von vielen Stimmen zusammengetragenen Lausitzlieder verschmelzen mit dem melancholisch-einfühlsamen, unverwechselbaren Sound von Alin Coens Musik. Beim Konzert sollen auch die Lausitzpoet:innen selbst porträtiert werden.

Die Lausitzlieder-Songwerkstätten fanden in Kooperation mit Friedensgrenze e. V. Guben, Gladhouse Cottbus, Soziokulturelles Zentrum Telux Weißwasser/Oberlausitz, Hillersche Villa Zittau statt. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Partnern für diese Zusammenarbeit.

Die Texte kommen von: Frank Dingeldey, Maxi Erler, Katja Körner, Lars Linke, Lee-Ann Müller, Konstanze Niemz, Susann Pötschke, Rosalie Renner, Dana Shanti, Peter Wiebke

Mentor:innen: Johannes Berger, Julian Heun, Elke Hübner-Lipkau, Mickey Rose, Dana Shanti, Ken Yamamoto

Einlass: 19:00 Uhr

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© Just Loomis
Aufführung

Passion. Über die Menschlichkeit

Nach dem Roman von Amélie Nothomb

Schauspiel: Götz Schubert
Musik: Manuel Munzlinger


In ihrem Buch »Passion«, das 2020 im Original unter dem Titel »Soif« (Durst) erschien, versetzt sich die belgische Schriftstellerin Amélie Nothomb in einen jungen Mann, der die letzte Nacht vor seiner Hinrichtung in Golgatha erlebt: Jesus von Nazareth. Allein in seiner Zelle, reflektiert er über seinen Weg dorthin und alles, was danach kommt.

In Nothombs fiktionalem inneren Monolog spricht Jesus über seine Wunder, die große Liebe, Verrat und seinen überwältigenden Durst nach Würde und Vergebung. »So nah war mir Jesus noch nie«, sagt der Schauspieler Götz Schubert über seine Empfindungen nach der Lektüre dieses Buchs. Der Monolog hat ihn so beschäftigt, ja, gepackt, dass er den kraftvollen Text für die Bühne eingerichtet hat. Schubert, in der Rolle als Görlitzer Kommissar Burkhard »Butsch« Schulz in der Krimiserie »Wolfsland« längst Lausitzer der Herzen, begeisterte beim Lausitz Festival in den Jahren 2024 und 2025 durch seine Rolle als Jago in »Othello/Die Fremden« das Publikum. Auch in diesem Jahr ist er wieder bei einer Shakespeare-Inszenierung zu erleben (»Hamlet«).

In einem besonderen Veranstaltungsformat gibt Schubert in der Dorfkirche Cunewalde Nothombs Jesus eindrucksvoll Stimme und Präsenz. Der Oboist und Produzent Manuel Munzlinger hat dazu einen Soundtrack geschaffen, der elektronische Klänge mit einer live gespielten Oboe kombiniert. Das Duo nennt den Abend ein MusikHörSpiel, da er Musik, Text und Schauspiel untrennbar zu einem vielschichtigen Gesamtkunstwerk miteinander verwebt.

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© Marco Borggreve
Klavierkonzert

BACHKURTÁG - Pierre Laurent Aimard

Pierre Laurent Aimard spielt Klaviermusik von Johann Sebastian Bach und György Kurtág

Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard bringt für sein Recital im Saal der Brüdergemeine Herrnhut nicht weniger als 33 Stücke mit. Die meisten davon sind allerdings ausgesprochen kurz – es handelt sich dabei um Miniaturen des ungarischen Komponisten György Kurtág, der im vergangenen Februar bei guter Gesundheit in Budapest seinen 100. Geburtstag gefeiert hat. Aimard verflicht Kurtágs Miniaturen mit Auszügen aus dem »Wohltemperierten Klavier« und der »Kunst der Fuge« von Johann Sebastian Bach. Das Konzert bietet die rare Gelegenheit, Korrespondenzen und Reibungen zwischen den beiden zweieinhalb Jahrhunderte auseinanderliegenden Komponisten zu erleben, gespielt vom dafür wohl kompetentesten Interpreten der Welt.  

György Kurtágs Sammlung kurzer Klavierstücke, die er mit dem Titel »Játékok« (ungarisch für »Spiele«) versehen hat, umfasst mehr als 400 Miniaturen und wird stetig erweitert. Der Komponist bezeichnet sie als »Werkstatt für mein Leben, ein Notizbuch«. Kurtág zählt zu den weltweit bedeutendsten lebenden Komponisten und arbeitet seit Jahrzehnten eng mit Pierre-Laurent Aimard zusammen, zuletzt am Album »Kurtág: Játékok«, das im Mai 2025 erschien. Dass der Pianist seiner Auswahl aus »Játékok« im Konzert Auszüge aus Johann Sebastian Bachs »Das wohltemperierte Klavier« und »Die Kunst der Fuge« gegenüberstellt (beide Werke hat er ebenfalls eingespielt), ist alles andere als eine postmoderne Laune: Kurtág sieht Bachs Werk als zentrale Referenz für sein eigenes Schaffen. In seinem Programm setzt Aimard überdies eine kluge musikalische Dramaturgie in Gang. Das Ganze wird zu mehr als zur Summe seiner 33 Teile.

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© Stan Augris
Jazz

Drei Joker des Jazz

Vincent Peirani / Federico Casagrande / Ziv Ravitz

Akkordeon: Vincent Peirani
Gitarre: Federico Casagrande
Schlagzeug: Ziv Ravitz


Der Trioabend »Jokers« des französischen Akkordeonvirtuosen Vincent Peirani mit Federico Casagrande (Gitarre) und Ziv Ravitz (Schlagzeug) verspricht ein energiegeladenes Konzerterlebnis mit einer Vielzahl an lebendigen und individuellen Sounds zwischen Jazz, Rock und subtilen elektronischen Einflüssen.

Die Stücke wirken wie Momentaufnahmen eines imaginären Films: atmosphärisch dicht, rhythmisch prägnant und von großer dynamischer Bandbreite. Das Akkordeon steht im Zentrum, wird aber in seinem Klangspektrum durch Effekte erweitert und nimmt immer wieder neue Rollen ein. 

Der Titel »Jokers« verweist auf ein musikalisches Prinzip der Beweglichkeit: Rollen verschieben sich, Strukturen bleiben durchlässig, das Zusammenspiel lebendig und überraschend. So entsteht ein Programm, das durch seine unmittelbare Ausdruckskraft überzeugt.

In der historischen Maschinenhalle der Brikettfabrik Louise in Domsdorf schreibt das Lausitz Festival mit diesem Trioabend eine Tradition fort, die dort vor fünf Jahren mit einem Auftritt der Sängerin Cécile McLorin Salvant begann. Seither genießt Jazz in Domsdorf einen besonders guten Ruf, nicht zuletzt wegen der außergewöhnlichen Atmosphäre des Spielorts.

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© shutterstock
Schauspiel

Erste letzte Sekunde

Eine Gala von Christoph Marthaler

Galas sind ein Relikt aus Zeiten, in denen glamouröse öffentliche Feierstunden mit großem Aufwand betrieben und von Millionen Menschen eingeschaltet oder besucht wurden. Es gab gigantische Dekorationen, Orchester, Ballette, internationale Stargäste, Goldregen, Windmaschinen und elegant angegraute Moderator*innen mit hinterhältigem Humor.

Galas gibt es auch heute noch. Vermutlich sogar mehr als früher, allerdings überbieten sie sich in immergleichen Verläufen, austauschbaren Textbausteinen für Moderationen und Dankesreden sowie Bühnenbildern im Dubai-Stil. Überreicht werden absurde Pokale für Einzel- und Gruppenleistungen im Film-, Musik- und Theaterbusiness sowie Preise für Lebenswerke und Zivilcourage.

Wenn nun Christoph Marthaler eine Gala inszeniert, dann werden in der Lücke zwischen den überbordenden Blumensträußen rechts und links der Bühne zwar immer wieder Personen geehrt, eigentlich jedoch beschäftigt sich die Gala ausnahmsweise einmal ganz mit sich selbst und feiert das Gala-Wesen in allen vorstellbaren Klängen, Formen und Farben. In Marthalers Gala feiert die Gala ein musikalisches Fest der Gleichzeitigkeit! Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser wundervollen Kunstform verschmelzen in einer einzigen ersten letzten Sekunde. Und weil der homo sapiens so etwas schlecht aushält, steht augenblicklich die Frage im Raum: Was kann die Gala, was wir nicht können? Bietet sie Trost in den schweren Stunden von Veränderung, Abschied und Aufbruch? Ja und nein, denn wie wir alle wissen, vergeht ja nicht die Gala, sondern immer wieder aufs Neue nur der einzelne Mensch. Das ist ungerecht, bietet der Gala als solcher aber berechtigte Hoffnung auf immerwährende Existenz! Was für Aussichten!

Mit: Tora Augestad, Liliana Benini, Raphael Clamer, Bendix Dethleffsen, Rosemary Hardy, Ueli Jäggi, Hardy Kayser, Clemens Sienknecht, Sebastian Zuber
Orchester: Symphoniker Hamburg – Laeiszhalle Hamburg Orchester
Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling
Regie: Christoph Marthaler
Mitarbeit Regie: Joachim Rathke
Bühne: Duri Bischoff
Kostüme: Sara Kittelmann
Dramaturgie: Malte Ubenauf

Eine Koproduktion von Internationales Sommerfestival Kampnagel, Lausitz Festival und Symphoniker Hamburg.

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© Suhrkampverlag
Lesung

Vom Eros frischer Druckfarbe

Judith Schalansky im Gespräch mit Thoralf Czichon

Die Essays in Judith Schalanskys neuestem Buch »Marmor. Quecksilber. Nebel. Woraus die Welt gemacht ist« sind Paradestücke gedanklicher Beweglichkeit. Die Autorin verknüpft winzige Details mit großen Zusammenhängen. Den Naturwissenschaften begegnet sie mit Poesie, Diffusem mit Klarheit. Drei Materialien in drei unterschiedlichen Ag-gregatzuständen – eben Marmor, Quecksilber und Nebel – nimmt sie zum Ausgangspunkt faszinierend eigenwilliger Reflexionen über Welt, Wahrnehmung und Kunst. Freimütig setzt sich die Autorin über Gattungsgrenzen hinweg, um uns an den assoziativen Gedankenströmen ihrer geistsprühenden Essays teilhaben zu lassen.

Ihre neuesten Texte bilden den Ausgangspunkt dieses Abends, der seinerseits zwischen Gespräch und Lesung zu mäandern beabsichtigt. Im Austausch mit Thoralf Czichon, dem jungen Literatur-YouTuber (»LiteraturNews«) und seit dieser Saison Dramaturg Literatur des Lausitz Festivals, ist eine Wort-, Bild- und Sprechkünstlerin zu erleben, für die Bücher elementare Gedächtnisträger menschlicher Kultur sind, medial gebundene Zeitkapseln und dazu noch visuell-haptische Kunstwerke mit hohem emotionalem Wert.

Schalansky, gelernte Buchgestalterin und u. a. Herausgeberin der im Verlag Matthes & Seitz verlegten Buchreihe »Naturkunden«, ist in der DDR aufgewachsen. Wollte sie als Kind auf Reisen gehen, musste sie sich über Bücher in die weite Welt hinaus-träumen. Noch heute blickt sie vom Cockpit der Bibliothek – ihrem heiligen Recherchezentrum – wie durch ein Facettenauge holistisch auf unsere Welt und kartografiert etwa entlegene Flecken, die sie selbst nie bereisen wird (»Atlas der abgelegenen Inseln«) oder spürt endgültig verlorenen und verschollenen Dingen nach (»Verzeichnis einiger Verluste«). Auszug aus möglichen Gesprächsthemen: Eine Enzyklopädie für das 21. Jahrhundert, die Sehnsucht nach unentdeckten Landstrichen, waghalsige künstlerische Ideen, die Schifffahrt des Mittelalters, griechische Mythologie, die Erotik frischer Druckfarbe.

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© Hernan Rodriguez
Jazz

Dee Dee Bridgewater & Trio

Festival-Finale mit der Jazz-Legende und ihrem Programm WE EXIST!

Die US-amerikanische Sängerin Dee Dee Bridgewater gehört zu den bedeutendsten Interpretinnen des Great American Songbook, doch ihre Strahlkraft reicht weit über dieses Repertoire hinaus: intensiv und glanzvoll widmet sie sich immer wieder auch stark vom Soul und dem Blues geprägten Songs aus der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, etwa »Mississippi Goddam«, »Trying Times«, »The Danger Zone« oder »Why (Am I Treated So Bad)«. Sie beherrscht die hohe Kunst des Scat-Gesangs aus dem Effeff, wickelt ihr Publikum aber auch mit jedem anderen Ton ihrer großartigen Stimme um den Finger.

In ihrem Songprogramm WE EXIST!, dessen Titel gewiss nicht unabsichtlich an ein enorm einflussreiches Jazz-Album des Drummers Max Roach aus dem Jahr 1960 erinnert (»We Insist! Freedom Now Suite«), bündelt Dee Dee Bridgewater ihre große Lebenserfahrung und all ihre künstlerischen Kräfte. Seit einiger Zeit arbeitet sie live bevorzugt in Triobesetzungen, in denen ausschließlich Frauen spielen. Female Empowerment, Kämpferisches und Lebensfreude verbinden sich in ihren Konzerten zu einem Gesamterlebnis, das ihr Publikum beschwingt, beglückt und bestärkt.

Ein wahrlich geschöpferisches Finale!

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5

Lausitz Festival

25.8. bis 13.9.2026

Drei Wochen Kunst und Kultur im Herzen Europas

Konzert, Theater, Tanz, Musiktheater, Film, Jazz, Ausstellung, Gespräch, Literatur



Das Inspirationswort des Festivals 2026 lautet geschöpferisch.



Es feiert die menschliche Fähigkeit, ungeachtet aller Rückschläge und Hindernisse immer wieder den Neuanfang zu wagen. Auch für die vielen Wandlungen in der Lausitz kann geschöpferisch ein guter und inspirierender Impuls sein.

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Ereignisse / Festival Lausitz-Festival 25.8. bis 13.9.2026
Familie+Kinder / Freizeitpark Kulturinsel Einsiedel
Ereignisse / Theater Waldbühne Jonsdorf Kurort Jonsdorf, Im Wiesental
Ereignisse / Festival VIATHEA Görlitz Görlitz, Demianiplatz 2
Ereignisse / Festival Lausitzer Musiksommer Bautzen Bautzen, Fleischmarkt 1
Ereignisse / Festival Int. Messiaen-Tage
Görlitz/Zgorzelec
Görlitz, Demianiplatz 40
Ereignisse / Theater Amphitheater Senftenberg Senftenberg, Strandpromenade
Ereignisse / Kulturveranstaltung Augen auf - Zivilcourage zeigen! Großhennersdorf, Am Markt 11
Ereignisse / Theater Freilichtbühne Spremberg Spremberg , Wiesengasse
Ereignisse / Kulturveranstaltung Lausitzhalle Hoyerswerda Hoyerswerda , Lausitzer Platz 4

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