Literatur+Sprache / Kulturveranstaltung
Literaturhaus Salzburg
Salzburg, Strubergasse 23
- Morgen: How To Stand Up
- Rainer Baltschun: How to stand up. Zur Verfolgung von Autorinnen und Autoren weltweit
- Yevgeniy Breyger: hallo niemand
- Raoul Schrott: Zeitgeist
- Aufgeblättert
- Michael Burgholzer, Stefan Kutzenberger: Die Listen der Geschichte
- Nenad Veličković: Der Vater meiner Tochter
- Heinz-Christian Sauer: La Chanson
- Katherina Braschel: Heim holen
- geRECHTigkeit. In Erinnerung an die Salzburger Bücherverbrennung 1938
- Tomer Gardi: Liefern
- EUROPA ERZÄHLEN 1: Michal Hvorecky, Robert Menasse
- Mutter und Tochter am Schreibtisch. Christine Haidegger und Meta Merz
- EUROPA ERZÄHLEN 2: FLO, Federica Manzon
- EUROPA ERZÄHLEN 3: Dana Grigorcea, Maria Larrea
- Walter Müller - Wolfram Paulus: Luzifers Traum / Geisterspiele
- Sergej Lebedew: Die Beschützerin
- Harri Stojka, Josef Winkler: Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht
- Lesen oder Schreiben? Einatmen oder Ausatmen?: Thomas Sautner
- Judith Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel
- Best of ¡lesen lassen!: Clarence Blanchard, Andreas Rennert
- Zsuzsanna Gahse: Spielbeginn. Verrutschungen.
- Die 100. Plaudertasche
- Lachhaft & Tanzbar: Michael Burgholzer, Peter Reutterer
- Monika Helfer: Wer bist du?
- Jehona Kicaj: ë
- Über den Wolken ist der Himmel offen
- Twinni – Texte zum Teilen: Bettina Balàka, Katherina Braschel, Sabine Scholl
- Anja Kampmann: Die Wut ist ein heller Stern
- aktuelle Lesungen und Veranstaltungen
Literatur+Sprache
| Lesung
Literatur+Sprache
| Lesung
Twinni – Texte zum Teilen: Bettina Balàka, Katherina Braschel, Sabine Scholl
Literaturhaus Salzburg
Literarische Stimmen wiederentdecken oder neu kennenlernen: Um auch bereits verstorbenen Autorinnen und ihrem Schreiben Aufmerksamkeit schenken zu können, gibt es „Twinni – Texte zum Teilen“. Presenterinnen, selbst Autorinnen, stellen jeweils eine Autorin vor und laden ein, Texte und Persönlichkeiten (neu) zu entdecken, gemeinsam zu lesen und darüber zu sprechen. In Kleingruppen kommen die Leser*innen und Zuhörer*innen in den Austausch und können spontane Emotionen und Eindrücke teilen. Bettina Balàka spricht über die österreichische Autorin Emilie Mataja (1855–1938), Sabine Scholl über die deutsche Autorin Gabriele Tergit (1894–1982) und Katherina Braschel stellt die deutsche Lyrikerin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung,vor. May Ayim, (1960–1996). Dauer: ca. 1 Stunde Eintritt frei, Anmeldung unter www.literaturfest-salzburg.at Veranstalter: Literaturfest Salzburg, Literaturforum Leselampe
Literatur+Sprache
| Lesung
Über den Wolken ist der Himmel offen
Literaturhaus Salzburg
Die Gesellschaft der Lyrikfreunde ist eine Literaturgemeinschaft im deutschen Sprachraum. Die Salzburger Repräsentanz gestaltet diesen Abend mit Lyrik und Kurzprosa zur Jahreszeit. Der Frühling öffnet seine Türen, Sonnenstrahlen legen sich wie Samenkörner in unsere Augen und streuen Lichter in unsere Tage. Vielleicht lassen sie die Schatten verblassen, die sich über uns zu erheben scheinen. Andere Tage werden kommen, verstehen wird man das Schweigen der Pflanzen und Planeten, und so viele lautere Dinge werden sein! Nach Mond duften werden die Violinen! (Pablo Neruda) Es lesen: Irmgard Bogme, Franz Dürnberger, Elisabeth Graf, Renate Katzer, Ingeborg Kraschl, Valerie Pichler, Georg Weigl, Gudrun Winklhofer Musik: Wolfgang Pullmann (Klavier) Veranstalter: Gesellschaft der Lyrikfreunde/Repräsentanz Salzburg
Literatur+Sprache
| Lesung
Jehona Kicaj: ë
Literaturhaus Salzburg
Im Albanischen steht das „ë“ für einen Buchstaben, der meist nicht ausgesprochen wird, der zugleich aber von Bedeutung ist. Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule, auf die Universität, sie sucht nach Verständnis, stößt dabei immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit, Ignoranz. Als Ende der 90er-Jahre der Kosovokrieg ausbricht, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – sie werden nur anders erlebt. Der Roman „ë“ erzählt vom Kosovokrieg und erinnert an den Schmerz von Familien, deren Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in den Körper eingeschrieben ist, wird von Jehona Kicaj im Wortsinn zur Sprache gebracht. Jehona Kicaj, geboren in Suharekë (Kosovo, Jugoslawien), aufgewachsen in Göttingen, studierte Philosophie, Germanistik und Literaturwissenschaft. Mitherausgeberin der Anthologie „›Und so blieb man eben für immer‹. Gastarbeiter:innen und ihre Kinder“ (2023). Mit ihrem mehrfach ausgezeichneten Roman „ë“ (Wallstein Verlag) stand sie auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025. Veranstalter: Literaturfest Salzburg, prolit
Literatur+Sprache
| Lesung
Monika Helfer: Wer bist du?
Literaturhaus Salzburg
Wunderschön und abgründig. In der Novelle „Wer bist du?“ (2026) von Monika Helfer erzählen zwei Frauen um ihr Leben – denn wer erzählt, hat Macht. Die Geschichte der Autorin ist ein doppelbödiges Spiel, spannend und gruselig bis zum Schluss. Das Buch erscheint in der Reihe „Lieblingsbücher“ von Kat Menschik, die den Text mit beunruhigend schwebenden, irisierenden Bildern versieht. Ein großes Vergnügen! Moderation: Tomas Friedmann Eines Tages steht ein Mädchen vor der Tür der Erzählerin – mit einem 1.000-Schilling-Schein in der Hand und einer unglaubwürdigen Geschichte dazu. Als das Mädchen wenig später vermisst wird, sucht die Erzählerin vergeblich nach ihr. Jahre später taucht eine junge Frau auf, die behauptet, das Mädchen von damals zu sein – und drängt sich in ihr Leben. Die Beziehung der beiden Frauen wird zu einem lauernden Tanz, bei dem jede die andere belügt – oder nicht? Wer erzählt wem was? Wer ist wer? Monika Helfers meisterhafte Geschichte erzählt von Nähe und Einsamkeit, von Liebe und Lebenslügen, von Angst – und von der Macht des Erzählens selbst. Monika Helfer, geb. 1947 in Au/Bregenzerwald, lebt als preisgekrönte Schriftstellerin in Vorarlberg. Kat Menschik, geb. 1968 in Luckenwalde, ist freie Illustratorin und Comic-Zeichnerin und gibt die prämierte Reihe „Lieblingsbücher“ heraus. Veranstalter: Verein Literaturhaus
Literatur+Sprache
| Buchpräsentation
Lachhaft & Tanzbar: Michael Burgholzer, Peter Reutterer
Literaturhaus Salzburg
Im Rahmen einer Geburtstagslesung präsentiert Peter Reutterer seinen neuen Lyrikband „Jahreszeiten“ (Bibliothek der Provinz). Man darf sich auf Pointiertes und Gesellschaftskritisches, aber auch Philosophisches und Poetisches freuen. „Mit wachem Blick auf die Wirklichkeit“ (Georg Fink) nimmt der Autor sein Heimatland, Triest und allerlei Ungereimtes ins Visier. Begleitet wird er von Michael Burgholzer, dessen Geschichten diesmal thematisch zusammenhängen. Sie erzählen von der Liebe zwischen Eheleuten, die einer Auffrischung bedarf, von der Liebe zwischen Bauern und Außerirdischen, von den Tänzen einer Hundertjährigen und einer Piratenbraut und von Waltraud, die am Ende für Klarheit sorgt. Zsuszanna Kiss und Thomas Müller umrahmen die Lesung mit Musik. Sie werden nach der vor allem heiter-satirischen Lesung für swingende Klänge sorgen, zu denen auch getanzt werden darf. Auf ein fröhliches Zusammensein freut sich der Jubilar, der sich bereits seit einem Vierteljahrhundert im Vorstand der SAG engagiert! Veranstalter: Salzburger Autor:innengruppe (SAG)
Literatur+Sprache
| Lesung
Zsuzsanna Gahse: Spielbeginn. Verrutschungen.
Literaturhaus Salzburg
Eine zwölfköpfige Theatertruppe erprobt, was Theater sein kann. Sie atmen, wittern, schlucken und pusten, spielen mit ihren Stimmen, dann reden sie los, später singen sie sogar. Eine Erzählfigur kommentiert die Handlung, doch auch die Schauspieler mischen sich improvisierend ein, fortwährend entstehen neue Fragen und überraschende Situationen, oft komisch, manchmal bedrohlich. In einem zweiten Teil unternimmt Anton eine Reise mit dem Schauspielkollegen Oskar in der Gegend rund um den Bodensee. Beide staunen über die Unterschiede von Aussprache, Tonfall und Tempo in den Regionen, auch die Sprachen von Reisenden und Migranten mischen sich ein und spielen mit. Klug und mit Sinn für lakonischen Witz erzählt Zsuzsanna Gahse von der Sprache, von ihrer klanglichen Vielfalt, von ihrer Fähigkeit, sich neuen Zeiten und Umständen anzupassen, und vom unerschöpflichen Archiv, das in jeder Sprache eingelagert ist. Und ganz nebenbei zeigt sie, wie modernes Theater zugleich erzählend und szenisch sein kann. Zsuzsanna Gahse, geb. 1946 in Budapest, lebt als Autorin und Übersetzerin aus dem Ungarischen in Müllheim, Schweiz. Sie veröffentlichte mehr als 30 Bücher, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Grand Prix Literatur. „Spielbeginn. Verrutschungen“ ist in der Edition Korrespondenzen erschienen. Veranstalter: prolit In Kooperation mit der ÖGfL (Wien) und mit freundlicher Unterstützung durch pro helvetia
Literatur+Sprache
| Lesung
Best of ¡lesen lassen!: Clarence Blanchard, Andreas Rennert
Literaturhaus Salzburg
Die Runden bei ilesen lassen! sind glücklicherweise mit den Monaten gewachsen, sodass nun zwei Gewinner daraus hervor-gehen. Wir freuen uns, Texte von Clarence Blanchard und Andreas Rennert mit der Öffentlichkeit teilen zu dürfen. Andreas Rennert, geb. 1957 zufällig in Mannheim, aufgewachsen in Österreich, hängt den Rätseln der Sprache und ihrer (Un-) Logik nach und versucht, sie in musikalische Formen zu bringen. Er liebt Absurditäten und versteckt seine biografischen Widersprüche gerne hinter ebenso widersprüchlichen Texten. Clarence Blanchard, geb. 2006 im Zürcher Oberland, entwirrt komplexe Gedanken-knäuel mithilfe poetischer Texte. Durch seinen spielerischen Umgang mit Sprachen und Dialekten überrascht er mit erfrischender gesellschaftskritischer Literatur. Veranstalter: erostepost
Literatur+Sprache
| Lesung
Judith Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel
Literaturhaus Salzburg
„Es ist nicht das erste Mal, dass ich mir einbilde, die gesamte Weltgeschichte ließe sich anhand eines einzigen Gegenstandes erzählen.“ Judith Schalansky stellt die Frage, wie wir die Welt verstehen. In drei windungsreichen Texten, die sich zwischen Essay und Erzählung bewegen, denkt sie auf präzise Art und Weise über die Materialien der Welt nach und zeigt nicht zuletzt, wie das Schreiben selbst funktioniert. Monate nach einer Begegnung auf einer Fähre vor der griechischen Insel Thassos beschäftigt Schalansky ein riesiger Marmorblock. So geht die Reise weiter: zu Marmorsteinbrüchen, in Bildhauer-Ateliers und in die oft gewalttätige Geschichte von Materialgewinnung. An der Kunsthochschule von Guadalajara entsteht eine Performance über Bücher und Schriftkultur. Schließlich wird eine Rekonstruktion einer Besteigung des Brockens zum Ausgangspunkt für Überlegungen über das Ungewisse. Dabei geht es um alles: das Gewicht der Erde, Arche Noah, Wrestling. Mit spielerischer Genauigkeit erschafft Judith Schalansky drei berührende poetologische Expeditionen. Moderation: Werner Michler Judith Schalansky, geb. 1980 in Greifswald, lebt in Berlin; zahlreiche Übersetzungen und Auszeichnungen, zuletzt der Lessing-Preis 2025. Ihr neuestes Buch „Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist“ ist 2026 im Suhrkamp Verlag erschienen. Veranstalter: Literaturforum Leselampe, prolit
Literatur+Sprache
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Lesen oder Schreiben? Einatmen oder Ausatmen?: Thomas Sautner
Literaturhaus Salzburg
Thomas Sautner, der in seiner Heimat im Waldviertel regelmäßig Schreibseminare abhält und über entsprechende Erfahrung in diesem Metier verfügt, ist heuer der Einladung der Salzburger Autor:innengruppe gefolgt, wird deren diesjährige Schreibwerkstatt leiten und bei der Abschlusslesung moderieren. Zu dem ihm vorgegebenen Motto „Lesen oder Schreiben? Einatmen oder Ausatmen?“ werden die Teilnehmer:innen ihre im Lauf der zweitägigen Veranstaltung erarbeiteten Texte präsentieren. Autor:innen und Publikum lassen sich dabei auf das Wagnis ein, unmittelbar vor der öffentlichen Präsentation Entstandenes zu lesen bzw. zu hören, wodurch interessante Einblicke in die Genesis von Texten möglich werden. Thomas Sautner, 1970 in Gmünd geboren, ist Schriftsteller und Essayist. Er lebt in seiner Heimat, dem nördlichen Waldviertel, sowie in Wien. Neben zahlreichen Erzählungen erschienen von ihm u.a. die Romane „Fuchserde“, „Das Mädchen an der Grenze“, „Die Erfindung der Welt“, „Nur zwei alte Männer“ und zuletzt „Pavillon 44“. Veranstalter: Salzburger Autor*innengruppe
Literatur+Sprache
| Lesung
Harri Stojka, Josef Winkler: Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht
Literaturhaus Salzburg
Der neue Roman von Josef Winkler – vorgestellt gemeinsam mit Musik vom Harri Stojka acoustic drive Trio! In „Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht“ (Suhrkamp Verlag, 2026) bringt der österreichische Schriftsteller seelische und körperliche Gewalt der dörflichen Umgebung zur Sprache. In zum Teil surrealen Bildern deutet Winkler an, welche ungeheuerlichen Vorkommnisse das Dasein seiner Schwester bis in den Tod verdunkelt haben mögen, verschränkt die Heimkehr der verlorenen Tochter und die Rückkehr des verlorenen Sohns ineinander. Mit seinem Buch schreibt der Autor seine fünf Jahre ältere, mittlerweile verstorbene Schwester Maria, die sich in ihrer gemeinsamen Kindheit auf dem Bauernhof vor allem um den rebellischen Josef gekümmert hat, in die Welt zurück. Zur Lesung spielt das „Harri Stojka acoustic drive Trio“ mit dem österreichischen Roma-Musiker, berühmten Ausnahme-Gitarristen, Komponisten und Sänger Harri Stojka sowie mit Claudius Jelinek (Gitarre) und Joschi Schneeberger (Kontrabass). Josef Winkler, geb. 1953 in Kamering bei Paternion in Kärnten, lebt in Klagenfurt, sein preisgekröntes Werk ist in viele Sprachen übersetzt. Veranstalter: Verein Literaturhaus
Literatur+Sprache
| Lesung
Sergej Lebedew: Die Beschützerin
Literaturhaus Salzburg
Literatur als Ausgrabung, als Expedition in die Tiefe, als Sichtbarmachung: Der neueste Roman des russischen, im Exil lebenden Autors Sergej Lebedew führt ins Jahr 2014: Eine malaysische Passagiermaschine wird abgeschossen, ihre Trümmer liegen verstreut in der Landschaft im Donbass, im Osten der Ukraine, nahe einem Stollen, in dem sich Massengräber aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Hier lebt auch Marianna, die „Beschützerin“, zu Sowjetzeiten war sie Leiterin der Wäscherei der Bergwerkssiedlung, hat Kohlestaub aus der Kleidung gewaschen. Nun ist sie an Krebs erkrankt, ein langsames Sterben. Die Tochter Shanna wird sie begleiten, sie bricht ihr Studium in Charkiw ab und kehrt zurück in den Donbass, der bereits von russischen Separatisten eingenommen ist. Schicht für Schicht legt der gelernte Geologe Sergej Lebedew in seinem furiosen Roman sowjetisch-russische Gewaltgeschichte offen und zieht schonungslos Verbindungen zur Gegenwart. Moderation und Übersetzung: Peter Deutschmann Sergej Lebedew, geb. 1981 in Moskau, lebt derzeit in Potsdam im Exil. Studium der Geologie, journalistische Arbeiten. Veröffentlichte einige Romane sowie als Herausgeber den Band „Njet! Stimmen aus Russland gegen den Krieg“ (2025). „Die Beschützerin“ ist in der Übersetzung von Franziska Zwerg im S. Fischer Verlag erschienen. Lesung & Gespräch (russisch/deutsch) Veranstalter: prolit in Kooperation mit dem Fachbereich Slawistik
Literatur+Sprache
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Walter Müller - Wolfram Paulus: Luzifers Traum / Geisterspiele
Literaturhaus Salzburg
Der Salzburger Filmemacher Wolfram Paulus („Heidenlöcher“, „Die Ministranten“) ist vor sechs Jahren gestorben. In den Gesprächen, die Walter Müller in den letzten vier Wochen vor seinem Tod mit ihm geführt hat, erzählte Paulus von seinen unvollendeten Plänen und Träumen, die er unbedingt verwirklicht wissen wollte. Walter Müller hat posthum seine Gespräche mit ihm in seinem noch unveröffentlichten Roman „Luzifers Traum“ fortgeführt und in einem herausfordernden Dialog Themen wie das Vergessenwerden, die Schubladisierung der Kunst und der Künstler:innen oder die Ablösung der analogen durch die digitale Welt intensiv beleuchtet. Besonders am Herzen lagen Paulus die Projekte „Berghof“ und „Geisterspiele“. Letzteres ist eine beißende Satire auf das Festspielgeschehen in Salzburg, die zur Zeit eines einstigen Intendanten spielt, aber durchaus auch in unserer Zeit denkbar wäre. Szenenausschnitte sind zu hören. Walter Müller, geb. 1950 in Salzburg, veröffentlichte bisher zwei Dutzend Bücher („Die Häuser meines Vaters“, „Schräge Vögel“, „Wenn es einen Himmel gibt“), ebenso viele Theaterstücke und mehr als 500 Trauerreden. 2023 wurde ihm der Berufstitel „Professor“ verliehen. Veranstalter: erostepost
Literatur+Sprache
| Lesung
EUROPA ERZÄHLEN 3: Dana Grigorcea, Maria Larrea
Literaturhaus Salzburg
Aus „Europa erzählen“ die rumänisch-schweizerische Autorin Dana Grigorcea und die baskisch-französische Autorin Maria Larrea. Es geht um Liebe und Heimat, um Verlust und Sprache. Moderation: Ines Schütz, die auch aus dem Französischen übersetzt. Deutsche Lesung: Irina Blaul. Die Schriftstellerin Maria Larrea geht in ihrem autobiografischen Debütroman „Die Kinder von Bilbao“ (Verlag Kein & Aber, 2025, Ü: Corinna Rodewald) der Frage nach, was es bedeutet, wenn plötzlich die Wurzeln gekappt werden. Als Maria Ende 20 erfährt, dass sie adoptiert ist, begibt sie sich auf Spurensuche nach ihrer Identität zwischen Paris und Bilbao – und gewinnt Satz für Satz die Macht über ihr Leben zurück. Die Schriftstellerin und engagierte Europäerin Dana Grigorcea entwirft in ihrem Roman „Tanzende Frau, blauer Hahn“ (Penguin Verlag, 2026) ein Kaleidoskop der Liebe. Sommer für Sommer treffen sich Camil und Roxana im kleinen Ort Buşteni in den rumänischen Bergen, um die Liebe zu ergründen. Davon erzählt Abend für Abend eine Autorin auf Lesereise durch Deutschland – doch wer erzählt hier wessen Geschichte? Maria Larrea, geb. 1979 in Bilbao, lebt in Paris als preisgekrönte Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Dana Grigorcea, geb. 1979 in Bukarest, lebt als vielfach ausgezeichnete Autorin, Germanistin und Nederlandistin in Zürich. Veranstalter: Verein Literaturhaus
Literatur+Sprache
| Lesung
EUROPA ERZÄHLEN 2: FLO, Federica Manzon
Literaturhaus Salzburg
Der zweite Abend im Rahmen des Festivals „Europa der Muttersprachen“ blickt nach Italien – und verbindet literarisch-musikalisch Triest und Neapel. Die Lesung wird von Giorgio Simonetto moderiert, der auch übersetzt; deutsche Lesung: Ulrike Arp. Die Lieder des Konzerts sind in italienischer bzw. neapolitanischer Sprache. Die italienische Schriftstellerin Federica Manzon siedelt ihren Roman „Alma“ (Verlag Pfaueninsel, 2026, Ü: Verena von Koskull) zwischen Ost und West an. Nach dem Tod ihres Vaters kehrt die Journalistin Alma in ihre Heimatstadt Triest zurück und begegnet ihrer Jugendliebe. Erinnerungen tauchen auf sowie Fragen nach Herkunft und Identität – und der Krieg in Jugoslawien wirft Schatten über die Grenze. Um 21 Uhr tritt erstmals in Salzburg die italienische Singersongwriterin FLO auf – begleitet von Ernesto Nobili auf der Gitarre. Ihre Konzerte sind eine packende Mischung aus mitreißenden Melodien, tiefgründigen Texten und vor allem Ausdruck einer unbeugsam-weiblichen Stimme aus dem Herzen Neapels. Federica Manzon, geb. 1981 in Pordenone, lebt als Verlegerin und Autorin von bisher fünf Romanen in Mailand. Floriana Cangiano (alias FLO), geb. 1983 in Neapel, wo sie als Sängerin, Autorin, Liedermacherin und Schauspielerin lebt. Veranstalter: Società Dante Alighieri, Verein Literaturhaus
Literatur+Sprache
| Lesung
Mutter und Tochter am Schreibtisch. Christine Haidegger und Meta Merz
Literaturhaus Salzburg
Seit 2024 verwahrt das Literaturarchiv Salzburg den Nachlass von Christine Haidegger (1942–2021) und ihrer Tochter Christina Haidegger (1965–1989), die den Großteil ihrer Texte unter dem Pseudonym Meta Merz veröffentlicht hat. Christine Haidegger, die mit ihrem 1979 erschienenen Debütroman „Zum Fenster hinaus“ für Aufsehen gesorgt hatte, war eine wichtige Integrationsfigur im Salzburger literarischen Leben: als Vermittlerin und Ermöglicherin von Literatur, als Herausgeberin und Mentorin für junge Autorinnen. Auch ihr Ehemann Eberhard Haidegger (1940–2025) war neben seiner Arbeit als Bahnbediensteter literarisch tätig. Als Meta Merz bereits als Schülerin zu schreiben begann, war der ‚literarische Haushalt‘ Haidegger komplett: Bemüht, sich künstlerisch von ihrem Elternhaus zu emanzipieren, fand Meta Merz dort zugleich gute Voraussetzungen für eine Karriere als Autorin: zwar wenig ökonomisches Kapital, aber ein literaturaffines Umfeld – und nicht zuletzt Verständnis für ein Leben abseits von Konventionen. Kaffee und Kipferl ab 9.45 und solange der Vorrat reicht. Harald Gschwandtner, Literaturwissenschafter am Literaturarchiv Salzburg, stellt die beiden Autorinnen vor und beleuchtet dabei verschiedene Dimensionen familiären Schreibens. Veranstalter: Literaturforum Leselampe
Literatur+Sprache
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EUROPA ERZÄHLEN 1: Michal Hvorecky, Robert Menasse
Literaturhaus Salzburg
Von EUROPA ERZÄHLEN bedeutet von Sehnsüchten und Hoffnungen zu erzählen, von Krisen und kultureller Vielfalt. Europa braucht neben dem prägenden EU-Narrativ von Einheit und Frieden – konterkariert durch Aufrüstung, Nationalismus und Rechtsruck? – mehr denn je Erzählungen: wie von Robert Menasse und Michael Hvorecký. Moderation: Tomas Friedmann Der österreichische Autor Robert Menasse liest aus seiner Novelle „Die Lebensentscheidung“ (Suhrkamp Verlag, 2026), in der ein persönliches Schicksal mit großer Politik verknüpft wird. Erzählt wird vom Überlebenskampf eines frustrierten EU-Beamten (mit Krebsdiagose) zwischen Brüssel und Wien, der seinen Job hinwirft und nicht vor seiner Mutter sterben möchte. Der slowakische Autor Michal Hvorecký verfolgt in seinem Sachbuch „Dissident“ (Klett-Cotta Verlag, 2026) den Weg Europas vom Fall des Eisernen Vorhangs bis zur Rückkehr autoritärer Ideologien. Der engagierte Intellektuelle verwebt Erinnerungen und Erfahrungen mit einer scharfen Analyse der politischen Gegenwart und fordert unser aller Einsatz für die Demokratie. Robert Menasse, geb. 1954 in Wien, wo er als preisgekrönter Autor und europäischer Kulturkritiker lebt. Michal Hvorecký, geb. 1976 in Bratislava, wo er als Autor und Journalist lebt und sich für Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst einsetzt. Veranstalter: Verein Literaturhaus
Literatur+Sprache
| Lesung
Tomer Gardi: Liefern
Literaturhaus Salzburg
Tomer Gardi, der mit seinem Roman „Broken German“ für Aufsehen gesorgt hat, kreist als 16. Dozent der Salzburger Stefan Zweig Poetikvorlesung in den drei Vorlesungen „Lektoriert“, „Übersetzt“ und „Verzungert. Akzentuiert“ um Fragen nach Identität und Sprache – der Autor formuliert es so: „Eine Frage wird es geben, die wiederkehrt. Wie ein Running Gag. Dessen Aufbau längst verloren ist. Und doch wird sie im Raum stehen. An mich. An euch. An uns. An Sie. Wer ist wir? Ha?“ Tomer Gardi liest aus „Liefern“ (Klett Cotta 2026), für den er in sechs Städten recherchiert hat. „Liefern“ ist ein globaler, episodischer Roman über Menschen am Rand des Wohlstands, die sich mit Arbeit als Essenslieferanten über Wasser halten. In Tel Aviv, Delhi, Istanbul, Buenos Aires und Berlin verfolgt der Roman ihre Wege. Moderation: Petra Nagenkögel Vorlesungstermine: 4. Mai, 6. und 7. Mai jeweils 17 bis 19 Uhr, Unipark Nonntal Tomer Gardi, geb. 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, lebt als Schriftsteller in Berlin. Sein Debüt „Stein, Papier“ erschien 2011 auf Hebräisch und 2013 in deutscher Übersetzung. 2016 erschien sein Roman „Broken German“. Für den Roman „Eine runde Sache“ erhielt er 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse. Seine Arbeiten wurden mehrfach mit renommierten Stipendien ausgezeichnet. Eintritt frei; Anmeldung: office@stefan-zweig-zentrum.at Veranstalter: Fachbereich Germanistik, Literaturforum Leselampe, Stefan Zweig Zentrum, Universität Salzburg
Literatur+Sprache
| Lesung mit Musik
geRECHTigkeit. In Erinnerung an die Salzburger Bücherverbrennung 1938
Literaturhaus Salzburg
Glockenspiel, Lesung, Musik, Podiumsgespräch Wenige Wochen nach dem „Anschluss“ Österreichs an das deutsche Reich nationalsozialistische Diktatur fand am 30. April 1938 in der Stadt Salzburg – in Nachahmung der Nazi-Bücherverbrennungen von 1933 – eine groß inszenierte Bücherverbrennung statt. Der Salzburger Lehrer und NS-Funktionär Karl Springenschmid wählte nicht zufällig den zentralen Residenzplatz neben dem Dom aus, um rund 1.200 Bücher von jüdischen und katholischen Autoren auf einem Scheiterhaufen vernichten zu lassen. Seit Jahren finden Veranstaltungen in Erinnerung an die Salzburger Bücherverbrennung statt – organisiert von der Initiative Freies Wort (Tomas Friedmann, Albert Lichtblau, Karl Müller – ausgezeichnet mit dem Kulturfondspreis 2025) gemeinsam mit Kooperationspartnern zu einem bestimmten Thema, das eine Brücke von damals zu heute schlägt. Nach z.B. „Zivilcourage“, „Wahrheit“, „Widerstand“, „Freiheit“ und „Hoffnung“ widmet sich die Veranstaltung 2026 dem Thema „Recht und Gerechtigkeit“. Darüber diskutieren auf der Bühne der Alten Residenz die Historikerin Linda Erker, die Schriftstellerin Sasha Marianna Salzmann und der Jurist Franz-Stefan Meissel mit Moderator Günther Kaindlstorfer. Musik: Sophie Abraham (Cello). Nach der Veranstaltung im Rittersaal der Alten Residenz liest um 20.45 Uhr Sasha Marianna Salzmann beim Mahnmal „Buchskelett“ auf dem Residenzplatz, dazu erklingt wie immer ein extra programmiertes Glockenspiel, diesmal nach dem Antikriegslied „Where Have All the Flowers Gone?“ von Pete Seeger (auf Deutsch auch bekannt durch die Interpretation von Marlene Dietrich). Warum das Thema „Recht und Gerechtigkeit“? Bücherverbrennungen sind Ausdruck der symbolischen Vernichtung freien kulturellen Lebens. Begriffe wie Recht und Gerechtigkeit wurden durch die Nazi-Propaganda – wie stets in Diktaturen – „umgedeutet“ und der Ideologie des Regimes untergeordnet. So wird das Recht ein Instrument der Macht, das Unterdrückung und Gewalt legitimiert – und nicht an Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde gebunden ist. Als „gerecht“ galt den Nazis, was dem angeblichen Wohl der „Volksgemeinschaft“ diente. Wie ist das heute? Warum stellen sogar in Demokratien autoritäre und rechtspopulistische Bewegungen die Menschenrechte in Frage, greifen Gerichte, Pressefreiheit usw. an und versuchen Werte (oft via Social Media) umzuprogrammieren? Sind „Recht und Gerechtigkeit“ in Gefahr? Eintritt frei; Anmeldung für Gratis-Tickets: eventjet.at Veranstalter: Initiative Freies Wort mit Kooperationspartnern wie Salzburg Museum, SAG, Verein Literaturhaus u.v.a
Literatur+Sprache
| Lesung
Katherina Braschel: