Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition
Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.
Eine Tragödie von William Shakespeare
in der Übersetzung und Bearbeitung von Thomas Melle
Premiere: 30.1.2026
„Welche von euch liebt mich am meisten?“, fragt König Lear seine drei Töchter Goneril, Regan und Cordelia, um sein Reich nach dem beschworenen Liebesbekenntnis gerecht unter ihnen aufzuteilen. Doch er verrechnet sich: Ausgerechnet seine liebste Tochter Cordelia weist den Liebeswettbewerb zurück und fordert stattdessen Ehrlichkeit. Lear – außer sich vor Wut – verbannt sie und teilt sein Land unter den anderen beiden Töchtern auf. Bedingung: Er und sein Gefolge werden Monat für Monat abwechselnd von einer der beiden verpflegt und untergebracht. Doch Goneril und Regan sind dieser Forderung schnell überdrüssig, wollen ihn loswerden und entmachten ihn bei der erstbesten Gelegenheit. Der einstmals große König, gänzlich auf die nackte menschliche Existenz reduziert, verfällt zunehmend dem Wahnsinn, von allen verlassen – außer seinem Hofnarren. Da kommt Meldung aus Frankreich, dass die verbannte Cordelia ein Heer aufgestellt hat, um ihn zu retten und gegen die eigenen Schwestern zu kämpfen. Eine beispiellose Gewaltspirale wird in Gang gesetzt. An ihrem Ende sind alle tot. Fast.
Wie sieht es heute aus, wenn ein Herrscher abtritt und sein Land oder seinen Besitz der nächsten Generation übergibt? Ändern sich damit Machtstrukturen? Thomas Melle bleibt in seiner Bearbeitung zwar nah an der Handlung des Originals, verschiebt jedoch wichtige Akzente hin zu einem zeitgemäßen Generationenkonflikt und katapultiert das Stück auch sprachlich ins Heute, in eine Welt im Umbruch. In dieser Welt kämpfen verfeindete Lager mit Hilfe von „alternativen Wahrheiten“, niemand diskutiert miteinander, stattdessen ringen alle hasserfüllt um Deutungshoheit. Doch was hält die Weltgemeinschaft noch zusammen, wenn sie von keiner gemeinsam geteilten Wahrheit mehr getragen wird?
In der Regie von Lars-Ole Walburg, bekannt in Kassel unter anderem als Regisseur von Singletreff (UA), Auf Wache (UA) und Der Funke Leben (UA), entwickelt sich Shakespeares grausame Tragödie zu einem düsteren Sinnbild für unsere moderne Gesellschaft, in der sich verschiedene Weltanschauungen und Realitäten ohne Kommunikationsbereitschaft unversöhnlich gegenüberstehen – und Machtgier die einzige Konstante bleibt.
Regie: Lars-Ole Walburg
Bühne: Maria-Alice Bahra
Kostüme: Maria Walter
Musik (auch Live): Martin Engelbach
Licht: Brigitta Hüttmann
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Alexander Olbrich
In Kooperation mit dem Fachgebiet Literaturwissenschaft Anglistik und Amerikanistik der Universität Kassel.
Termine
Fr 30.1.2026, 19:30 | Premiere
So 15.2.2026, 18:00
Mi 18.2.2026, 19:30und weitere Termine
Fr 20.2.2026, 19:30
Di 3.3.2026, 19:30
Fr 6.3.2026, 19:30
Mi 11.3.2026, 19:30
Fr 13.3.2026, 19:30
Sa 14.3.2026, 19:30
Kassel, 2006: Mit nur 41 Jahren verstirbt Markus Zimmer an Multiorganversagen. Freund:innen und Familie konnten ihn nicht vor seiner Sucht retten. Ein genialer Musiker, ein sensibler Mensch, bekannt für seinen Geschlechterklischees unterwandernden Stil, sein ausschweifendes Leben und seine Musik.
„Feels like I’m in heaven, oh I feel so fine. If you were only here my friend, you would have a real cool time.“
Markus Zimmer, genannt Zimbl, war der charismatische Frontmann der Punkband The Bates, die mit ihren eingängigen Melodien sowie rotzigen Coverversionen bekannter Poptitel die deutsche Musikszene der Neunziger Jahre und der Jahrtausendwende prägten - weit über Nordhessen hinaus.
„You forgot to kick some asses, you forgot to kick some asses…“
In einem Motel zwischen Eschwege und Phoenix: Seltsame Gäste weht es in einer Gewitternacht in das Bates Motel: einen Schlagzeuger, lädiert durch einen Autounfall, einen Priester mit einem geheimnisvollen Koffer, eine mysteriöse Geschäftsfrau auf der Flucht. Was wollen sie von dem schüchternen Rezeptionisten? Und wer ist die seltsame Frau mit dem Messer…? Alfred Hitchcocks Film Psycho war die Inspiration für den Namen der Band, die der junge Zimbl und seine Freunde Klube, Armin und Pogo - zu denen später noch Reb und Dully stießen – gründeten.
20 Jahre nach Zimbls Tod inszeniert und schreibt Regisseur Dominique Schnizer einen Theaterabend über Zimbl, mit Erinnerungen seiner Freund:innen und Wegbegleiter:innen und der unsterblichen Musik der Bates. Und auch der fiktive Namensgeber der Band hat einen Auftritt. Verbunden in ihrer Einsamkeit begegnen Norman Bates und Zimbl ihren inneren Dämonen. In einem Motel irgendwo zwischen Eschwege, Hessen und Phoenix, Arizona durchleben sie noch einmal die entscheidenden Momente ihrer eigenen komplizierten Geschichte.
„Feels like I’m in heaven“
In Kooperation mit Scheibenbeisser – Hessens großer und unabhängiger Schallplatten- und CD-Laden.
Musikalische Stückentwicklung von Dominique Schnizer
Regie: Dominique Schnizer
Bühne und Kostüme: Christin Treunert
Musik (auch Live): Augustin Zimmer
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Termine
Di 3.2.2026, 19:00 | Voraufführung
Fr 6.2.2026, 20:15 | Premiere
So 15.2.2026, 18:00und weitere Termine
Fr 20.2.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Virgina Woolf nannte ihn „den langweiligsten Roman der Welt“. Kurt Tucholsky verglich dieses Werk mit einem Maggi Brühwürfel, der über Generationen hinweg mittelmäßig aufgebrüht werden würde.
Ulysses, der Roman, der James Joyce für immer berühmt machte, gilt nichtsdestotrotz als eines der großen literarischen Meisterwerke des 20. Jahrhunderts. Bei der Veröffentlichung wurde der Roman als blasphemisch und pornografisch verdammt und schon bald in mehreren Ländern zensiert oder verboten.
Angelehnt an die Irrfahrten des griechischen Helden Odysseus, schildert Joyce die Ereignisse eines einzigen Tages, dem 16. Juni 1904, in Dublin. Doch statt heroischer Abenteuer erlebt das Romanpersonal die alltäglichen Prüfungen des Lebens in einer urbanen, entfremdeten Welt. Diese Welt gleicht in ihrer Normalität über alle Zeiten hinweg auch der unseren. Und auch die Begegnungen gleichen weniger den mythischen Herausforderungen der antiken Monster Skylla und Charybdis, sondern eher denen, die auch unser Leben bestimmen. Die Handlung folgt drei Hauptfiguren: Stephen Dedalus, einem jungen, intellektuellen Künstler, Leopold Bloom, der mit Freund:innen und Unbekannten durch Dublin Kassel irrt, und Molly Bloom, Leopolds vorgeblich untreuer Ehefrau. Über ihre Schulter hinweg erleben wir eine männlich geprägte Welt – von der Antike bis heute. Die Geschichten der Figuren verweben sich durch ihre Kämpfe, nicht gegen Ungeheuer, sondern mit Themen wie Identität, Einsamkeit, Liebe, Sexu-
alität und den Sinn des Lebens.
Bert Zander wählt diesen Roman als Vorlage und verlagert die radikal menschliche Erzählung des Ulysses in den Theaterraum – und mit Live-Videoaufnahmen auch in die Stadt, ihre Kneipen, Taxis und Straßen. Ästhetisch einzigartig, lässt Bert Zander eine Welt zwischen Video und Theater entstehen und macht so in seiner, nach FAUSTGretchen und Krieg und Frieden, dritten Arbeit am Staatstheater Kassel einen weiteren großen Stoff der Weltliteratur neu erfahrbar. Fragt man ihn, wie er Handlung und Moral des Romans zusammenfassen würde, zitiert Zander das letzte Wort des Ulysses: „Yes.“
In Kooperation mit dem Irish Pub Kassel: The Shamrock.
Schauspiel
Regie: Bert Zander
Bühne und Kostüme: Lene Schwind
Musik: Erik Veenstra
Licht: Stefanie Franke
Video: Bert Zander
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Laura Kohlmaier
Produktionsleitung: Winnie Wilka
Termine
Mo 16.3.2026, 19:00 | Voraufführung
Fr 20.3.2026, 20:15 | Premiere
Eine poetisch-politische Erforschung nach Heinrich Heines Deutschland. Ein Wintermärchen
Uraufführung: 27.3.2026
„Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.“
Das schreibt der berühmte Dichter Heinrich Heine in seinem Versepos Deutschland. Ein Wintermärchen, als er 1843 in sein geliebtes, sein gehasstes Deutschland reist, um seine Mutter zu besuchen. Schon seit zwölf Jahren lebt er im französischen Exil und hat Sehnsucht nach der Heimat: Heine, der Jude, der Christ, der Deutsche, der Franzose, der Romantiker, der Erotiker, der ironische Überwinder der Romantik – und der politische Schriftsteller.
Der Freund von Marx und Engels erhofft sich eine emanzipatorische Revolution für Deutschland und kann doch nicht die Augen verschließen vor allem, was dem im Wege steht und was er kunstvoll-spöttisch in seiner Dichtung besingt: den deutschen Korpsgeist, die Spießigkeit, die Schwermütigkeit, die Ordnungsliebe und die gar nicht so liebe Ordnung, die durch Gewalt und Zensur in seinem Geburtsland herrscht.
Und heute? Wo stehen wir in Bezug auf Heines Deutschlandkritik und seinem Ruf nach Veränderung angesichts der globalen Polykrisen, des allgemeinen Vertrauensverlustes in die Demokratie, der Rückkehr des Konservatismus, Autoritarismus, Chauvinismus, Populismus, Nationalismus, des universalen „Me First“, „Nation First“? Was ist aus Heines neuem Lied geworden? Singen wir wieder das alte?
Autor und Regisseur Alexander Eisenach lässt sich in dieser Stückentwicklung von Heines lyrischem Werk inspirieren, um nach Zonenrandgebiet (UA) und Anthropos Antigone (UA) seine poetisch-politische Erforschung deutscher Geschichte in Kassel fortzuschreiben und die Frage nach unserem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis, unseren Zukunftsängsten und reaktionären Sehnsüchten – der GERMAN ANGST – zu stellen. Und doch, trotz alledem:
„Gib dich zufrieden, Vater Rhein,
Denk nicht an schlechte Lieder,
Ein besseres Lied vernimmst du bald –
Leb wohl, wir sehen uns wieder.“
In Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Universität Kassel und dem Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben.
Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Sibylle Pfeiffer, Carsten Rüger
Lichtdesign: Carsten Rüger
Kostüme: Bettina Werner
Sounddesign: Sven Michelson
Video: Oliver Rossol
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Animation: Sarah Franke
Dramaturgie: Alexander Olbrich
Beleuchtungsmeister: Oskar Bosman
Termine
Di 24.3.2026, 19:00 | Voraufführung
Fr 27.3.2026, 19:30 | Uraufführung
„Tanz ist die Mathematik der Bewegung zur Musik.“ (Robozee)
Mit Blossom & Decay widmet sich Robozee einem der grundlegendsten und doch tiefgründigsten Zyklen des Lebens – dem stetigen Wechsel von Wachstum und Verfall. Blossom & Decay zeigt den fragilen Kampf zwischen Individuum und Gemeinschaft, zwischen Kontrolle und Hingabe. Es thematisiert die paradoxe Schönheit des Lebens, die sich im Angesicht von Zerstörung und Verfall immer wieder neu entfaltet, nur um erneut in den Abgrund zu stürzen.
Robozee lässt in Blossom & Decay die pulsierenden Rhythmen des urbanen Tanzes auf das Spielzeitthema von TANZ_KASSEL stoßen, das japanische Konzept des Kaika (Ë“ü£). In einer Welt, die von Chaos, Zerstörung und sozialer Unruhe geprägt ist, wird der Moment der Blüte zu einem Symbol für die paradoxe Schönheit, die aus Dunkelheit und Vernichtung hervorgeht, um schließlich wieder in die Zerstörung zu führen.
Der Sound von Randomhype, alias Christian Düchtel, in Blossom & Decay ist mehr als nur ein klanglicher Hintergrund: Er wird zum Nährboden, auf dem sich der Tanz entfaltet. Elektronische, urbane und pulsierende Klänge verstärken den Zyklus von Wachstum und Verfall und machen ihn erlebbar. Diese musikalische Basis beeinflusst den Tanz und wird gleichzeitig von ihm geprägt, ähnlich wie die Umwelt das individuelle und kollektive Leben beeinflusst.
„Blossom & Decay lädt ein, die Vergänglichkeit des Lebens zu erkennen und zugleich den flüchtigen Moment von Schönheit und Aufblühen zu würdigen. Ich fordere das Publikum heraus, sich der Zerbrechlichkeit des Seins und der dualen Natur von Schönheit und Verfall bewusst zu werden. Dabei hinterfrage ich die Auswirkungen des Kapitalismus. Der Tanz wird so zu einer physischen Reflexion über das Werden und Vergehen im Kontext einer von kapitalistischen Interessen geprägten Welt.“ (Robozze)
Christian Zacharas alias Robozee ist eine prägende Figur der Tanz- und Improvisationsszene. Er ist eine feste Größe in der deutschen Hip-Hop- und Popping-Szene und trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung dieser Kunstform bei.
Choreographie: Robozee
Bühne und Kostüme: Nuphar Barkol
Sounddesign: Randomhype
Licht: Stefanie Dühr
Video: Nuphar Barkol
Dramaturgie: Lars Gunnar Anderstam, Thorsten Teubl
Termine
Fr 30.1.2026, 20:15
Sa 7.2.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
SEASON 5: Let’s Talk About Blossom & Decay bewerten:
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Bewertungen & Berichte SEASON 5: Let’s Talk About Blossom & Decay
Schauspiel
Stück aus Holz
Eine Komödie von Felicia Zeller
Ein Besuch im Forstamt, vielleicht in Hessen, dem Bundesland mit eigenem Urwald: Ein Sturm hat im Wald gewütet und die sowieso über Jahrzehnte ausgebeutete Forstanlage noch weiter beschädigt. Doch auch von Menschen abgeladener Müll, die hohe Waldbrandgefahr und der Borkenkäfer machen den Förster:innen in diesem Holzstück zu schaffen. Zu allem Überfluss sind durch die Aufräumarbeiten auch noch die geregelten Arbeitszeiten im Forstamt in Gefahr. Die Bedrohungslage ist ernst in Felicia Zellers neuestem Stück, in dieser waldigen Komödie voller hölzerner Sätze.
Konfrontiert mit einer sich rasant verändernden Welt, in der Holz und Profit nah beieinander liegen, werden die Förster:innen und ihr Revierleiter vor die Frage gestellt, ob „Wald“ sich wirklich immer lohnen muss oder ob nicht doch das Nichtstun die Antwort sein könnte. Vielleicht kann die neu ernannte „Försterin für Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ die Probleme beseitigen? Oder doch die Podcasterin Noa, die das Geschehen dokumentiert, einen Blick von außen behält und sogar den Borkenkäfer interviewt?
In Stück aus Holz (UA), einem Auftragswerk für das Staatstheater Kassel, stehen Baumreihen neben Satzreihen, finden sich Kahlflächen und verlieren sich abgesägte Sätze im Wald.
Die Autorin Felicia Zeller, bekannt für ihren scharfen Blick und bitterbösen Humor, schreibt Theatertexte und Prosa. Ihre Stücke wurden mehrfach zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Stück aus Holz (UA) ist ihre erste Arbeit für das Staatstheater Kassel, jedoch nicht ihre erste Zusammenarbeit mit der Regisseurin Marie Bues. Das Stück aus Holz wird der fünfte Text von Felicia Zeller sein, der in der Regie von Marie Bues auf die Bühne kommt. Bues ist bekannt für ihre experimentellen zeitgenössischen Theaterpraktiken und ihre enge Zusammenarbeit mit Autor:innen der Gegenwartsdramatik. Seit der Spielzeit 23/24 ist sie Mitglied des Leitungsteams am Schauspielhaus Wien.
Regie: Marie Bues
Choreographie: Mason Manning
Bühne und Kostüme: Indra Nauck
Sounddesign: Lila-Zoé Krauß
Licht: Oskar Bosman
Dramaturgie: Ulf Frötzschner
Tanz-Uraufführung von Anne Suurendonk
JUST / für alle ab 14 Jahren
Like Flowers through Walls.
Alles bebt, die Wände wackeln. Erschütterungen, Erdstößen gleich.
Risse in der Fassade.
Das Erwachsenwerden, die sogenannte Pubertät, ist geprägt von Veränderungen, Herausforderungen und Erwartungen. „Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“; das emotionale Auf und Ab in der Pubertät ist sprichwörtlich. Neue Entwicklungen und Verknüpfungen im Gehirn führen zu spontanen Ideen und Impulsen, zu Gefühlsausbrüchen und zu Neuorientierung. Dabei können sich bereits vorhandene Charaktereigenschaften weiterentwickeln oder ganz neue Persönlichkeiten entstehen.
In Wall/Flower erkundet die niederländische Choreografin Anne Suurendonk mit Tänzer:innen von TANZ_KASSEL die Spannungen zwischen dem Intro- und Extrovertiert-Sein. Zwei scheinbar gegensätzliche Kräfte, die als Kategorisierungsvarianten menschlicher Verhaltensweisen dienen. Die Tänzer:innen verkörpern den Konflikt zwischen der ruhigen Anziehungskraft der Selbstreflexion und dem Drang, sich mit der Welt zu verbinden. Eine tänzerische Erkundung des „Aufblühens“ in einer Welt, die sich ständig verändert und ständige Veränderung erfordert.
Anne Suurendonk studierte Tanz an der Amsterdam School of Arts und arbeitete anschließend als freiberufliche Choreografin. Von 2020 bis 2024 war sie Hauschoreografin am Danstheater AYA, wo sie auch für junges Publikum arbeitete. In ihrer Arbeit geht es um Emotionen und darum, wie man der inneren Welt eine Form geben kann. Im Zentrum steht ihre rhythmische, dynamische Bewegungssprache, angetrieben von elektronischer, zeitgenössischer Musik.
Zur Einstimmung auf den Theaterbesuch gibt es für Schulklassen die Möglichkeit, mit der Tanzpädagogin Ilana Reynolds durch Physical introductions und Physical traces den Vorstellungsbesuch vor- und nachzubereiten. Für detaillierte Informationen wenden Sie sich bitte an ilana.reynolds@staatstheater-kassel.de
Choreographie: Anne Suurendonk
Bühne und Kostüme: Anna-Maria Peter
Sounddesign (bis Premiere): Tom van Wee
Licht: Stefanie Dühr
Dramaturgie: Carlotta Rogge, Lars Gunnar Anderstam
Produktionsleitung: Barbara Frazier
Termine
So 8.2.2026, 16:00
Mo 9.2.2026, 11:00
Di 10.2.2026, 11:00und weitere Termine
Mi 18.2.2026, 11:00
Do 19.2.2026, 11:00
Di 24.2.2026, 11:00
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Hinter Letzter Frühling verbirgt sich Le Sacre du Printemps von Igor Strawinsky, vielleicht das Schlüsselwerk der Musik- und Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts überhaupt. Strawinskys Frühlingsopfer war bereits bei seiner Uraufführung am 29. Mai 1913 in Paris ein Skandal. Claude Debussy bezeichnete das Werk aufgrund seiner gewaltigen musikalischen Klangdimensionen als „Massacre du Printemps“. Dahinter steckte ein Totalangriff des Komponisten und des Uraufführungschoreografen Vaslav Nijinski auf althergebrachte Sehgewohnheiten, auf die Ästhetik des klassischen Balletts und auf die perfiden Strukturen von Macht und Hierarchie im Theater. Beide stießen damit eine Türe auf zu etwas vollkommen Neuem, zu unserer Gegenwart. Strawinsky sollte Recht behalten: Paris hat seine schlechte Laune bei der Uraufführung schnell vergessen –
Le Sacre du Printemps gehört heute zu den meist gespielten Tanzstücken überhaupt.
Die beiden israelischen Choreografen Yossi Berg und Oded Graf tauchen in Letzter Frühling | Last Spring | אביב אחרון hinab in die Seele des Werks und legen es in seiner Verwundbarkeit offen. Ein Abenteuer beginnt. An diesem Abend wird Strawinskys Sacre zweimal zu erleben sein, einmal in einer Besetzung mit vier Tänzerinnen und einmal mit vier Tänzern. „Leidenschaft und Begehren, Eros und Thanatos, die Dynamik von Männlichkeit und Weiblichkeit treffen aufeinander – in einem Körper.“ Yossi Berg und Oded Graf
Yossi Berg und Oded Graf werfen Fragen auf, wie sich Geschlecht und menschliches Sein durch Bewegung, Formensprache, Dynamik und Ästhetisierung positionieren und verändern. Das Werk Le Sacre du Printemps entstand als monumentale Ikone am Vorabend des Ersten Weltkriegs – jetzt untersuchen die beiden Choreografen erneut die Fragen von Ethos, Opferbereitschaft und Nation im Kontext weiblicher und männlicher Energie. Ein Endzeitspektakel voller widersprüchlicher Bilder des kollektiven Gedächtnisses, welches von fanatischer Leidenschaft und stürmischer Sexualität bis hin zu Mitgefühl und poetischer Zärtlichkeit reicht.
Tanz-Uraufführung von Yossi Berg und Oded Graf (Israel)
Choreografie und Inszenierung: Yossi Berg, Oded Graf
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Lars Gunnar Anderstam, Thorsten Teubl
Proben- und Trainungsleitung: Tse-Wei Wu
Termin
Sa 31.1.2026, 18:00
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Bewertungen & Berichte SEASON 3 - Let’s Talk About Sacre
Schauspiel
vor die hunde
ein Auftragswerk von Nora Mansmann
in einer Bearbeitung von Sarah Franke
"vor die hunde (UA)" ist eine szenische Collage von Wanderbewegungen aus Deutschland nach Brasilien seit dem 16. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht das deutsch-brasilianische Paar Marlene und Rosa. Um sie herum werden Schlaglichter auf verschiedene Zeitepochen geworfen. Menschen, die aus verschiedensten Gründen ihre Heimat verlassen haben, die sich (gewaltvoll) ein neues Zuhause geschaffen haben oder sich eben nie ganz heimisch fühlen konnten.
Vor knapp 500 Jahren hat sich Hans Staden aus Nordhessen auf den Weg gemacht und ist auf der Suche nach einem besseren Leben gleich zweimal zufällig in Brasilien gelandet. Danach schreibt er das erste deutschsprachige Buch über Südamerika: eine aus heutiger Sicht reißerische Schilderung von Begegnungen mit der indigenen Bevölkerung. In seiner Heimat fast vergessen, ist er in Brasilien bis heute eine bekannte Figur.
Die aus Kassel stammende Autorin Nora Mansmann verwebt die Erfahrungen von Staden mit denen, die Rosa und Marlene heute machen und die Andere in den 500 Jahren dazwischen gemacht haben. Eine vielschichtige Erzählung über Kolonialismus, Rassismus und die Verflechtung europäischer und südamerikanischer Geschichte. Immer wieder machen Menschen sich auf den Weg von Deutschland nach Brasilien. Emilie - die Frau des Kolonisten, die mit ihrem Mann nach Brasilien muss. Maria Kahle, die Nazipropagandistin, die zufällig dort war, als der erste Weltkrieg ausbrach. Stefan Zweig, der in Brasilien den Sehnsuchtsort gefunden hat, der das zerstörte Europa für ihn nicht mehr sein konnte. Und Rita, die Auswanderin - auch auf der Suche nach dem besseren Leben mit „Samba, Sonne, Lebensfreude.“
Eine Konfrontation mit Geistern der Vergangenheit und der Gegenwart: Stimmen aus der Kolonialgeschichte mischen sich ein, Hunde und Geister widersprechen einander. Die drohende Apokalypse ist als ständige Krise in den Lebensrealitäten der Figuren spürbar. Ein Scharfstellen auf einen Punkt in der Geschichte auf das Jetzt und doch die Gewissheit, das kann nicht das Ende sein, es wird weitergehen. Machen wir etwas anders?
vor die hunde (UA) ist die erste Arbeit für das Staatstheater Kassel der Autorin und Theatermacherin Nora Mansmann. Andere Arbeiten waren bereits zu sehen am Theater Osnabrück, am Maxim Gorki Theater Berlin und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Nach Die Troerinnen: 2nd Season (UA) und Milch & Schuld (UA) ist dies Sarah Frankes dritte Regiearbeit am Staatstheater Kassel.
Regie: Sarah Franke
Choreographie: Gili Goverman
Autorin: Nora Mansmann
Kostüme: Isabell Heinke
Bühne: Ann-Christine Müller
Musik: Felix Thewanger
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Dramaturgie: Laura Kohlmaier
Termine
So 1.2.2026, 20:15
Fr 13.2.2026, 20:15
Sa 28.2.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Eine theatrale Videoinstallation von Bert Zander - gemeinsam mit Kasseler Bürger:innen
„Meine Ruh ist hin“ – einer der Sätze, die bleiben, wenn man sich den Zitatenschatz aus Goethes Faust vergegenwärtigt. Ein Zitat, das das Dilemma Margaretes, genannt Gretchen, widerspiegelt. Der wohlsituierte Gelehrte Dr. Heinrich Faust hingegen ist in der Sinnkrise, verjüngt durch den Bund mit Mephisto drängt es ihn immer weiter zu weltbewegenden Abenteuern und ganz nebenbei zieht ihn das „Ewig Weibliche“ an. Heinrich ist hin- und hergerissen und sucht den Lärm der Welt. Und Gretchen?
Goethe hat den realen Fall der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt (1771) in Frankfurt verfolgt, parallel entstand sein Urfaust , der die althergebrachte Faust-Geschichte nunmehr um die Gretchentragödie ergänzt. Angesiedelt zwischen sozialer Situation und tragischer Liebesgeschichte erzählt sie das reale, fatale und ausweglose Schicksal einer jungen Frau jener Zeit. Nicht nur Faust und sein Begehren, sondern die gewaltigen Umstände der Zeit bringen Gretchen zu Fall. Frauen wie Gretchen waren meist unausgebildet, unwissend, abhängig und bedroht von Armut und Elend.
Welche Spuren hinterlässt Fausts Vorwärtsdrängen im Leben Gretchens, die in bürgerlichen, aber doch ärmlichen Verhältnissen lebt? Welche Chance hatte sie im Leben und wäre ein sozialer Aufstieg überhaupt möglich gewesen? Eine junge Frau zwischen Begehren, Selbstbehauptung und sozialem Zwang auf der einen Seite und Bürger:innen auf der anderen Seite, die Gretchens Geschichte zu kennen glauben und sie aus ihrer Perspektive nacherzählen. Für Ihre Rolle als Gretchen war Emilia Reichenbach 2022 für den Gustav Rühle Preis nominiert.
„Es ist Zeit, dass wir uns auf den Weg machen Gretchen 2021 ihre Würde zurückzugeben“, so Bert Zander, Regisseur und Videokünstler. Seine bisherigen Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Videokunst und Theater waren u. a. an der Volksbühne Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am Burgtheater Wien zu sehen. 2020 realisierte er für 3sat / ZDF Camus’ Die Pest als theatrale Miniserie.
Eine Kooperation mit der Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e. V.
In einem Mietshaus am Kanal, außerhalb der Stadt, wohnen Mutter und Tochter. Die Mieten steigen und auch auf alle weiteren Krisen in ihrem Leben reagiert die Mutter handlungsunfähig und lethargisch. Da helfen auch die Vorwürfe und Bemühungen ihrer Tochter Vera nicht.
Getrieben von (vererbten) traumatischen Erinnerungen überquert Vera den Kanal. Auf der gegenüberliegenden Flussseite ist die Welt eine andere. Es riecht nach Körpern, es wuchert, es ist … Abseits. Hier sorgen zwei Furien, Tine und Mascha, dafür, dass die Scham einen festen Platz bekommt. Sie greifen gesellschaftliche Tabus an, schlagen, prügeln und bringen so die innersten Abgründe der Menschen zum Vorschein.
Eine unheimliche und schöne Utopie. Käme es nicht zu diesem brutalen Zwischenfall in Garten Eden, als Matthias sich plötzlich einmischt.
Sina Ahlers, Autorin des Erfolgsstücks Milch & Schuld (UA), erhielt für Schamparadies den Autor:innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2020.
In diesem Text, der nun am Staatstheater Kassel zur Uraufführung kommt, mischt Sina Ahlers knallhart Realismus und Expressionismus, Bildhaftes mit ihrer eigenen Direktheit. Mal entlarvend humoristisch, mal schmerzhaft radikal, befragt sie Status und Körper. In einer ganz eigenen Formsprache legt sie den schmalen Grat zwischen Intimität und sexuellem Missbrauch offen und blickt so der Scham und ihren Ursprüngen ganz schamlos ins Gesicht
In der Regie von Olivia Müller-Elmau, Regisseurin auf der Suche nach den widersprüchlichen zwischenmenschlichen Beziehungen und Gefühlen, werden Trauma und Scham, die, teils über Generationen hinweg, fest in den Körpern sitzen und dort wuchern, sinnlich erfahrbar.
In Kooperation mit Mädchenhaus Kassel 1992 e.V.
Regie: Olivia Müller-Elmau
Bühne und Kostüme: Julius Böhm
Sounddesign: Jens Kilz
Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Soufflage: Camilla Colonna
Termine
Fr 27.2.2026, 20:15
Sa 7.3.2026, 18:00
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Beim Lesen der Klassenarbeiten wird ein Lehrer mit einer rassistischen Bemerkung konfrontiert, die seinen humanistischen Überzeugungen widerspricht. Er streicht sie an und bekommt es nicht nur mit dem Vater des Schülers, sondern mit seiner ganzen Klasse zu tun: Sie bitten um seine Suspendierung und unterstellen ihm eine staatsfeindliche Gesinnung. Der Lehrer und seine Schüler, die Jugend, die vom herrschenden Regime spielerisch auf den nächsten Krieg vorbereitet wird, entfremden sich zunehmend voneinander. Doch dann geschieht während des Zeltlagers ein Mord an einem der Schüler – und die Suche nach dem Mörder beginnt…
Der Roman "Jugend ohne Gott" von 1937 machte den österreichisch-ungarischen Dramatiker Ödön von Horváth international berühmt und galt außerhalb Deutschlands rasch als Roman der Stunde. Im Land war er ebenso schnell verboten. Horváth zeigt nicht nur eine verrohte und radikalisierte Jugend, die die Ideen des Nationalsozialismus verinnerlicht hat, sondern auch eine zutiefst verunsicherte Lehrperson, der ihre Werte unter dem Druck von Alltag und Anpassung zunehmend abhandengekommen sind. Doch bei Horvàth beginnt damit erst der Kampf darum, was es heißt, in polarisierten Zeiten ein Mensch zu bleiben.
Regisseur Tobias Schilling setzt mit seiner zweiten Arbeit nach "Gelbes Gold" die politische Befragung der Gegenwart fort und lässt dafür auch Kasseler Jugendliche von heute in ausführlichen Video-Interviews zu Wort kommen. Wie „tickt“ also die junge Generation? Was treibt sie um? Was sind ihre Gedanken, Ängste und Wünsche die Zukunft betreffend?
Horváths hellsichtiges Jugendporträt aus den 30er Jahren wird so zur Kontrastfolie unserer eigenen Zeit, um Fragen nach Rechtsruck und Radikalisierung historisch fundiert zu thematisieren.
Regie und Fassung: Tobias Schilling
Bühne und Kostüme: Simone Wildt
Musikalische Leitung: Clemens Dönicke, Felix Thewanger
Sounddesign: Felix Thewanger
Licht: Oliver Freese
Dramaturgie: Alexander Olbrich
Termin
Fr 6.3.2026, 11:00
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Wir müssen über Mutterschaft und unbezahlte Care Arbeit von Frauen reden! Wie sieht die Arbeit des Körpers vor, während und nach der Geburt aus? Abgesehen von den biologischen Veränderungen und Rentenlücken, die entstehen, ist eine Schwangerschaft eine der größten Herausforderungen und auch Wunder, die der weibliche Körper leistet. Ist diese Art von Arbeit eigentlich monetär zu bezahlen?
In der Uraufführung Milch & Schuld der Autorin Sina Ahlers, einem Auftragswerk des Schauspiels, geht es um Leihmutterschaft, eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft.
Zartie hat wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Sie stellt einem Paar, das biologisch keine Kinder bekommen kann, ihren Körper, ihren Geist und ihre Hormone zur Verfügung, um ein Kind für sie auszutragen. Und sie soll dafür bezahlt werden. Während der Pränataldiagnostik wird jedoch eine Entdeckung gemacht, die der „Kundin“ nicht zusagen wird, und die Zahlungs- bzw. Vertragspflicht aushebelt. Doch wer ist diese „Kundin“ überhaupt, die sich so sehnlich ein Kind wünscht? Auch sie fühlt sich ungenügend, fehlerhaft. Wie entscheidet sich Zartie, soll sie das Kind behalten? Ohne Mittel, allein, ohne Unterstützung?
Wie gehen wir damit um, wenn ein Kind nicht der „Norm“ entspricht, als ungenügend betrachtet wird, wie eine Taube mit einem Bein? Sie kann stehen, fliegen, alles, aber mit eben „nur“ einem Bein.
Sina Ahlers hinterfragt in ihrem Stück Existentielles. Gibt es sie, die „natürliche“, bedingungslose Mutterliebe, die Arbeit des weiblichen Körpers, den „Mutterinstinkt“ und wo stehen wir tatsächlich, wenn es um konservative Rollenbilder geht? Wo ist, sie, die vermeintlich „moralisch“ richtige Seite? Und welche Rolle spielt in dem Ganzen diese merkwürdige Bahnhofstaube?
Regisseurin Sarah Franke hat mit den Troerinnen: 2nd Season bereits bewiesen, dass sie sich den großen feministischen Themen mit einer körperlich, sprachlichen und bildlichen Kraft hingibt. Sie schaut auf alle (Nicht-)Mütter, auf alle Normen, Tabus, Kämpfe und die Schönheit dazwischen. All das findet sie in Ahlers Text.
Regie: Sarah Franke
Choreographie: Gili Goverman
Bühne und Kostüme: Ann-Christine Müller
Musik: Sven Michelson
Licht: Stefanie Dühr
Dramaturgie: Patricia Nickel-Dönicke
Altersempfehlung ab 16 Jahren
Termin
So 8.3.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Es ist kurz vor knapp und auf dem glitschigen Polit-Parkett scheint jede Pirouette möglich. Die selbsternannte „demokratische Mitte“ bringt Brandmauern zum Einsturz, Multimilliardäre metzeln Staatsbehörden, Wissenschaft und internationale Hilfe mit der Kettensäge nieder und lassen sich dafür feiern.
Fragen über Fragen: sind wir schon im neuen Mittelalter? Muss das jetzt irgendwie mal so sein? Lässt sich Rechtspopulismus stoppen? Was zur Hölle haben wir falsch gemacht? Ruckelt sich alles irgendwann schon wieder zurecht? Haben die Linken dieser Welt endlich wieder richtige Feindbilder, an denen sie ihr Profil schärfen können? Oder stolpern sie von Holzweg zu Holzweg ins Verderben? Ist Pazifismus Putinversteherei? Sind unsere alten Allianzen noch etwas wert? Ist unsere Demokratie wirklich wehrhaft? Und was versteht eigentlich wer genau darunter?
Wir alle haben es längst in unseren Insta-Feeds gelesen: von Fakt zu Fake und wieder zurück ist’s nur noch eine kurze Fahrt im Karussell der freien Meinungsäußerung- letzte Runde! Wer will nochmal? Wer hat noch nicht? Wir steigen mit ein! Das Ensemble des Staatstheater Kassel trifft sich in dieser neuen Reihe regelmäßig im DemokraTIF zur Demokra-Teatime und haut auf den DemokraTISCH.
Mit uns feiert das Dicke D sein Comeback und ihr findet euch vielleicht mitten in einer Diskussionsrunde zum Thema Grundgesetz wieder – mit Gästen wie: Marlene Dietrich, Tante Elsbeth, Friedrich Merz und einem Dinosaurier. Wir machen uns auf die Suche nach unseren demokratischen Werten. Woher kommen sie? Wer hat sie skrupellos in der Sakkotasche verschwinden lassen? Und in welchen dunkel-stinkenden Gulli wurden sie gekippt?
Wir zerren sie in jedem Fall ans Tageslicht, denn wir verteidigen ihn: den DemokraDream!
Die neue Reihe im DemokraTiF
Dramaturgie: Alexander Olbrich
Produktionsleitung: Winnie Wilka
In Kooperation mit Europa-Union Kassel e.V., Omas gegen Rechts Kassel und Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung e.V.
Termin
Do 12.2.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Foyer Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
… denk ich an Wälder und Vorgärten, an Nazis und „Nie wieder!“, an Ost und West, an Widersprüche. Der Jude Heine dachte bei Deutschland auch an seine große Liebe, die ihn nicht wollte, an die Loreley, an alberne und an tiefsinnige Schwärmerei, an Waldeinsamkeit und die Nordsee, an den verschlafenen deutschen Michel und bücherverbrennende Burschenschafter. Woran denken Sie?
Gemeinsam mit dem Sänger Lars Rühl nimmt sich Dramaturg Alexander Olbrich für dieses kurzweilige Programm das Leben und Werk von Heinrich Heine vor und fragt nach seiner Bedeutung für die Gegenwart – und nebenbei wird man noch bestens auf die kommende Produktion im Schauspielhaus, Raststätte Jammertal nach Heines Deutschland. Ein Wintermärchen, vorbereitet.
Schauspiel
TiF - Foyer
Heinrich Heine: ein Dichterleben
Moderation:
Alexander Olbrich
Termin
So 15.3.2026, 20:15
Ort
TiF - Theater im Fridericianum
Foyer Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel
Bewertungen & Berichte Denk ich an Deutschland ...
Gespräch
Wahrheit spricht mit Fakten
Berichte aus der Ukraine
Der Angriffskrieg Russlands gegen die gesamte Ukraine dauert nun bereits vier Jahre an – und sein Ende ist nicht in Sicht. Vorbereitet wurde er durch hybride Kriegsführung, die unter anderem die Verbreitung von Fake News und historischen Narrativen implizierte. Diese Desinformationskampagnen spalten auch die demokratische Öffentlichkeit in Deutschland und betreffen uns alle. Mit verschiedenen Formaten aus Kunst und Wissenschaft, mit Lesungen und Gesprächen, mit Humor und Musik bietet das Staatstheater Kassel dieser Thematik ein Forum und lässt die betroffenen Ukrainer:innen aus Kassel und Umgebung selbst zu Wort kommen.
In Kooperation mit der Europa-Union Kassel, dem Ukrainer in Kassel und Umgebung e. V. i. G und der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft.
Bewertungen & Berichte Wahrheit spricht mit Fakten
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Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF
Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition
Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.